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01.07.2019 - 12:46 Uhr

IHK diskutiert über Finanzierung und Märkte

Europa zwischen Seidenstraße und „America first“

Würzburg – Wohin steuert die Weltwirtschaft und in welche Richtung geht es auf den Finanz- und Kapitalmärkten?

Welche Folgen ergeben sich daraus für den Mittelstand? Dies waren die Leitfragen der Veranstaltung „Standortfaktor Mainfranken“ am 26. Juni 2019, einer Kooperation von IHK und KfW.    

Europa inmitten einer auseinanderwachsenden Welt  

Auf der einen Seite die Vereinigten Staaten von Amerika, die mit technologischer Entwicklung, Steuerpolitik oder Infrastrukturmaßnahmen sowie Handelsstreitigkeiten die eigene Volkswirtschaft stärken wollen. Auf der anderen Seite China, das über enorme Ressourcen verfügt und geopolitische Zugriffe auf Rohstoffe und Lieferketten festigt. Beide kämpfen um die wirtschaftliche Vormacht in der Welt, und Europa steht dazwischen. „Wir brauchen einen klaren politischen Schwenk pro Europa, denn nur gemeinschaftlich können wir im Wettbewerb bestehen“, erklärte Stefan Riße, Kapitalmarktstratege und Börsenexperte.  

Schuldenberg auf Rekordniveau  

Mit Blick auf die Finanzmärkte zeigte Riße, dass sich der globale Schuldenberg seit den 1980er Jahren mehr als verdoppelt habe – als Folge niedriger Zinsen. Zugleich betonte er, dass sich hieran lange Zeit nichts ändern werde. „Selbst bei einer irgendwann einsetzenden Inflation werden die Notenbanken die Zinsen nicht dramatisch erhöhen, um das Wirtschaftswachstum nicht abzuwürgen.“ Für Unternehmen hieße dies, Fremdfinanzierung nach wie vor als Bestandteil der eigenen Finanzierungsentscheidungen zu berücksichtigen. Für Kapitalanleger wiederum betonte Riße, dass schlicht kein Weg an Investments in Aktien vorbeiführe: „Eine Aktie ist kein Spekulationsobjekt, sie investieren vielmehr in Unternehmen.“  

Zukunft der Finanzbranche und KfW-Förderung  

Wolfgang Jacob, Prophet Germany GmbH, stellte in seinem Vortrag zehn Thesen zur Zukunft der Finanzbranche auf. „Kundenerfahrung und Interaktion, die Zusammenarbeit mit Fintechs, künstliche Intelligenz oder die wertstiftende Nutzung von Kundendaten sind Schlüsselfaktoren, die der Finanzbranche hierzulande helfen können, auch zukünftig wettbewerbsfähig zu sein“, so Jacob. Manuela Mohr, Bereich Mittelstandsbank & Private Kunden der KfW, zeigte den Teilnehmern abschließend, welche Möglichkeiten die Bank in unterschiedlichen Unternehmenszyklen bietet, etwa bei der Gründung, bei Erweiterungsinvestitionen oder bei Innovationsmaßnahmen.