15.09.2016 - 09:45 Uhr

Gründer stellen sich vor

Flexibel, ideenreich und mit Durchblick

Text/Foto: Gerd Schaar

Thomas Haseney, der sich vor sechs Jahren mit „ipt GmbH & Co. KG, industrial paper tubes“ selbstständig machte und nun beim „Großen Preis des Mittelstands“ die Jurystufe erreicht hat.

Den beruflichen Durchblick durch die Papierhülse hat Thomas Haseney (44) schon lange. Bereits 2010 gründete er seine Firma, deren Betriebsgebäude zuerst in Burkardroth war. Völlig ins kalte Wasser ist Haseney nicht gesprungen. „Auf meine Berufserfahrung, unternehmerische Kompetenz und meinen Mut konnte ich mich genauso verlassen wie auf den Rückhalt meiner Familie“, sagt er. Seit dem Frühjahr 2015 ist der Betrieb im Schondraer Gewerbegebiet Märzgrund. Haseney: „Ein kleiner Traum ist in Erfüllung gegangen, denn anstelle einer altbekannten Wiese ist jetzt mein wachsender Betrieb (7.000 Quadratmeter Gesamtgelände, 1.500 Quadratmeter Halle) entstanden“ – Haseney ist in Schondra ansässig.

Was den in unmittelbarer Nähe befindlichen Wettbewerb betrifft, sagt Haseney, seien die Dimensionen zu unterschiedlich, um sie miteinander vergleichen zu können. Der Gründer bezeichnet sich als relativ kleinen Unternehmer, der durch Flexibilität und gegebenenfalls auch mit geringer Auftragsstückzahl individuell und schnell auf den Markt reagieren könne. Die Abmessungen seiner Papierhülsen reichen von wenigen Millimetern bis acht Meter Länge und von fünf bis 25 Zentimeter im Durchmesser und wiegen in der größten Form bis zu 60 Kilogramm. Schier unendlich sind die Anwendungsgebiete als „Wickelhülse“ und die Produktarten, die seine Kunden darin verpacken: Die Inhalte reichen von edlen Getränkeflaschen oder Wurstdosen über Bauzeichnungen bis hin zu Sexartikeln. Der gestalterischen Fantasie gewährt Haseney völlige Freiheit. So entstand aus einigen Papierhülsen sogar ein Designersessel. Was seine bedruckten Verkaufsverpackungen von den Produkten der Mitbewerber unterscheidet, das sei die Qualität der Verarbeitung. „Wenn man über die Oberfläche der werbewirksamen Pappröhre streicht, dann merkt man den Unterschied“, sagt Haseney. Der Kunde gibt die Maße seines Produktes vor und reicht die Vorlage für die grafische Außengestaltung ein. „Den Rest erledigen wir“, so Haseney. Ganz individuell für den Auftraggeber, die Kundschaft sei vom ersten Tag an rasant gewachsen. Haseney: „Aus einem scheinbar kleinen Kunden kann morgen ein ganz großer werden.“ Sein Mitarbeiterteam, das im Laufe der Jahre ständig gewachsen ist, sei hoch motiviert und die Maschinen auf dem neuesten technischen Stand. „Soweit es möglich ist, greife ich auf Material aus der näheren Region zurück“, nennt der Unternehmer das Beispiel Ulsamer aus Albertshausen (bei Bad Kissingen), woher der hochwertige Leim kommt. „Bei null habe ich vor Jahren angefangen“, blickt Haseney auf seine Betriebsgründung zurück. „Ausschlaggebend für meinen Erfolg war mein eiserner Wille, dieses Projekt zu verwirklichen“, sinniert er. Diesen Rat könne er jedem neuen Betriebsgründer mit auf den Weg geben. Freilich, ohne die Hilfe von außen wäre es nicht gegangen, bedankt sich Haseney unter anderem bei Rainer Stein von der Transparek-Gruppe und bei Wirtschaftsförderer Frank Bernhard vom Landratsamt Bad Kissingen, die wie auch die IHK bei vielen Fragen hilfreich zur Seite standen. „Was ist mir die Stunde Freizeit wert?“, fragte sich Haseney schon vor langer Zeit. Denn Workaholic wollte er als Selbständiger nie werden. „Wenn meine Mitarbeiter um fünf Uhr Feierabend haben, dann ist auch für mich an diesem Tag Schicht“, sagt er. Die kostbare gemeinsame Freizeit habe die Familie verdient. Unternehmer, die nach einem Arbeitstag auch noch die halbe Nacht zur Erledigung ihrer täglichen Arbeit brauchen, sollten sich diese Frage immer wieder mal stellen.

STECKBRIEF

Das Unternehmen
IPT GmbH & Co. KG industrial paper tubes Papierfabrik, Im Märzgrund 8, 97795 Schondra

Internet: www.ipt-huelsen.de

Die Person
Thomas Haseney (Geschäftsführer)

Die Idee
Produktion von Papphülsen für Verpackung und Versand – für alle Bereiche der Industrie, des Handels und des Dienstleistungsgewerbes.

Größte Herausforderung
Die Firmenstruktur entsprechend zu gestalten, um eine Antwort auf die Frage zu finden „Was ist mir eine Stunde Freizeit wert?“

Pläne
Die Produktion ausweiten und dabei ein flexibler, zielgerichteter und zuverlässiger Partner bleiben.  

 

 

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