13.11.2019 - 10:00 Uhr

Gründerserie Teil 11

Biancas Kreativcafé: Socken, Schals und Stirnbänder als Steckenpferd

Bunt, kreativ, nachhaltig und regional: In Biancas Kreativcafé gibt es tolle Geschenkideen und leckere Spezialitäten

Bianca Tröge, die sich mit ihrem durchdachten Konzept eines Kreativcafés in Kitzingen selbstständig gemacht hat. Upcycling wird dort großgeschrieben.

Bastel- und Kreativläden sowie Cafés gibt es vor allem in den Innenstädten reichlich. Bianca Tröge hat beides geschickt miteinander verknüpft und um ein eigenes Kursangebot ergänzt. Inzwischen ist daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell entstanden. „Es war schon in der Grundschule mein Traum, mich mit Handarbeitssachen selbstständig zu machen“, erinnert sich Tröge. Doch zunächst schlug sie einen geregelten Berufsweg ein, wurde schließlich Fachlehrerin für Handarbeit und Hauswirtschaft. Ihren Lebensplan ließ sie dennoch nie aus den Augen.

Selbst die Deko ist nachhaltig

Im Frühjahr 2017 war es dann so weit. „Praise“, ein christlicher Buchladen in Kitzingen, musste schließen. Tröge übernahm teilweise dessen Sortiment und eröffnete an gleicher Stelle ihr Kreativcafé. „Es ist schon ein Wahnsinn, was man bei uns für Auflagen beachten muss. Aber die Zusammenarbeit mit den Behörden hat gut geklappt“, betont Tröge. Der Blickfang beim Betreten ihres Ladens ist ein Baum aus recyceltem Material, der immer wieder neu dekoriert wird. Überhaupt liegt der ÖDP-Lokalpolitikerin das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen.

Vermeintliche Abfälle werden in ihren Kursen zu schönen Dingen „upgecycelt“, Kaffee und Tee tragen das Label „Fairtrade“, Cookies und Kuchen backt Tröge selbst aus regionalen Produkten – und viele der Produkte im Kreativcafé sind handgefertigt. Ihr eigenes Steckenpferd sind gestrickte Socken, Schals und Stirnbänder. Eine ihrer beiden Mitarbeiterinnen näht leidenschaftlich gerne. Und dann vermietet Tröge in ihrem Laden auch noch einzelne Regale an Interessierte, die dort selbstgemachte Liebeleien feilbieten können – so kommt Vielfalt ins Angebot.

„Ich beziehe natürlich auch viele Produkte von außerhalb, achte dabei aber sehr auf einen nachhaltigen Kreislauf“, so Tröge. Besonders gut würden momentan Klassiker wie Tassen gehen, aber auch exotische Dinge wie Tee-Postkarten. Apropos Karten: Das Kreativcafé dürfte in einem weiteren Umkreis das Geschäft mit der größten Auswahl an (Glückwunsch-) Karten sein. Zu fast jedem Anlass gibt es dort außergewöhnliche Motive und Sprüche.

Kreative Kurse für Groß und Klein

Neben dem Café – Tröge hat sogar eine Schanklizenz – mit insgesamt 16 Sitzplätzen und dem Laden sind Lernkurse die dritte Säule von Tröges Geschäftsmodell. „Ich biete speziell etwas für Kinder, aber auch Grundkurse im Stricken und Nähen sowie Kochkurse für Erwachsene an“, sagt die 47-jährige Kitzingerin. Über eine Wendeltreppe geht es nach oben ins Obergeschoss; ganz früher war in dem Anwesen tatsächlich eine gutbürgerliche Gaststätte.

Leckereien aus aller Welt

Heute darf Tröge aufgrund von Auflagen maximal acht Personen verköstigen, oder besser ausgedrückt: ihre Gäste sich selbst. Griechische oder indische Küche, „Tolles von der Knolle – Kartoffelgerichte mal anders“ oder süße und pikante Blätterteigvariationen. Tröges kreative Ader kommt auch bei ihren Kochkursen durch. Es werden aber auch Socken gestrickt, Schlüsselanhänger angefertigt und Notizbuchhüllen genäht. Als wäre das alles nicht schon genug, gibt sie auch noch wöchentlich Kurse in der Altenpflegeschule „bfz“ in Würzburg. Vereinzelt trifft man Tröge zudem noch immer als Ausstellerin auf Märkten in Kitzingen und Umgebung an.

Text/Fotos: Jörg Rieger

DAS UNTERNEHMEN
Biancas Kreativcafé
Kaiserstraße 34,
97318 Kitzingen

Telefon: +49 9321 25307
Mail: info@bianca-kreativ.de
Internet: www.bianca-kreativ.de  

DIE PERSONEN
Bianca Tröge, Annette Prechtel und Juliane Stöcker

DIE IDEE
Ein Kreativcafé, in dem die Kunden individuelle, nachhaltige sowie regionale Handarbeiten und andere Produkte einkaufen und konsumieren können.

GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG
Die Menschen immer wieder neugierig zu machen. Das bedeutet, dass wir ständig neu dekorieren, uns an die Jahreszeiten anpassen und das Sortiment verändern.

PLÄNE
Ich will an diesem Standort bleiben und meinen Teil dazu beitragen, dass die Leute künftig individuell-kreative Produkte mehr zu schätzen wissen als Standardware.