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Handel in Mainfranken

Kennzahlen für den Einzelhandel im IHK-Bezirk

Die Mainfranken  verfügen 2017 über eine allgemeine Kaufkraft fast 21 Milliarden Euro. Vom verfügbaren Nettoeinkommen werden die Menschen in der Region voraussichtlich über sechs Milliarden Euro für Produkte im Einzelhandel ausgeben. Das sind Ergebnisse der Studie „Kaufkraft, Umsatz und Zentralität – Kennzahlen für den Einzelhandel in Mainfranken 2017“ der IHK Würzburg-Schweinfurt auf Basis von Berechnungen der Michael Bauer Research GmbH.

Regional bestehen in den Landkreisen große Unterschiede: Die Region Würzburg erreicht mit insgesamt 6,6 Milliarden Euro die höchste allgemeine Kaufkraft in Mainfranken. Hiervon entfallen 2,9 Milliarden Euro auf die Stadt und 3,7 Milliarden Euro auf den Landkreis Würzburg. Daneben erweisen sich aber auch die Region Schweinfurt mit 3,6 Milliarden Euro (davon 1,1 Milliarden Euro in der Stadt und 2,5 Milliarden Euro im Landkreis Schweinfurt) sowie der Landkreis Main-Spessart (2,8 Milliarden Euro) als kaufkraftstark. „Insgesamt liegt die Kaufkraft in Mainfranken in 2017 rund 9,9 Prozent höher als noch fünf Jahre zuvor im Jahr 2013.“, erklärt Dr. Christian Seynstahl, Referent für Regionalentwicklung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

Einzelhandelsrelevante Kaufkraft

„Natürlich steht nicht jeder Euro für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Das einzelhandelsrelevante Kaufkraftpotenzial liegt 2017 in der Region bei rund 6,1 Milliarden Euro, beträgt also knapp 30 Prozent.“, so Dr. Seynstahl weiter. Die höchsten Werte erzielen das Oberzentrum Würzburg (rund 854 Millionen Euro) bzw. der Landkreis Würzburg (rund 1,1 Milliarden Euro). Größere Unterschiede zeigen sich auch bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft pro Kopf. Sie schwankt auf der Kreisebene zwischen 6.779 Euro in der Stadt Würzburg und 6.239 Euro im Landkreis Haßberge. Mit 23 Prozent liegt beinahe jede vierte Gemeinde im IHK-Bezirk über dem Bundesdurchschnitt (6.582 Euro pro Kopf). Die regionalen Unterschiede sind unter anderem der demografischen Situation und Sozialstruktur der Bevölkerung, der Erwerbsbeteiligung, dem Lohnniveau und der damit verbundenen Vermögensbeteiligung geschuldet. Auch andere Einflussfaktoren wie etwa Mietpreise spielen eine wichtige Rolle. 

Würzburger Einzelhandel erweist sich als umsatzstark

Für die Region Mainfranken berechnet die Michael Bauer Research GmbH 2017 einen Einzelhandelsumsatz am „point of sale“ (POS) von 5,4 Milliarden Euro. Durchschnittlich werden Ausgaben von 5.752 Euro pro Einwohner im mainfränkischen Einzelhandel erwartet. Der höchste Gesamtumsatz wird für die Stadt Würzburg mit über 1,39 Milliarden Euro prognostiziert. Die Stadt Schweinfurt kann mit rund 657 Millionen Euro rechnen.

Städte erfüllen wichtige Versorgungsfunktion für ihr Umland

Ein wichtiger Indikator für attraktive Einkaufsorte ist die sogenannte Zentralitätskennziffer. Ein Indexwert von über 100 zeigt einen Zufluss der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft aus anderen Gebieten. Im IHK-Bezirk belegt der Kennwert, dass Ober- und Mittelzentren eine wichtige Versorgungsfunktion einnehmen und mehr einzelhandelsrelevante Kaufkraft binden als sie verlieren.

Bis auf Karlstadt erreichen alle mainfränkischen Orte mit über 10.000 Einwohnern eine Einzelhandelszentralität von über 100 Punkten. Insbesondere der großflächige Einzelhandel in Stadtgebieten erzeugt eine Sogwirkung, die für einen hohen Umsatz und somit für einen hohen Einzelhandelszentralitätswert sorgt. „Gerade am Zentralitätswert zeigt sich deutlich, wie abhängig die mainfränkischen Oberzentren Würzburg und Schweinfurt von ihrem Umland sind. Dies sollte bei Vorhaben der Stadtentwicklung berücksichtigt werden.

Die Erreichbarkeit innerstädtischer Handelslagen beeinflusst die Zukunftsfähigkeit der beiden Städte. Wir benötigen daher nachfrageorientierte Mobilitäts- und Parkraumkonzepte, um den stationären Einzelhandel nicht weiter zu schwächen.“ Insgesamt bestehe für Mainfranken mit einem Zentralitätswert von 99,8 Punkten jedoch ein recht ausgeglichenes Verhältnis zwischen Kaufkraftzu- und -abflüssen.  

Informationen zur Studie

Datenquelle: Michael Bauer Research GmbH 2017 basierend auf Statistisches Bundesamt

Die IHK-Studie dient Unternehmern, Investoren sowie Politikern als Informationsmöglichkeit zu standortbezogenen einzelhandelsrelevanten Kennzahlen wie Kaufkraft, Umsatz und die Einzelhandelszentralität. Sie konzentriert sich neben den beiden Oberzentren auf die sieben mainfränkischen Landkreise. „Sicher sind die Kennwerte sehr hilfreich, sollten jedoch nicht als alleinige Argumentationsbasis für Standortentscheidungen dienen.“ Die IHK Würzburg-Schweinfurt berät Interessierte bei individuellen Fragestellungen und gibt Auskunft zu gemeinde- und sortimentspezifischen Daten.

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Ansprechpartner

Dr. Christian Seynstahl

Diplom-Geograph

Referent Regionalentwicklung

Würzburg

Telefon: 0931 4194-314

E-Mail: christian.seynstahl@ wuerzburg.ihk.de

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