27.11.2020 - 07:38 Uhr

International

Asien: RCEP-Handelsabkommen

DIHK Informationsseite zum RCEP-Handelsabkommen

Am 15.11.2020 wurde das Handelsabkommen RCEP auf dem 37. ASEAN-Gipfel unterzeichnet. 

Der DIHK hat eine Informationsseite erstellt, die Zahlen und Fakten zu den Handelsbeziehungen der deutschen Wirtschaft mit den RCEP-Mitgliedern darstellt.

Hier finden Sie die Informationsseite.

Das Abkommen zwischen China, Japan, ASEAN, Australien, Neuseeland und Südkorea soll nach der Ratifizierung Zölle im Handel abschaffen. Es tritt 60 Tage, nachdem sechs der zehn ASEAN-Staaten und drei der fünf Dialogpartner das Abkommen auf nationaler Ebene ratifiziert haben, in Kraft. Mit der Nutzbarkeit durch Unternehmen wird nicht vor 2022 gerechnet. Die Handelsverhandlungen liefen bereits seit 2012; 2019 stieg Indien aus den Verhandlungen aus.

Weitere Informationen:

 - RCEP umfasst 30% des Welt-BIPs, 28% des globalen Handels und eine Bevölkerung von über 2,2 Milliarden. Geplant ist ein Zollabbau von ca. 92%.

 - RCEP konsolidiert ein umfangreiches Netzwerk an bestehenden bilateralen Abkommen im Asien-Pazifik-Raum. Ohne Indien ist das Potential für größere Marktöffnungen damit beschränkt. Die Harmonisierung von Ursprungsregeln kann auch für deutsche Unternehmen positive wirtschaftliche Auswirkungen haben.

 -Die EU vereinbart in ihren Handelsabkommen im Vergleich zu RCEP tiefergehende Standardregelungen insbesondere bezüglich Wettbewerb und öffentliche Beschaffung sowie Marktöffnung. RCEP enthält keine Nachhaltigkeitsregelungen etwa in den Bereichen Umwelt, Klima oder Sozialstandards.

 -Bilaterale EU-Abkommen bestehen mit Japan, Südkorea, Vietnam und Singapur. Mehrere RCEP-Länder erhalten unilateralen Zollpräferenzen der EU für Entwicklungsländer.

 -Mit einige Ländern in der Region könnten bilateralen Verhandlungen der EU 2021 abgeschlossen werden: China (Investitionsschutz), Indonesien, Australien, Neuseeland. 

 -Weitere gestartete EU-Verhandlungen mit: Thailand, Philippinen, Malaysia und Myanmar. Seitens der EU wird längerfristig ein einheitliches EU-ASEAN Abkommen sowie die Modernisierung des EU-Südkorea Abkommens angestrebt.