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Informationsveranstaltung zur EU-Mehrwertsteuerreform

Bis zum Jahr 2022 soll also die Besteuerung von innergemeinschaftlichen Lieferungen umgestellt werden.

In unserer Informationsveranstaltung am 6. November 2019 geht es um folgende Fragen.

Welche Anforderungen sind langfristig geplant?

Ab wann treten die Änderungen ein?

Was  wird sich bereits ab 1. Januar 2020 ändern?

Was bedeutet das für Unternehmen?

Reform der Mehrwertsteuer in der EU

Die EU-Kommission hat am 4.10.2017 diverse Richtlinien- bzw. Verordnungsvorschläge veröffentlicht. U. a. ist geplant, bis zum Jahr 2022 die Besteuerung von innergemeinschaftlichen Lieferungen umzustellen.

Über den aktuellen Stand der Planungen informieren wir Sie auf diesem Informationsportal.

Derzeit wird keine Mehrwertsteuer auf Verkäufe zwischen Unternehmen erhoben, die in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten ansässig sind.

Der vorgelegte Vorschlag umfasst ein künftiges Mehrwertsteuersystem, bei dem die Mehrwertsteuer auf grenzüberschreitende Verkäufe in einen anderen EU-Mitgliedstaat erhoben wird, und zwar in Höhe des im Bestimmungsland geltenden Satzes.

Bei grenzüberschreitenden Verkäufen würde die Mehrwertsteuer von der Steuerbehörde des Ursprungslands eingezogen und an das Land überwiesen, in dem die Gegenstände oder Dienstleistungen letztendlich verbraucht werden. Um den Steuerbehörden und den Unternehmen einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, konzentriert sich die erste Stufe des endgültigen Mehrwertsteuersystems ausschließlich auf Warenumsätze. Erste Maßnahmen sollen bereits zum 01.01.2020 in Kraft treten.

Bis zum Jahr 2022 soll also die Besteuerung von innergemeinschaftlichen Lieferungen umgestellt werden, und wie Inlandslieferungen (im Bestimmungsland) behandelt werden, d. h.

  • die Lieferung ist steuerpflichtig (im Bestimmungsland);
  • es gilt der Steuersatz im Bestimmungsland;
  • Steuerschuldner ist grundsätzlich der liefernde Unternehmer.

Die Abführung der Mehrwertsteuer soll für innerhalb der EU tätige Unternehmen durch ein Webportal („einzige Anlaufstelle“) in ihrem Heimatland erheblich vereinfacht werden. Andernfalls müssten sich Unternehmer in jedem Land, in dem sie tätig sind, für Mehrwertsteuerzwecke registrieren lassen, Steuererklärungen einreichen und die entsprechenden Zahlungen tätigen. Das Online-Portal würde überdies ermöglichen, dass die Mehrwertsteuer von dem Land erhoben wird, in dem der Verkauf getätigt wird, und an das Land überwiesen wird, in dem die Gegenstände verbraucht werden.

Um einen schrittweisen Übergang zu gewährleisten, könnten vorschriftsmäßig handelnde Unternehmen („zertifizierte Steuerpflichtige“), die von den zuständigen Steuerverwaltungen entsprechend zertifiziert wurden, weiter mehrwertsteuerfrei Gegenstände in einem anderen Mitgliedstaat erwerben und die Mehrwertsteuer in ihrem eigenen Land abführen.

Hierzu siehe auch das Positionspapier des IHK-Finanz- und Steuerausschusses.

Nach Einschätzung der IHK kommt mit der Reform auf die Unternehmen nicht nur im Außenwirtschaftlichen Bereich ein erheblicher Umstellungsbedarf zu. Auch die IT und die Buchhaltung müssen angepasst werden und Unternehmen wird geraten sich im Laufe des Jahres 2019 mit dem Fortgang der Entscheidungen in diesem Bereich zu beschäftigen.   

Quick fixes verabschiedet

Ab 1. Januar 2020 sollen nunmehr die sogenannten „Quick Fixes zur Mehrwertsteuer in Kraft treten. Es ist dabei der gesamte innergemeinschaftliche Warenverkehr von den umsatzsteuerlichen Neuregelungen betroffen. Mit diesen „Quick Fixes“ ergeben sich schon ab 2020 erhebliche Änderungen für die Unternehmer.

Was soll sich bereits ab dem 1. Januar 2020 ändern?

1. EU-einheitliche Vereinfachungsregelung für Konsignationslager (call-off stocks)

2. Einheitliche Regelung für die Zuordnung der bewegten Lieferung im Reihengeschäft

3. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer als materiell-rechtliche Voraussetzung für die   

    Steuerbefreiung 

4. Neue Kriterien für den Nachweis bei der innergemeinschaftlichen Lieferung

5. Änderungen hinsichtlich digitaler Leistungen    

 

Stand: 09.07.2019

Aktuelle News zur Reform

In den nachfolgenden Links finden Sie weiterführende Informationen und den aktuellen Stand der Reform.

 

Webseite der Europäischen Kommission

Fachartikel von Rödl& Partner

Informationen zur geplanten MwSt-Reform bezüglich KMU finden Sie hier und in dem Richtlinienvorschlag.

Im Bericht aus Brüssel vom März 2018  finden Sie eine Stellungnahme des  DIHK zur Mehrwertsteuerreform.

 

 

 

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