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19.09.2017 - 08:51 Uhr

Netzausbau kommt nur schleppend voran

Bayerische Wirtschaft fordert höheres Tempo

Würzburg – Nach zehn Jahren Planungs- und Bauzeit ging am 15.09.2017 mit zwei Jahren Verspätung die Thüringer Strombrücke in Betrieb.

„Für die bayerische Wirtschaft ist das kein Grund zur Euphorie, sondern eher ein ernstes Alarmzeichen. Mit dem für die Energiewende dringend notwendigen Netzausbau hat Bayern noch gar nicht angefangen.“, erklärt Oliver Freitag, Bereichsleiter für Innovation und Umwelt bei der IHK-Würzburg-Schweinfurt. Die Thüringer Strombrücke – eine lediglich 190 Kilometer lange Trasse von Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern – sei schon weit vor der Energiewende als innerdeutscher Lückenschluss geplant worden, so Freitag.  

Die Sorgen  der bayerischen Wirtschaft über das langsame Tempo des Netzausbaus sind groß: Im Jahr 2022 wird das letzte bayerische Kernkraftwerk abgeschaltet und der Freistaat wird  dauerhaft auf Stromimporte angewiesen sein. Für diese sind aber ausreichende Netzkapazitäten notwendig. Die dringend benötigte Gleichstromleitung SuedLink mit einem Endpunkt in Grafenrheinfeld  in Unterfranken soll frühestens 2025 fertig sein, weitere Verzögerungen sind jedoch zu befürchten. Jeder Tag Verzögerung koste den deutschen Stromkunden rund drei Millionen Euro, rechnete Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, auf dem diesjährigen Energiegipfel Mainfranken-Tauberfranken in Würzburg vor. Laut Bundesnetzagentur könnten die jährlichen Kosten für Einspeisemanagement von zuletzt rund einer Milliarde Euro auf vier Milliarden Euro im Jahr 2023 steigen. „Mainfränkische Unternehmer wollen grünen Strom. Der Netzausbau ist die nach heutigen Erkenntnissen kostengünstigste Lösung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiewende. Daher sollten alle Beteiligten den notwendigen Ausbau der Netze unterstützen und zügig umsetzen.“, so Oliver Freitag.