Energie- und Stromsteuer

Mit der "Ökologischen Steuerreform" im Jahr 1999 wurden die Stromsteuer eingeführt sowie die Energiesteuer beaufschlagt. Ziel war es, durch Verteuerung von Energieprodukten, den Energieverbrauch zu senken. Gleichzeitig sollten auch die Lohnnebenkosten gesenkt werden, indem ein Großteil des Ökosteueraufkommens in den Rentenversicherungshaushalt fließt.

Bei der Strom- und Energiesteuer gibt es aber auch bestimmte Ermäßigungen, um zum Beispiel Doppelbesteuerung zu vermeiden, Energieeffizienz zu fördern oder Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu entlasten.

Zu unterscheiden ist zwischen Steuerbefreiung, zum Beispiel für

  • Strom zur Stromproduktion (§9 Abs. 1 StromStG), Energie zur Energieproduktion (§26 EnergieStG)
  • Strom und Energie aus bestimmten erneuerbaren Quellen (§50 EnergieStG, §9 Abs 1 StromStG)
  • Energie für die Kraft-Wärme-Kopplung (§53 EnergieStG)
  • Strom und Energieverwendung für bestimmte Prozesse und Verfahren (§51 EnergieStG, §9a StromStG)
  • diverse kleinere Ausnahmen wie zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr

und Steuerermäßigung bzw. -entlastungen. Unternehmen des produzierenden Gewerbes können zwei verschiedene Ermäßigungsstufen erreichen:

  1. eine Ermäßigung der Steuersätze
  2. den Spitzenausgleich

Die Steuerermäßigungen werden rückwirkend beantragt und erstattet. Zuständige Behörde ist das jeweilige Hauptzollamt. Die Zollämter haben auf ihrer Website umfangreiche Informationen sowie die für die Antragsstellung nötigen Formulare bereitgestellt.

Spitzenausgleich

Ermäßigung (§9b StromStG und §54 EnergieStG) und Spitzenausgleich (§10 StromStG und §55 EnergieStG) greifen grundsätzlich erst oberhalb eines Sockelbetrags.

Für den Spitzenausgleich werden die durch die Ökosteuerreform verminderten Rentenversicherungsbeiträge gegengerechnet. Der Spitzenausgleich fällt also umso geringer aus, je personalintensiver ein Unternehmen ist. Außerdem ist der Spitzenausgleich an die Erreichung von festgelegten Zielwerten für die Reduzierung der Energieintensität gekoppelt. Werden die Ziele in einem Jahr nicht erreicht, fällt auch der Spitzenausgleich geringer aus.

Die IHK Lippe zu Detmold hat ein excelbasiertes Strom- und Energiesteuer-Berechnungstool erstellt. Dieses wird ständig an die aktuelle Gesetzeslage angepasst. Hier können Sie einen ersten Überblick bekommen, welche Steuerbegünstigungen und in welcher Höhe für Ihr Unternehmen relevant sind.

Möchte ein Unternehmen den Spitzenausgleich in Anspruch nehmen, so muss es ein Energiemanagementsystem nach EMAS oder DIN EN ISO 50001 vorliegen. Für kleine und mittlere Unternehmen ist auch ein alternatives System nach Anlage 2 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (kurz: SpaEfV) oder das vorliegen eines Energieaudits nach DIN 16247 ausreichend. 

Ansprechpartner

Jacqueline Escher

M. Sc. Geographie

Referentin Umwelt und Energie

Würzburg

Telefon: 0931 4194-364

E-Mail: jacqueline.escher@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Oliver Freitag

Diplom-Ingenieur (FH)

Bereichsleiter Innovation und Umwelt

Würzburg

Telefon: 0931 4194-327

E-Mail: oliver.freitag@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular