01.06.2017 - 09:42 Uhr

RoHS

6. ElektroStoff-Verodnung in Kraft getreten

Bestehende Ausnahmen für Blei werden bis 30.06.2021 und neu für Cadmium bis 15.07.2023 befristet.

Am 09.05.2017 wurde die „Sechste Verordnung zur Änderung der Elektro- und Elektronikgeräte-Stoff-Verordnung“ (ElektroStoffV) veröffentlicht und trat am 10.05.2017 in Kraft.

Hintergrund:

1. Die ElektroStoffV dient der Umsetzung der Richtlinie 2011/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2011 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (sogenannte RoHS-Richtlinie) sowie weiterer delegierter Richtlinien, die zur Änderung der RoHS-Richtlinie erlassen wurden.

Die ElektroStoffV setzt die RoHS-Richtlinie dabei 1:1 um und umfasst im Wesentlichen die folgenden Vorgaben:

  • In Verkehr gebrachte Elektro- und Elektronikgeräte einschließlich Kabeln und Ersatzteilen dürfen bestimmte gefährliche Stoffe nur bis zu einer maximalen Höchstkonzentration enthalten.
  • Hersteller müssen für die den Anforderungen der Richtlinie entsprechenden Elektro- und Elektronikgeräte eine EU-Konformitätserklärung ausstellen und eine entsprechende CE-Kennzeichnung am Gerät anbringen.
  • Hersteller müssen die dauerhafte Konformität ihrer Geräte sicherstellen.
  • Hersteller müssen bestimmten Dokumentations- und Informationspflichten nachkommen.

Ziel der ElektroStoffV ist es somit, den Schadstoffgehalt in Elektro- und Elektronikgeräten zu reduzieren, um hierdurch einen Beitrag zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt sowie der umweltgerechten Verwertung und Beseitigung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten zu leisten.

2. Durch die delegierte Richtlinie 2016/1028/EU wird die bestehende Ausnahme 26 für Blei auch auf die Verwendung von Loten in elektrischen Verbindungen in Sensoren zur Temperaturmessung in medizinischen Geräten sowie Überwachungs- und Kontrollinstrumenten, die für den regelmäßigen Einsatz bei Temperaturen unter -150 Grad Celsius konzipiert sind, erweitert. Diese Regelung ist zeitlich bis zum 30.06.2021 befristet.

Zudem sieht die delegierte Richtlinie 2016/1029/EU eine neue Ausnahme von der beschränkten Verwendung von Cadmium in sogenannte Hersch-Zellen für Sauerstoffsensoren in industriellen Überwachungs- und Kontrollinstrumenten vor. Diese Regelung ist zeitlich bis zum 15.07.2023 befristet.

Diese delegierten Richtlinien wurden nun durch die Sechste Änderungsverordnung zur ElektroStoffV in Deutschland umgesetzt.

(Quelle: DIHK)