01.11.2013 - 14:18 Uhr

WiM-Serie (11): Von den Vorteilen eines international aufgestellten Unternehmens profitieren

Internationale Vernetzung als Erfolgsgarant

Dr. Karl Gebert, der in seinem Unternehmen Lösungen für mechatronische Systeme in den Bereichen Wälzlagertechnik, Elektromotoren und Spindeleinheiten erarbeitet und fertigt.

Internationalität ist Trumpf – dieses Motto gilt nicht nur für viele etablierte Mittelständler, die sich dank hervorragender Produkte und Dienstleistungen international erfolgreich positioniert haben. Auch für viele Existenzgründer und junge Unternehmen ist der frühzeitige Schritt ins Ausland sinnvoll. Dr. Karl Gebert hat diesen Schritt bereits in der Gründungsphase gewagt. Mit seinem Auslandsengagement will er aber nicht nur Absatzmärkten erschließen, sondern vielmehr gezielt von den Vorteilen eines international aufgestellten Unternehmens profitieren. In den Niederlanden sowie in Taiwan befinden sich heute firmeneigene Fertigungen, während im Schweinfurter Gründerzentrum GRIBS zentral die Ideenschmiede für die technische Entwicklung angesiedelt ist. Die GTW beschäftigt an allen Standorten mehr als 20 Mitarbeiter.

Obwohl dem promovierten Maschinenbauer die Selbstständigkeit bereits im Elternhaus in die Wiege gelegt wurde, ging Dr. Gebert lange Jahre erfolgreich einem Angestelltenverhältnis nach. Erst Ende 2008 beschloss er im Alter von 47 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit und bereut es nicht: „Die berufliche Unabhängigkeit ist ohne Zweifel arbeitsintensiv und beinhaltet Risiken, aber es lohnt sich. Man gewinnt Freiheit. Zudem kann ich das tun, was mir Spaß macht.“ Seine Erfahrung im Ausland habe ihm gezeigt, dass es gerade in dieser Bereitschaft, neue Wege zu gehen und Fremdes auszuprobieren, Verbesserungspotenzial in Deutschland gebe. Selbst Scheitern sei kein Beinbruch. Dann gelte es vielmehr, eben wieder aufzustehen und erneut anzufangen – auch das werde hierzulande beim Thema Gründung leider nicht immer so gesehen.

Stolz ist der Unternehmer darauf, seinen Betrieb ohne Fremdkapital aufgebaut zu haben, sondern ausschließlich durch Unterstützung von Partnern und wirtschaftlich nachhaltiges Denken. An beiden Auslandsstandorten sind strategische Partner beteiligt, die jedoch nicht nur Kapital, sondern insbesondere Wissen und Kontakte vor Ort mit einbringen. Am Standort in Taiwan sind zudem die Mitarbeiter direkt am Unternehmen beteiligt. „Der Erfolg unseres Modells der Mitarbeiterbeteiligung gibt uns Recht. Die Belegschaft identifiziert sich in hohem Maße mit unserem Betrieb. Eine bessere Motivation und ein stärkeres Engagement lässt sich anders nicht erreichen.“

Dr. Gebert möchte andere Menschen für den Weg in die Selbstständigkeit begeistern. Er sieht aber Hindernisse hierzulande, die im Vergleich zu anderen Staaten einer freien Entfaltung des Unternehmertums im Wege stehen: „Egal ob beim Thema Steuern, beispielsweise die Umsatzsteuervoranmeldung für Existenzgründer, bei Verwaltungs- und Bürokratieerfordernissen in den ersten Jahren der Selbstständigkeit, bei der Investitionsförderung oder in Sachen Außenwirtschaftsrecht, es gibt zahlreiche Ansatzpunkte für Vereinfachungen.“ Schlankere und effizientere Strukturen des Staates sowie eine starke Selbstverwaltung seien sinnvolle Ansätze, um auch mittelfristig die Bereitschaft zur Übernahme unternehmerischer Risiken zu fördern.

 

Steckbrief:

GTW - Dr. Gebert Technologie und Wälzlager GmbH, Karl-Götz-Str. 5, 97424 Schweinfurt
www.gtwgmbh.com

Die Person:          Dr. Karl Gebert

Die Idee:              Entwicklung und Konstruktion mechatronischer Systeme

Das Startkapital:  50.000 Euro

Die größte
Herausforderung: Permanente technische Höchstleistungen, um sich von Wettbewerbern
                             abzugrenzen

Die Pläne:             Wachsen aus eigener Kraft

 

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