31.05.2019 - 07:56 Uhr

International

Türkei: Exporteurs-Erklärung

Exporteurs-Erklärung als Nachweis des Ursprungs „EU“ bzw. „TR“ bei A.TR-Lieferungen nicht länger zulässig.

Das türkische Staatssekretariat für Außenhandel hat am 24. Mai 2019 die sofortige Aufhebung der Verordnung 2017/4 (Verordnung Zusatzzoll) und die Aufhebung der Verordnung 2017/10926 (Verordnung Ausgleichssteuern) bekannt gegeben.

Mit der Aufhebung der VO 2017/4 ist die „Exporteurs-Erklärung“ als Nachweis des Warenursprungs „EU“ bzw. „TR“ zusätzlich zur A.TR nicht länger möglich.

Gleichzeitig wurde am 24.05.2019 die Änderung des Artikel 38 der Zollausführungsverordnung bekanntgegeben.

Danach gilt zum einen, dass bei der Einfuhr von Waren, für die zusätzliche Zölle oder Ausgleichssteuern gelten, bei Vorlage eines Ursprungszeugnisses auf die tatsächliche Erhebung zusätzlicher Zölle und Steuern ggfs. verzichtet wird. 

Zum anderen wurde ein Absatz „Art. 205“ hinzugefügt, in dem es unter Punkt (4) ç) heißt, dass für Waren, welche mit einer A.TR eingeführt werden, kein Ursprungszeugnis mehr vorgelegt werden muss. Allerdings behält sich das Ministerium vor, bei Risikokriterien dennoch ein Ursprungszeugnis anzufordern.

Obwohl laut Art. 205 (4) ç) ein Ursprungszeugnis nur vorbehaltlich etwaiger Risikokriterien angefordert werden soll, scheint die türkische Zollverwaltung in der Praxis hiervon umfangreich Gebrauch zu machen. Aufgrund zahlreicher Hinweise verschiedener IHKs, scheinen Ursprungszeugnisse pauschal bei sämtlichen Waren, die von Zusatzzöllen oder Ausgleichssteuern betroffen sind, vom türkischen Zoll angefordert zu werden.

Um Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden rät die IHK Würzburg-Schweinfurt in der gegenwärtigen Situation dazu, vorsichtshalber die Exportsendungen in die Türkei von einem Ursprungszeugnis begleiten zu lassen.

 

 

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