© Fuse / Getty Images/Fuse

Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelkennzeichnungspflicht

Verbraucherschutz durch Kennzeichnung

Essen und Trinken hält ja bekanntlich Leib und Seele zusammen. Für die Seele mag das alte Sprichwort durchaus zustimmen. Beim Leib sieht es da bisweilen doch schon etwas anders aus. Zu oft treibt nämlich (falsche) Ernährung den Leib eher auseinander, als dass sie ihn zusammen hält.

Nicht nur das Verspeisen von offensichtlich "ungesunden" Nahrungsmitteln führt zu unerwünschten Begleiterscheinungen. Viel subtiler, und oft nicht weniger gefährlich als zuviel Fett und Zucker, können für manche Menschen auch die Auswirkungen von Inhalts- oder Zusatzstoffen, wie z. B. Laktose oder Allergenen, in unseren Nahrungsmitteln sein.

Lebensmittelkennzeichnung europaweit geregelt

Zum Schutz der Verbraucher ist deshalb die Kennzeichnung von Lebensmitteln europaweit einheitlich gesetzlich geregelt (z. B. in der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung, der Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel oder der Etikettierungsrichtlinie).

Andere Verordnungen und Richtlinien regeln beispielsweise die Kennzeichnung von diätetischen Lebensmitteln oder die Rückverfolgbarkeit von gentechnisch veränderten Organismen und aus ihnen hergestellten Lebensmitteln.

Gesetzliche Grundlagen

Einige der wichtigsten gesetzlichen Grundlagen und Regelungen zum Lebensmittelrecht und zur Lebensmittelkennzeichnungspflicht finden Sie auf der Internetseite des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unter https://www.gesetze-im-internet.de

Viele weitere Gesetze und Verordnungen regeln z. B. noch die Handhabung von Lebensmittelverpackungen (Lebensmittel-Transportbehälter-Verordnung; Fertigpackungs-Verordnung) oder die Verarbeitung, Kennzeichnung und Vermarktung von bestimmten Lebensmittelgruppen (z. B. Geflügelfleischhygienegesetz; Weingesetz; Bierverordnung; Kaffee-Verordnung oder das Milch- und Margarinegesetz)

Nähere Informationen zum Thema Lebensmittelrecht und Lebensmittelkennzeichnungspflicht finden Sie in unserem Download- und Linkbereich oder in einem persönlichen Bertungsgespräch.

Lebensmittelinformationsverordnung

Am 22. November 2011 wurde die Lebensmittelinformationsverordnung im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Sie gilt mit einer Ausnahme ab dem 13. Dezember 2014. Änderungen gibt es insbesondere bei Herkunftsangaben und bei der Angabe des Einfrierdatums bei Fleisch. Auch müssen Lebensmittelimitate als solche erkennbar sein.

Rechtliche Grundlagen

Ziel der Verordnung ist, dass das geltende Nährwert- und Kennzeichnungsrecht, insbesondere die Richtlinien 2000/13/EG und 90/496/EWG und deren nationale Umsetzungen, die Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung (LMKV) und die Nährwertkennzeichnungs-Verordnung (NKV) abgelöst werden. Die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 - die sogenannte Lebensmittelinformations-Verordnung gilt, mit Ausnahme des Artikels 9 Absatz 1 Buchstabe l, der ab dem 13. Dezember 2016 gilt, ab dem 13. Dezember 2014.

Wichtige Änderungen vom 13. Dezember 2014 an

Die Lebensmittelinformations-Verordnung enthält u.a. Regelungen zur

  • Herkunftskennzeichnung sowie zu
  • Hinweispflichten bei Lebensmittelimitaten und koffeinhaltigen Produkten. Bei Lebensmittelimitaten muss in der Nähe des Produktnamens angegeben werden, welcher klassische Bestandteil ersetzt wurde.
  • Angaben zu Allergenen werden zukünftig auch bei nicht fertig abgepackten Lebensmitteln zwingend vorgeschrieben.
  • Vorgeschrieben ist eine Mindestgröße bei der Schrift bei Pflichtangaben. Sie beträgt 1,2mm Höhe bzw. 0,9 mm Höhe bei sehr kleinen Produkten wie beispielsweise Müsliriegeln.
  • Bei Fleischprodukten muss auch das Datum des ersten Einfrierens angegeben werden.

Wichtige Änderungen vom 13. Dezember 2016 an

  • Durch die Lebensmittelinformations-Verordnung wird erstmals eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung für alle vorverpackten Lebensmittel eingeführt, d.h. der Energiegehalt sowie die Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz müssen angegeben werden

Ansprechpartner

Frank Albert

MBA Regionalmanagement

Referent Innovation und Technologie

Würzburg

Telefon: 0931 4194-352

E-Mail: frank.albert@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular