06.05.2019 - 09:39 Uhr

International

China: Die neue Seidenstraße - Megatrends im Welthandel (ifo-Studie)

Der auf Betreiben Chinas forcierte Ausbau der Infrastruktur zwischen Europa und Asien verändert die wirtschaftliche Lage der betroffenen Länder.

Die neue Seidenstraße, auch Belt and Road Initiative (BRI) genannt, schafft neue Chancen für die bayerische Wirtschaft, so die aktuelle ifo-Studie zur neuen Seidenstraße im Auftrag der bayerischen IHKs.

 

Chancen für Bayern

Für Bayern und Europa spielen hierbei die neuen Korridore durch die eurasischen Länder zwischen China und der EU eine besondere Rolle. Denn derzeit stellt die mangelhafte Straßen- und Schieneninfrastruktur bei gleichzeitigem Fehlen eines Meerzugangs ein Haupthindernis im Handel mit diesen Ländern dar.

Allein die verbesserte Schieneninfrastruktur kann durch die Reduktion der Transportkosten neue Wachstumspotentiale generieren. Laut der Studie kann diese zu einer Zunahme des Handels zwischen Bayern und China um 8 Prozent (Exporte um +2,2 Mrd. Euro) und mit den Fokusländern der Studie entlang der Seidenstraße um 3 Prozent (Exporte +53 Mio. Euro) führen.

Für bayerische Exporte bestehen besondere Wachstumspotentiale in Ländern wie der Ukraine, Weißrussland und Kasachstan. Für pharmazeutische Produkte sind auch die Mongolei und Usbekistan von Interesse. Als Beschaffungsmärkte haben neben Kasachstan, Aserbaidschan und der Ukraine auch Armenien, sowie Usbekistan und Kirgisistan Potential.

 

Europa darf nicht abgehängt werden

Nur wenn die Politik die erforderliche Transportinfrastruktur schafft, kann die physische Anbindung an die Korridore der Seidenstraße gelingen. Ansonsten verliert Bayern und Europa den Anschluss an die dortigen Entwicklungen. Gleichzeitig muss eine Diskriminierung bei der Nutzung der Infrastruktur durch China oder die Transitländer zu Lasten der europäischen Unternehmen ausgeschlossen werden.

 

Unmittelbare Teilnahme an Projekten für bayerische Unternehmen schwierig

Wie das am Samstag zu Ende gegangene Belt and Road Forum in Peking erneut gezeigt hat - die Initiative ist nicht unumstritten. Insbesondere die unmittelbare Beteiligung an den BRI-Projekten ist für ausländische Unternehmen schwer. Dies zeigt zuletzt eine Studie des Thinktanks Mercator Institute for China Studies (Merics). Von 2000 untersuchten Projekten gingen 9 von 10 an chinesische Generalunternehmen. Mehr Transparenz und die Einhaltung internationaler Standards z. B. bei den Ausschreibungen sind Punkte, die daher Wirtschaftsminister Altmaier als Vertreter der Bundesrepublik auf dem Forum gegenüber Peking erneut eingefordert hat.

 

ifo-Studie: Megatrends im Welthandel (PDF)

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