11.01.2021 - 15:41 Uhr

Steuerlicher Erfassungsbogen

Wichtige Änderungen für Existenzgründer ab 1. Januar 2021

© Getty Images/iStockphoto / patpitchaya

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Ausführliche Informationen finden Sie hier auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Steuern.

Existenzgründer müssen dem zuständigen Finanzamt innerhalb eines Monats nach Eröffnung eines gewerblichen Betriebes oder Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit weitere Auskünfte über die für die Besteuerung erheblichen rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse erteilen (§ 138 Absatz 1b Satz 1 und Absatz 4 AO) – Stichwort steuerlicher Erfassungsbogen. Abgefragt werden hier z. B. der voraussichtliche Umsatz und der erwartete Gewinn.

Weiterhin möchte das Finanzamt gern wissen, wie Sie Ihren Gewinn ermitteln und Ihre Umsätze besteuern möchten. Deshalb sollte das Thema "Steuern" bereits vor dem eigentlichen Unternehmensstart auf der Prioritätenliste mit ganz oben stehen. Diese Auskünfte sind seit dem 01.01.2021 in folgenden Fällen nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz über die amtlich bestimmte Schnittstelle zu übermitteln (§ 138 Absatz 1b Satz 2 AO): Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit (Einzelunternehmen); Gründung einer Personengesellschaft/-gemeinschaft; Gründung einer Kapitalgesellschaft bzw. Genossenschaft.

Für die elektronische authentifizierte Übermittlung steht grundsätzlich das Internetportal Mein ELSTER zur Verfügung. Der Registrierungsvorgang kann bis zu zwei Wochen dauern.

Ausführliche Informationen finden Sie hier auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Steuern.

Umsatzsteuer-Voranmeldung

Als Existenzgründer waren Sie bis Ende 2020 in den ersten zwei Jahren zur monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldung verpflichtet. Die IHK-Organisation hat in zahlreichen Stellungnahmen gegenüber dem Gesetzgeber und der Finanzverwaltung seit Jahren diese bürokratische Mehrbelastung angeprangert. Mit dem dritten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG III) wurden Gründer nunmehr nicht mehr verpflichtet die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich ‎abzugeben. Dies ist allerdings befristet auf den ‎Besteuerungszeitraum 2021 bis 2026.

‎Damit wurde immerhin ein Teilerfolg zu Gunsten der Existenzgründer erreicht. Somit ist der Voranmeldezeitraum seit 1. Januar 2021 grundsätzlich das Kalendervierteljahr, es sei denn die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr beträgt mehr als 7.500 Euro. In diesem Fall sind monatliche Anmeldungen abzugeben. Bei einer abzuführenden Umsatzsteuer des Vorjahres von weniger als 1.000 Euro kann das Finanzamt den Unternehmer von der Pflicht zur Voranmeldung und Vorauszahlung befreien.