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"Eine Ausbildung legt den Grundstein fürs Leben"

Michal Duckerschein lernt den Ausbildungsberuf "Technischer Modellbauer".  Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich und die Zeit vergeht im Flug.

Interview

IHK: Herr Duckerschein, wann ist Ihnen und Ihrem Umfeld aufgefallen, dass Sie handwerklich begabt sind und sich ein Beruf in der Richtung eignen würde?

Duckerschein: Als kleiner Junge half ich regelmäßig in der Werkstatt meines Vaters aus. Ihm fiel relativ früh auf, dass mir das Handwerk liegt. Von der Schule aus machte ich verschiedene Praktika, unter anderem in einer Schreinerei und einer Lackierwerkstatt. Zu der Zeit kristallisierte sich langsam heraus, was ich später mal machen möchte. Ich fand dann auch als Erster in meiner Klasse eine Lehrstelle, faulenzen war nie so mein Ding (lacht). Ab dem Zeitpunkt wollte ich eigentlich nur noch schnell die Schule abschließen und rein ins Berufsleben.

 

IHK: Sie waren aber auch fast fünf Jahre bei der Bundeswehr. Wie kam es dazu?

Duckerschein: In meinem Lehrbetrieb wurde ich damals nach der Probezeit nicht übernommen. Deshalb habe ich angefangen, mich bei verschiedenen anderen möglichen Arbeitgebern zu bewerben. Einer davon war eben die Bundeswehr, wo ich sofort einsteigen konnte. In der Infanterie habe ich viel gelernt. Zum Beispiel, wie wichtig Fitness, Ausdauer und Disziplin sind und wie Auslandeinsätze ablaufen. Nach knapp fünf Jahren Dienstzeit habe ich mir dann aber gesagt: «Ich werde älter und nicht jünger. Jetzt mache ich doch noch eine Ausbildung.»

 

IHK: Und dann haben Sie bei Fehrer in Kitzingen angefangen?

Duckerschein: Ja genau. Kitzingen ist meine Heimatstadt und dort mache ich jetzt auch die Ausbildung zum technischen Modellbauer. Mein Ausbildungsbetrieb Fehrer ist ein Spezialist für Komponenten im Fahrzeuginnenraum. Mittlerweile bin ich bereits im zweiten, bald im dritten Lehrjahr. Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich und die Zeit ist bis jetzt im Flug vergangen.

 

IHK: Wie sehen Ihre Tätigkeiten aus?

Duckerschein: Fehrer fertigt Sitzkomponenten für Autos an. Hierzu werden verschiedene Werkzeuge bzw. Schäumwerkzeuge benötigt. Auszubildende müssen zum Beispiel die Gießformen instandhalten und ändern, Drucksensore aufrüsten, Magnete einkleben oder Drehteile fertigen. Das Aufgabengebiet ist wirklich breit gefächert. Wir haben immer etwas zu tun (lacht).

 

IHK: Was macht die Ausbildung so abwechslungsreich?

Duckerschein: Am Anfang haben wir uns in einem Grundkurs erstmal mit verschiedenen Metallen vertraut gemacht – also Aluminium, Stahl und so weiter. Danach habe ich in der Modellschreinerei den Umgang mit Holz gelernt und wie man mit Kunststoffblockmaterial und verschiedenen Gießharzen arbeitet. Für mich als technischen Modellbauer wurde dadurch eine hervorragende Grundlage gelegt, die mir viele Zukunftsperspektiven bietet.

 

IHK: Wodurch zeichnet sich Fehrer für Sie aus?

Duckerschein: Nachdem ich so viele Jahre beim Bund war, finde ich es natürlich schön, dass meine Firma „heimatnah“ ist und ich aktuell einen sehr kurzen Arbeitsweg habe (lacht). Zudem ist es toll, zu wissen, dass wir quasi alle Automobilhersteller beliefern. Unzählige Menschen, die ein Auto haben, sitzen tagtäglich auf unseren Sitzen. Das macht mich stolz.

 

IHK: Wenn Sie etwas rückgängig machen könnten – was wäre das?

Duckerschein: Vielleicht würde ich den Spieß umdrehen, also zuerst die Ausbildung absolvieren und anschließend zur Bundeswehr gehen. Nach der Schule steht man ja vorerst mit leeren Händen da. Die Lehre legt einen wichtigen Grundstein fürs Leben und steigert den eigenen „Marktwert“. Es ist sehr beruhigend, wenn man beruflich immer auf das in der Ausbildung Gelernte zurückgreifen kann. 

 

IHK: Wie geht es nach der Ausbildung bei Fehrer weiter?

Duckerschein: Ich habe eine Übernahmegarantie für ein Jahr und bleibe auf jeden Fall bei Fehrer. Bald kann im beidseitigen Einverständnis entschieden werden, in welcher Abteilung ich tätig werde. Meine letzte Ausbildungsstation ist die CAD-Abteilung, wo mit Computer-Software gearbeitet wird. Je nachdem, wie mir der Bereich gefällt, würde ich gerne dortbleiben. Vielleicht wechsle ich aber auch wieder in die Modellschreinerei. Dort stellen wir unsere Prüfunterbauten für das Qualitätswesen her. In der CAD-Abteilung läuft vieles digital, die Schreinerei ist hingegen eher von handwerklichen Tätigkeiten geprägt. Ich stehe also vor einer Grundsatzentscheidung, die ich mir gut überlegen muss.

 

IHK: Welchen Rat würden Sie Jugendlichen mitgeben, die sich gerade beruflich orientieren?

Duckerschein: Ich würde ihnen raten: Probiert verschiedene Dinge aus, macht Praktika und entscheidet euch für eine Ausbildung bei Firmen, die euch wirklich interessieren. Denkt daran: Es ist euer Leben!

 

Vielen Dank für das Interview!