17.09.2019 - 08:58 Uhr

Umfrageergebnisse

IHK-Energiewende-Barometer 2019 veröffentlicht

Unter dem Titel "Strompreise drücken auf die Stimmung" wurde gestern das IHK-Energiewende-Barometer veröffentlicht.

Klimaschutz ist für die Unternehmen in Deutschland ein wichtiges Thema. Gleichzeitig sind viele Betriebe vom Verlauf der Energiewende enttäuscht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der IHK-Organisation, die  der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gestern vorlegt hat.

Die Energiewende-Stimmung in der Wirtschaft ist insgesamt so negativ wie seit 2015 nicht mehr. Vor allem in der Industrie sank der Barometerwert gravierend. Nur 15 Prozent der Industrieunternehmen betrachten die Energiewende noch als positiv für das eigene Geschäft. Vor allem die steigenden Strompreise und das Thema Versorgungssicherheit bereiten den Betrieben wachsende Sorge. Mit der Abschaltung der letzten Atomkraftwerke entfällt in Süddeutschland 2022 gesicherte Leistung in erheblichem Umfang; gleichzeitig verläuft der Netzausbau weiterhin viel zu schleppend.

Die Enttäuschung der Unternehmen macht sich vor allem an Versäumnissen beim Ausbau des Stromnetzes fest.  Deshalb steht der Netzausbau auf der Wunschliste der Wirtschaft ganz oben: 79 Prozent der Betriebe halten dies für eine zentrale Aufgabe. Dahinter folgen: Beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren (70 Prozent), eine Verringerung der Steuer- und Abgabenlast auf Strom (57 Prozent), eine bessere Koordination der Energiewende (57 Prozent) und der weitere, verstärkte  Ausbau erneuerbarer Energien (55 Prozent).

Gleichzeitig hat die deutsche Wirtschaft durchaus großes Interesse an mehr wirksamem Klimaschutz. Im Grundsatz befürworten neun von zehn Unternehmen zusätzliche Maßnahmen, damit Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht. Dies allerdings mit Augenmaß, um der Wirtschaft die nötigen Übergangszeiten für eine Umstellung auf wirtschaftliche Alternativen zu geben.

Aus den Umfragen lässt sich ablesen, dass zwei von fünf Betrieben zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen nur dann befürworten, wenn diese nicht mit neuen finanziellen oder bürokratischen Belastungen verbunden sind. Wo dies aus Klimaschutzgründen unvermeidbar ist, braucht die Wirtschaft an anderer Stelle einen Ausgleich. Schließlich mussten 2019 erstmals über die Hälfte der Betriebe mehr für den Strom bezahlen als im Vorjahr.

Solch ein wirksamer Ausgleich ließe sich nach Einschätzung des DIHK für einen Großteil der Betriebe über die Senkung der EEG-Umlage erzielen.

Sie finden die Pressemeldung des DIHK und das Barometer hier.

An der Online-Erhebung für das "IHK-Energiewende-Barometer 2019" beteiligten sich im Juni fast 2.600 Mitgliedsunternehmen. Dabei bewerteten sie die Folgen der Energiewende für die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf einer Skala von -100 bis +100.

(Quelle: DIHK)