© jirkaejc / Getty Images/iStockphoto

Informationen zum EEWärmeG

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

Spätestens im Jahr 2020 sollen 14 Prozent der Wärme in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen. Z. B. durch solarthermische Anlagen, die auf zunehmend vielen Dächern zu sehen sind, Geothermie, Biomasse – Pflanzenöle, Biogas (z.B. aus Gülle oder Mais), Holzpellets oder Holzhackschnitzel.

Einsatz von erneuerbarer Energie, von mindestens

  • 15% Wärmeenergiebedarf aus solarer Strahlungsenergie, oder
  • 30% gasförmiger Biomasse, oder
  • 50% fester oder flüssiger Biomasse, oder
  • 50% Geothermie und Umweltwärme

Nicht jeder Eigentümer kann erneuerbare Energie nutzen und nicht immer ist der Einsatz erneuerbarer Energien sinnvoll. Deshalb können anstelle erneuerbarer Energien Alternativmaßnahmen ergriffen werden, die ähnlich klimaschonend sind: Wer sein Haus so dämmt, dass er 15 Prozent mehr tut als von der Energieeinsparverordnung (EnEV) gefordert wird, verbraucht erheblich weniger Energie und muss deshalb keine erneuerbaren Energien mehr zusätzlich nutzen.

Ersatzmaßnahmen

Anschluss an ein Netz der Nah- oder Fernwärmeversorgung, sofern das Netz zu einem wesentlichen Teil mit erneuerbaren Energien, oder mit mindestens

  • 50% Abwärme oder
  • 50% KWK-Anlage oder
  • 50% aus Kombination dieser Möglichkeiten betrieben wird.

Wer weder erneuerbare Energien nutzen noch Ersatzmaßnahmen ergreifen kann, ist von der Nutzungspflicht befreit. Führen Maßnahmen im Einzelfall zu einer unbilligen Härte, kann die zuständige Landesbehörde den Bürger von der Nutzungspflicht befreien. 

Eigentümer von Gebäuden, die neu gebaut werden, müssen erneuerbare Energien für ihre Wärmeversorgung nutzen. Das gilt auch, wenn die Immobilie vermietet wird. Diese Pflicht trifft alle Eigentümer, egal ob Private, Staat oder Wirtschaft. Genutzt werden können alle Formen von erneuerbaren Energien, auch in Kombination. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann es sinnvoller sein, Solarthermie, Geothermie, Biomasse oder Umweltwärme zu nutzen.

Ab wann muss die Nutzungspflicht erfüllt werden?

Die Nutzungspflicht muss grundsätzlich bei allen Neubauten erfüllt werden, die ab dem 1. Januar 2009 neu errichtet werden. Wer vor dem 1. Januar 2009 einen Bauantrag bei der zuständigen Behörde gestellt oder eine Bauanzeige erstattet hat, muss keine erneuerbaren Energien nutzen. Hierdurch wird sichergestellt, dass nur diejenigen „Häuslebauer“ die Pflicht erfüllen müssen, die auch ausreichend Zeit hatten, sich auf die neue Rechtslage einzustellen. 

Finanzielle Förderung

Die Nutzung erneuerbarer Energien wird auch in Zukunft finanziell gefördert. Das bestehende Marktanreizprogramm, ein Förderinstrument der Bundesregierung, erhält mehr Geld. Die Mittel werden auf bis zu 500 Mio. Euro pro Jahr aufgestockt. Das bedeutet mehr Planungssicherheit für Investoren. Förderanträge können bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden; nähere Informationen einschließlich der Antragsformulare sind im Internet unter: www.bafa.de verfügbar. 

Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind förderfähig: 

Die Errichtung und Erweiterung von

  • Solarkollektoranlagen bis 40 m² Bruttokollektorfläche, 
  • Solarkollektoranlagen mit mehr als 40 m² Bruttokollektorfläche auf Ein- und Zweifamilienhäusern mit hohen Pufferspeichervolumina, 
  • automatisch beschickten Anlagen zur Verbrennung von fester Biomasse für die thermische Nutzung bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung, 
  • handbeschickten Anlagen zur Verbrennung von fester Biomasse für die thermische Nutzung von 15 bis 50 kW Nennwärmeleistung (Scheitholzvergaserkessel), 
  • effizienten Wärmepumpen, 
  • besonders innovativen Technologien zur Wärme- und Kälteerzeugung aus erneuerbaren Energien nach Maßgabe dieser Richtlinien: 
  • Große Solarkollektoranlagen von 20 bis 40 m² Bruttokollektorfläche, 
  • Sekundärmaßnahmen zur Emissionsminderung und Effizienzsteigerung bei Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung 
  • besonders effiziente Wärmepumpen.


Neu an der aktuellen Förderung ist ein Bonusssystem, das für deutlich höhere Förderbeträge sorgen kann. Wer Solarkollektoren und Biomassekessel besonders energieeffizient einsetzt oder erneuerbare Energien miteinander kombiniert, wird zusätzlich mit einem Bonus belohnt. 

Eine Übersicht über die verschiedenen Fördermöglichkeiten kann zusammen mit den Antragsformularen unter www.bafa.de heruntergeladen werden.

Ansprechpartner

Jacqueline Escher

M. Sc. Geographie

Referentin Umwelt und Energie

Würzburg

Telefon: 0931 4194-364

E-Mail: jacqueline.escher@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Oliver Freitag

Diplom-Ingenieur (FH)

Bereichsleiter Innovation und Umwelt

Würzburg

Telefon: 0931 4194-327

E-Mail: oliver.freitag@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular