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27.09.2019 - 11:22 Uhr

IHK-Informationsveranstaltung

Einzelhandel: Tatort Kasse

Aus der Reihe "Zukunftsforum Handel" hat kürzlich die Veranstaltung "Tatort Kasse" in der IHK in Würzburg stattgefunden.

Ladendiebstahl, Betrug, Mitarbeiter- und Lieferantendelikte erzeugen laut Kölner Handelsforschungsinstitut EHI im deutschen Einzelhandel jährlich einen Verlust von rund 3,75 Milliarden Euro. Grund genug für die IHK, dieses Thema im Rahmen der Reihe „Zukunftsforum Handel“ aufzugreifen. Etwa 20 Interessierte informierten sich darüber, wie man Inventurdifferenzen vermeidet, Videoüberwachung richtig ein- oder Einbruchschutz richtig umsetzt.  

Prävention ist wichtig  

„Gestohlen wird eigentlich alles, was das Warensortiment hergibt“, so Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung, in seiner Begrüßung. Zum Kundendiebstahl kämen auch Schwund durch die Belegschaft oder verursacht durch Lieferanten und Servicekräfte. Besonders bedenklich laut Genders: Bekannt sei nur die Spitze des Eisberges. Das EHI spricht von einer Dunkelziffer von knapp 98 Prozent unentdeckter Schäden. Umso wichtiger erachte es die IHK, die rund 30.000 Groß- und Einzelhändler der Region dabei zu unterstützen, sich präventiv zu verhalten, Kontrollsysteme zu hinterfragen und proaktiv Lücken zu schließen.  

Realität widerspricht Statistik  

Wie der Einzelhandel heutzutage Inventurdifferenzen, also Abweichungen zwischen Soll- und Istbestand des Warenbestandes, vermeiden kann, machte Handelsberater Jörg Kirchhoff in seinem Impulsvortrag deutlich: „Inventurdifferenzen machen ein enormes Volumen aus. Insgesamt betrug der Schaden für den Handel 2018 knapp 5,8 Milliarden Euro.“ Und hierbei sei nur rund die Hälfte auf Ladendiebstähle zurückzuführen. Relevant seien nicht zuletzt Mitarbeiterdelikte oder organisatorische Mängel in den Betrieben, so der Experte. Erstaunlich sei laut Kirchhoff, dass zudem die Volumina der Inventurdifferenzen von Jahr zu Jahr anstiegen, zugleich sinke die Anzahl polizeilich erfasster Fälle. Statistik und Realität lägen also nicht im Einklang.  

Schulungsangebote helfen dem Einzelhandel  

Markus Bursch, Kriminaloberkommissar und Fachberater der Kriminalpolizeiinspektion Würzburg, informierte im Anschluss über Aktuelles rund um das Thema „Videoüberwachung, Alarmanlagen und Einbruchschutz“. Er gab konkrete Tipps, wie der Tatort Kasse sicher gemacht werden kann, zudem informierte er über die kostenfreien Beratungsangebote der Polizei für Unternehmen zur Prävention von Schadensfällen. Christian Härtl, Bargeldexperte der Deutschen Bundesbank, Filiale Würzburg, referierte praxisnah zu „Falscher Fuffziger? Wie man Falschgeld erkennt“. Spannend hierbei: Nur jedes siebte Stück Falschgeld wird im Einzelhandel erkannt. Umso wichtiger sei es, Mitarbeiter zu sensibilisieren und mögliche Schulungsangebote der Deutschen Bundesbank zu nutzen.    

Information:
Dr. Christian Seynstahl
Tel. 0931 4194-314
E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de