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17.04.2019 - 14:50 Uhr

IHK zieht regionale Bilanz

Drei Jahre IHK-Aktionsprogramm zur Integration von Geflüchteten

Die IHK Würzburg-Schweinfurt zieht nach drei Jahren eine positive Bilanz bei der Integration von Geflüchteten in Ausbildung.

Bis Ende 2018 waren mehr als 200 Menschen mit Fluchthintergrund in einem IHK-Berufsausbildungsverhältnis. Die ersten Absolventen einer Berufsausbildung stehen den mainfränkischen Unternehmen nun als Fachkraft zur Verfügung.  

„Wir ziehen eine positive Bilanz bei der Integration von Geflüchteten in Ausbildung“, erklärt Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Rund 200 Menschen mit Fluchthintergrund stehen in Mainfranken inzwischen in einer Berufsausbildung in einem IHK-Beruf, die ersten haben diese bereits abgeschlossen und stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Das hängt auch damit zusammen, dass die IHK seit 2016 einen Ausbildungsakquisiteur für Flüchtlinge beschäftigt. Dieser unterstützt, informiert und berät Unternehmen und Geflüchtete rund um die duale Berufsausbildung. Ebenfalls 2016 hatte die IHK gemeinsam mit der Handwerkskammer das Regionalnetzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge in Mainfranken“ gegründet. Rund 350 Teilnehmer nahmen seitdem an fünf Netzwerkveranstaltungen teil, um Unternehmen, Behörden, Organisationen und Schulen zum Thema zu vernetzen und zu informieren.  

Bis Ende September 2018 konnte die mainfränkische IHK an beiden IHK-Standorten Würzburg und Schweinfurt noch Alphabetisierungs-, und Sprachkurse mit dem Sprachniveau B1 und B2 anbieten. In diesem Zeitraum wurden 1.976 Sprachkursmodule gebucht, gelehrt und geprüft. Seit März 2019 bietet die IHK nun ein neues Serviceangebot für Menschen mit Fluchthintergrund an. Eine „offene Sprechstunde für Geflüchtete“. An diesen Terminen können sich Geflüchtete über IHK-Ausbildungsberufe informieren und beraten lassen. Die aktuellen Termine sind auf der Homepage der IHK Würzburg-Schweinfurt www.wuerzburg.ihk.de/fluechtlinge. Am 14. November 2019 findet das sechste Regionalnetzwerktreffen bei der Firma Riedel Bau in Schweinfurt statt. Interessierte Unternehmen können sich gerne per Mail bei marus.miller@ wuerzburg.ihk.de anmelden.  

Beratungsbedarf der Unternehmen lässt nicht nach  

Bundesweit setzen dich 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) mit 120 Mitarbeitern, für die Integration von Geflüchteten und Beschäftigung ein. Im vergangenen Jahr organisierten die IHKs deutschlandweit über 1.000 Veranstaltungen. Der Beratungsbedarf der Unternehmen ist weiterhin hoch und besonders viele Fragen haben die Betriebe zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von Geflüchteten. Ganz oben auf der Agenda steht ein gesicherter Schutz vor Abschiebung während der Einstiegsqualifizierung (Langzeitpraktikum), schnellere Asylverfahren und eine einheitliche und ausbildungsfreundliche Umsetzung der 3+2-Regelung. Letztere gewährt Geflüchteten Abschiebeschutz während der Gesamtdauer der Ausbildung und in den folgenden zwei Jahren anschließender Beschäftigung. Insbesondere die uneinheitliche Umsetzung der 3+2-Regelung sorgt für große Verunsicherung in den Unternehmen.

Informationen:
Marcus Miller
Tel.: 0931 4194-350
E-Mail marcus.miller@ wuerzburg.ihk.de