13.01.2021 - 08:46 Uhr

International

Ungarn: EKAER-System

Seit dem 1. Januar 2021 gibt es eine wesentliche Änderung im EKAER-System.

Neu ist, dass die Meldepflicht nicht mehr alle Warenlieferungen betrifft, sondern nur noch innergemeinschaftliche und innerhalb Ungarns stattfindende Warenlieferungen von riskanten Gütern, falls ihr Wert 1 Mio. Ungarische Forint oder ihr Gewicht 500 kg übersteigt. Riskante Güter sind Gütergruppen, für die ein erhöhtes Risiko von Steuerbetrug besteht. Zu diesen Gütern gehören vor allem:

  • Lebensmittel
  • Futtermittel
  • Baustoffe, chemische Stoffe und best. Mineralien
  • Düngemittel, Pestizide
  • Naturholz und Brennholz
  • Bekleidung und Schuhe

Eine vollständige Liste der riskanten Güter enthält die entsprechende Regierungsverordnung.

Die EKAER-Pflicht betrifft auch Transporte mit nicht straßengebührenpflichtigen Fahrzeugen.

Die EKAER-Nummer wird online im Portal zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung beantragt und ist 15 Tage gültig.  Ein separater Zugang zur Anforderung einer EKAER-Nummer muss einmalig eingerichtet werden.

Die EKAER-Nummer kann auf dem Lieferschein angegeben werden, genaue Vorgaben gibt es nicht. Dem Fahrer kann die EKAER-Nummer auch mündlich mitgeteilt werden.

Die EKAER-Nummer ist jeweils sendungsbezogen, das heißt sie umfasst alle Waren, die mit einem Fahrzeug an einen Adressaten geliefert werden. Es müssen zahlreiche Angaben zur transportierten Ware gemacht werden, darunter Zolltarifnummer (vierstellig), Gewicht, Artikelnummer, Preis in Forint, Fahrzeugkennzeichen.

Auch weiterhin gilt, dass Militärfahrzeuge und Fahrzeuge, die internationale Hilfsgüter transportieren, keine EKAER-Nummer benötigen. Auch zum Postversand aufgegebene Produkte in Paketen mit bis zu 40 kg Gesamtgewicht benötigen keine EKAER-Nummer. Nicht in den EKAER-Geltungsbereich gehören Bier, Wein, Sekt, Tabakprodukte, getrockneter Tabak, Mineralölprodukte, Biodiesel, E85.

Weitere Informationen sind auf der EKAER-Webseite nachzulesen.

Eine Zusammenstellung aktueller Informationen mit Merkblättern und FAQs finden sich auch auf der Webseite der AHK-Ungarn.