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21.02.2019 - 14:07 Uhr

Kooperationsveranstaltung von IHK, ZDI und FHWS

Blockchain in der Anwendung

Wo kann die Blockchain eingesetzt werden? Wie kann der Mittelstand die Technologie nutzen? Welche Anwendungsfelder gibt es?

Diesen und weiteren Fragen gingen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft am 19. Februar 2019 gemeinsam mit rund 70 Teilnehmern im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung von IHK, Zentrum für digitale Innovation (ZDI) und FH Würzburg-Schweinfurt nach.  

Blockchain-Strategie  

In ihrer Key-note thematisierte Sebnem Rusitschka vom Bundesverband Blockchain die Frage, wo die Technologie bereits heute Anwendung findet und welche potenziellen Anwendungsfelder und rechtlichen Hürden es gibt. Aus Sicht des Bundesverbandes sei es richtig und wichtig, dass sich die Bundesregierung bis September 2019 eine Blockchain-Strategie geben will. Im Nachbarland Frankreich gebe es diese und entsprechende Rechtssicherheiten bereits, wolle man hier den Anschluss nicht verlieren, müsse Deutschland schnell handeln. Gerade der Mittelstand, der den Motor der deutschen Wirtschaft ausmache, könne von neuen dezentralisierten Finanzierungs- und Geschäftsmodellen profitieren – sofern Rechtssicherheit bestünde, erklärte Rusitschka.  

Welche Erfahrungen die Wirtschaft bereits in der Anwendung gemacht hat, berichtete Thomas Rueter von IBM Deutschland. Er stellte ein Blockchain-Projekt gemeinsam mit dem Schokoladenhersteller Ritter Sport vor, bei dem es darum geht, Transparenz und Rückverfolgbarkeit vom Anbauer der Kakaobohnen über die Produktion bis hin zum Händler schlank und digital abzubilden. Dies sei vor allem bei Prüfungen durch die Lebensmittelüberwachung wichtig und bringe enorme Zeitersparnisse bei der Dokumentation, da alle Teilnehmer in der Lieferkette die entsprechenden Informationen fälschungssicher in die Blockchain geben würden, so Rueter.  

Wie die Technologie in der Energiewirtschaft eingesetzt werden kann, berichtete Dr. Arvid Amthor von Siemens. Er stellte das Projekt „pebbles – Peer to Peer Energiehandel auf Basis von Blockchains“ vor. Im Allgäu erproben verschiedene Projektpartner wie das Allgäuer Überlandwerk oder der Allgäu Netz GmbH & Co. KG, wie die Blockchain beim lokalen Handel mit aus Photovoltaikanlagen erzeugtem Strom eingesetzt werden kann.  

Blockchain-Forschungsprojekt  

Auch die FHWS beschäftigt sich mit dem Thema Blockchain, sowohl an der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik als auch im Masterstudiengang Innovation im Mittelstand der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Dort erstellten die Studierenden des ersten Mastersemesters ein interaktives Tool für den Mittelstand, mit dem Unternehmen herausfinden, ob die Technologie für das eigene Geschäftsmodell einsetzbar ist. Dieses Tool wurde im Rahmen der Veranstaltung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und soll künftig KMUs zur Verfügung stehen. Studiengangsleiter Professor Dr. Gerhard Hube stellte abschließend ein geplantes Forschungs- und Entwicklungsprojekt der FHWS vor. Ziel des einjährigen Forschungsprojekts sei es, gemeinsam im wettbewerbsneutralen Verbund an Themenstellungen und Geschäftsmodellen der Blockchain-Technologie zu arbeiten und somit die Entscheidungs- und Handlungskompetenz der Verbundpartner zum Thema Blockchain entscheidend zu verbessern. Dabei sollen sowohl übergreifende Themen bearbeitet werden, als auch individuelle Ergebnisse pro Unternehmen entstehen.  Starten soll das Projekt im vierten Quartal 2019 oder ersten Quartal 2020, erklärte Hube. Bei Interesse am Projekt können sich Unternehmen bei Professor Hube melden (gerhard.hube@ fhws.de).

Information:
Frank Albert
Tel.: 0931 4194-352
E-Mail: frank.albert@ wuerzburg.ihk.de