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Handel in Mainfranken

Kennzahlen für den Einzelhandel im IHK-Bezirk

Die Mainfranken verfügen 2019 über eine Kaufkraft von über 22 Milliarden Euro. Von ihrem Nettoeinkommen werden die Menschen in der Region voraussichtlich über sechseinhalb Milliarden Euro für Produkte im Einzelhandel ausgeben. Das sind Ergebnisse einer Analyse der IHK Würzburg-Schweinfurt auf Basis von Berechnungen der Michael Bauer Research GmbH.

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Diese Karte ist ein Auszug aus dem Wirtschaftsatlas der ©IHK Würzburg-Schweinfurt

Für das Jahr 2019 prognostiziert die Michael Bauer Research GmbH eine Kaufkraft in Mainfranken von 22,2 Mrd. Euro. Gegenüber 2015 (Fünfjahresvergleich) stieg der Betrag um rund 12,5 Prozent. Am höchsten ist die Kaufkraft in der Region Würzburg mit über 7 Mrd. Euro. Hiervon entfallen ca. 3,2 Mrd. Euro auf die Stadt Würzburg und ca. 4 Mrd. Euro auf den Landkreis. Kaufkraftstark erweisen sich daneben die Region Schweinfurt mit insgesamt 3,9 Mrd. Euro (davon 1,2 Mrd. Euro in der Stadt und 2,7 Mrd. Euro im Landkreis Schweinfurt) sowie der Landkreis Main-Spessart (3,0 Mrd. Euro). Gegenüber 2015 stieg die Kaufkraft auf Kreisebene zwischen 10,7 Prozent (Lkr. Main-Spessart) und 14,7 Prozent (Stadt Schweinfurt).

Zwar verbesserte sich im Fünfjahresvergleich auch auf der Gemeindeebene die Kaufkraft in nahezu allen mainfränkischen Kommunen,die Entwicklung verlief jedoch von Gemeinde zu Gemeinde sehr differenziert und schwankt im Zuwachs zwischen -1,3% Prozent (Tauberrettersheim, Landkreis Würzburg) und 23,9 Prozent (Gemeinde Geldersheim, Landkreis Schweinfurt).

Einzelhandelsrelevante Kaufkraft

Mit Blick auf die anhaltend hohe Beschäftigungsquote und die positive Lohnentwicklung wird auch in 2019 der Konsum einen wichtigen Anker der konjunkturellen Entwicklung darstellen. Insgesamt wird ein einzelhandelsrelevantes Kaufkraftpotenzial von rund 6,6 Mrd. Euro für Mainfranken erwartet. Somit sind 29,8 Prozent der Kaufkraft für Konsumausgaben im Einzelhandel verfügbar (Durchschnitt Deutschland: 29,5 Prozent). Die höchsten Kennwerte werden in den Regionen Würzburg und Schweinfurt erzielt. Mit 2,1 Mrd. Euro (davon 928 Mio. Euro in der Universitätsstadt Würzburg) liegt die Region Würzburg dabei deutlich über dem Raum Schweinfurt (rund 1,2 Mrd. Euro, davon 366 Mio. Euro in der Stadt Schweinfurt). Daneben steht auch im Landkreis Main-Spessart mit 893 Mio. Euro eine vergleichbar hohe Summe zur Verfügung. Geringere potenzielle Einnahmen für den Einzelhandel werden in den Flächenlandkreisen Bad Kissingen (704 Mio. Euro), Kitzingen (633 Mio. Euro), Haßberge (567 Mio. Euro) und Rhön-Grabfeld (536 Mio. Euro) erwartet.

Je Einwohner beträgt die einzelhandelsrelevante Kaufkraft mainfrankenweit 7.001  Euro. Über dem deutschen Mittelwert (7.086 Euro pro Kopf) liegen die kreisfreie Stadt Würzburg (7.293 Euro pro Kopf) sowie die beiden Landkreise Main-Spessart (7.046 Euro pro Kopf) und Würzburg (7.250 Euro pro Kopf). 67 der 243 mainfränkischen Kommunen (rund 28 Prozent) verzeichnen eine einzelhandelsrelevante Kaufkraft pro Kopf, die den deutschen Durchschnitt übersteigt. Allgemein nehmen lokale Besonderheiten (u.a. Demografie, Sozialstruktur, Erwerbsbeteiligung, Lohnniveau und Vermögensbeteiligung, Lebenshaltungskosten) Einfluss auf die Kennwerte. Den ersten Platz im kommunalen Vergleich belegt die Marktgemeinde Markt Einersheim mit 9.770 Euro je Bürger, gefolgt von den Städten Iphofen (8.291 Euro) und Margetshöchheim (8.104 Euro).

Würzburger Einzelhandel erweist sich als umsatzstark

Deutschlandweit wird in 2019 ein Gesamteinzelhandelsumsatz von 514 Mrd. Euro prognostiziert. Im Durchschnitt gibt jeder Bürger damit 6.202 Euro im Einzelhandel aus, wobei im Ländervergleich die Umsätze zwischen 4.974 Euro pro Person in Brandenburg und 7.644 Euro pro Person im Stadtstaat Hamburg schwanken. Bayern liegt mit 6.669 Euro pro Person im Vergleich der Bundesländer auf dem vierten Rang. Für Mainfranken wird im Jahr 2019 ein Einzelhandelsumsatz am „point of sale“ von 5,9 Mrd. Euro erwartet. Damit werden durchschnittlich 6.246 Euro pro Einwohner im regionalen Einzelhandel ausgegeben. Das Regionalzentrum Würzburg setzt sich hierbei mit 1,5 Mrd. Euro deutlich ab, erheblich weniger Einzelhandelsumsatz wird in den Städten Schweinfurt (688 Mio. Euro) und dem Landkreis Main-Spessart (680 Mio. Euro) generiert. Landkreise mit einer geringen Bevölkerung stehen am unteren Ende der Skala. Deutlich erkennbar sind starke Verflechtungen jeweils zwischen Stadt und Landkreis Würzburg bzw. Schweinfurt, die den Einzelhandelsumsatz in den Kragenlandkreisen drücken (589 Mio. Euro im Landkreis Würzburg respektive 461 Mio. Euro im Landkreis Schweinfurt). Der erwartete Einzelhandelsumsatz je Einwohner liegt in Schweinfurt bei 12.844 Euro pro Kopf und in Würzburg bei 12.063 Euro pro Kopf und damit sogar über dem deutschen und bayerischen Durchschnitt (s.o.). Deutlich zeigt sich, dass die Bevölkerung der Umlandgemeinden von Würzburg und Schweinfurt intensiv den Einzelhandel der beiden kreisfreien Städte nutzt.

Städte erfüllen wichtige Versorgungsfunktion für ihr Umland

Die Zentralitätskennziffer gibt das Verhältnis des am Ort getätigten Umsatzes zu der lokal vorhandenen Nachfrage wieder und steht somit für die Kaufkraftbindung einer Gebietskörperschaft. Ist ihr Wert größer als 100 zeigt dies insgesamt Nachfragezuflüsse aus dem Umland an. Je größer der Einzelhandelszentralitätswert ist, desto stärker ist die Sogkraft, die von der Gemeinde ausgeht. Ein Wert unter 100 zeigt an, dass höhere Nachfrageabflüsse an das Umland bestehen. Mit Hilfe der Zentralität kann so die Einzelhandelsattraktivität von Handelsstandorten verglichen werden.

In Mainfranken wird bei Betrachtung der Kreisebene die gehobene Versorgungsfunktion der beiden kreisfreien Städte Würzburg und Schweinfurt deutlich: ihr Zentralitätswert belegt einen starken Kaufkraftzufluss. Auch der Landkreis Rhön-Grabfeld bindet mit 104,4 Punkten überregional Kaufkraft. Bei den übrigen Landkreisen des IHK-Bezirkes ist dagegen eine Zentralität von teilweise deutlich unter 100 Punkten zu konstatieren. In der Gesamtregion Mainfranken liegt ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Einzelhandelsumsatz und der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft vor (101,9 Punkte).

Von den 13 mainfränkischen Kommunen mit über 10.000 Einwohnern weisen bis auf Karlstadt (93,3) alle einen Wert oberhalb des deutschen bzw. des bayerischen (101,1) Durchschnitts auf. Im Wesentlichen wird damit allen mainfränkischen Zentren eine wichtige Versorgungsfunktion für ihr Umland attestiert. Die höchste Einzelhandelszentralität erreicht Haßfurt mit 251,9 Punkten, gefolgt von Bad Neustadt a. d. Saale (244,6) und der Stadt Schweinfurt (214,8).

Informationen zur Studie

Datenquelle: Michael Bauer Research GmbH 2019 basierend auf Statistisches Bundesamt

Die IHK-Studie dient Unternehmern, Investoren sowie Politikern als Informationsmöglichkeit zu standortbezogenen einzelhandelsrelevanten Kennzahlen wie Kaufkraft, Umsatz und die Einzelhandelszentralität. Sie konzentriert sich auf die Ebene der mainfränkischen Landkreise. Sicher sind die Kennwerte sehr hilfreich, sollten jedoch nicht als alleinige Argumentationsbasis für Standortentscheidungen dienen. Die IHK Würzburg-Schweinfurt berät Interessierte bei individuellen Fragestellungen und gibt Auskunft zu gemeinde- und sortimentspezifischen Daten.

Ansprechpartner

Dr. Christian Seynstahl

Diplom-Geograph

Referent Regionalentwicklung

Würzburg

Telefon: 0931 4194-314

E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de

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