27.03.2019 - 08:38 Uhr

International

Brexit: "Wir müssen jetzt alle die Nerven behalten"

Die Wirtschaft braucht endlich klare Entscheidungen aus Westminster.

Auch wenn nun spät noch Alternativen zum Brexit-Weg der britischen Premierministerin Theresa May ins Spiel kommen könnten, rät Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Unternehmen, sich weiter auf einen EU-Austritt des Vereinigten Königreiches ohne Vertrag vorzubereiten.

"Wir müssen jetzt die Nerven behalten", kommentierte Schweitzer die aktuellen Entwicklungen. "Das sage ich im Interesse der deutschen Wirtschaft."

"Möglicherweise kommen jetzt in allerletzter Minute auch noch mal Alternativen zum Brexit-Weg der britischen Premierministerin auf den Tisch", erläuterte der DIHK-Präsident. Eine Zollunion würde die Möglichkeit eröffnen, die Erhebung von Grenzabgaben zu vermeiden und die Zollbürokratie für Unternehmen einigermaßen im Rahmen zu halten. Auch die regulatorische Zusammenarbeit könne damit besser gewährleistet werden. "So oder so braucht die deutsche Wirtschaft aber endlich klare Entscheidungen aus Westminster."

In dieser Phase gebe es leider für niemanden Planungssicherheit, warnte Schweitzer. Das gelte für laufende Geschäfte, aber erst recht für Investitionen. "Mittlerweile verlagert nach der jüngsten DIHK-Umfrage zu internationalen Aktivitäten deutscher Firmen bereits jedes achte Unternehmen Investitionen von Großbritannien in andere EU-Staaten." Die Exporte aus dem Vereinigten Königreich gingen außerdem zurück.

Die EU habe die Verschiebung des Brexit an eine Zustimmung der Briten zum Abkommen über einen geregelten Ausstieg geknüpft, erinnerte er. Nun seien endlich belastbare Entscheidungen notwendig. "Uns rennt die Zeit davon."

Den deutschen Unternehmen sei in dieser Phase zu raten, noch einmal einen Gang hochzuschalten und sich weiter auf einen harten Brexit vorzubereiten. "Das tun auch viele. Die Brexit-Checkliste des DIHK verzeichnet mittlerweile allein auf seiner Seite fast 40.000 Abrufe."

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