10.12.2018 - 11:05 Uhr

International

Neue Geschäftsmöglichkeiten in Belarus

Karte von Oblast Brest mit FWZ-Teilgebieten

FWZ-Territoriums beim Flughafen

Praxisorientierte Inhalte im Vordergrund - die beiden IHKs Heilbronn-Franken und Würzburg-Schweinfurt informieren in einer Kooperationsveranstaltung „Unbekanntes Belarus - Knotenpunkt zwischen Europa, Russland und Asien - neue Geschäftsmöglichkeiten“ am 19.02.2019 von 09:00 bis ca. 13:00 Uhr über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Geschäftschancen und Herausforderungen in Belarus. Ein Schweinwerfer wird zudem auf die Freie Wirtschaftszone Brest gerichtet, deren Vertreter persönlich mit dabei sein werden.

Chancenreiche Brücke zwischen Ost und West
Belarus - oftmals noch unbekannt ist Knotenpunkt zwischen Europa, Russland und Asien. Der GUS-Staat Belarus ist Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgistan, Russland). Als Wirtschaftsstandort hat Belarus einige Trümpfe in der Hand. Diese sind beispielsweise die Nähe zur EU, die breit angelegte und relativ leistungsfähige Industrie, die gut entwickelte Infrastruktur und die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte. Auch die Nähe zum russischen Markt bietet aus unterschiedlichen Gründen Potenziale. Belarus bemüht sich um eine Öffnung gegenüber der EU und ist bestrebt neue Märkte für sich zu erschließen. Damit einher geht eine wirtschaftliche Diversifizierung und ein verstärkter Fokus auf höherwertige Produktion. Die Branchen IT, Maschinenbau, Lebensmittel, Elektrotechnik, Logistik, Chemie und nach wie vor Holz erscheinen als besonders interessant.

Eckdaten zu Belarus:

Einwohner: ca. 9,5 Millionen

Wichtigste Handelspartner: Russland, Ukraine, China, Deutschland, Großbritannien

Wichtigste Länder aus denen importiert wird: Russland, China, Deutschland, Polen, Ukraine

Wichtigste Länder in die exportiert wird: Russland, China, Ukraine, Großbritannien, Deutschland, Niederlande

Exportquote: 60 %

Perspektive für Produktion im Ausland
In Belarus gibt es insgesamt sechs verschiedene Wirtschaftszonen. Die Freie Wirtschaftszone Brest unterscheidet sich beispielsweise von den anderen des Landes durch ihre Nähe zur polnischen Grenze und der damit strategisch günstigen Lage. Die Wirtschaftszone (80 Unternehmen aus 18 Ländern ) fokussiert sich auf die Produktion von Lebensmitteln, Möbeln, Baumaterialien, Elektrotechnik und Textilien. Aus der Wirtschaftszone heraus werden Waren in über 60 Länder geliefert, was 1/3 des Gesamtexports von der ganzen Region Brest beträgt. Die Wirtschaftszone zeichnet sich durch ihre technische Ausprägung, der Gewährung von Steuerpräferenzen, Zollbegünstigungen und Zusatzpräferenzen aus. Unterschiedliche Strom-, Wasser-  und Gasanschlüsse begünstigen die Produktion. Einzelne Produktionsflächen sind vakant. Es fallen dort keine Grundstückssteuern und Immobiliensteuern an. Auch sind dort tätige Unternehmen von der Miete für Grundstücke (nicht Gebäude) befreit. Internationaler Flughafen auf dem Territorium der Zone  Brest, hervorragend ausgebaute Fernstraßen- und Gleisnetze und die Lage im Zentrum der großen europäischen Märkte schaffen optimale Voraussetzungen für Produktion, Beschaffung und Absatz. In Bezug auf die Formate Breit- und Schmalspur sind unterschiedliche Verlademöglichkeiten möglich.

Knotenpunkt auf der „Neuen Seidenstraße"
Die Verkehrsanbindung in und aus der Wirtschaftszone ist sehr gut. In diesem Zusammenhang müssen die Chancen, die sich durch das Jahrhundertprojekt „Neue Seidenstraße“ ergeben, genannt werden. Belarus ist eines der Knotenpunkte im Schienenverkehr der „Neuen Seidenstraße“. Unter bestimmten Bedingungen könnte das Projekt langfristig durchaus zum Wegbereiter engerer wirtschaftlicher Beziehungen zwischen der EAWU und der EU werden.   Das Jahrhundertprojekt bezieht über 60 Staaten mit 63 Prozent der Weltbevölkerung und 29 Prozent des Welthandels ein. Unter dem Motto „One Belt, One Road“ entwickelt China zwischen Asien, Europa und Afrika neue unterschiedliche Verkehrswege. Damit rücken ganze Wirtschaftsräume verschiedener Kontinente näher zusammen. Das wird immer mehr ein entscheidender Vorteil für Belarus. Denn  oft werden die Güter über China via Brest nach Polen in die EU transportiert. Hierbei könnte Brest eine Schnittstellenfunktion einnehmen.

Anmeldungen auf unserer Homepage.

 

Text: Kurt Treumann