11.01.2021 - 14:04 Uhr

International

Brexit: Handlungsempfehlung für Ursprungszeugnisse

Seit dem 1.1.2021 wird das Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich vorläufig angewendet.

Das Handels- und Kooperationsabkommen hat Auswirkungen auf die Bescheinigungspraxis der IHKs.

In Ursprungszeugnissen ist, wie bereits in der Übergangsphase empfohlen, der nationale Ursprung „United Kingdom“ bzw. "Great Britain" (GB) zu verwenden – ohne Klammerzusatz „Europäische Union“.


Vornachweise mit UK-Ursprung

Das United Kingdom ein Drittland ist, allerdings wurde mit dem TCA ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem United Kingdom geschlossen. Das heißt, bei Warensendungen ab dem 1.1.2021 ist der übliche Nachweiskatalog für Länder einschlägig, mit denen die EU Präferenzabkommen hat.

Allerdings wird innerhalb eines Zeitraums von 1 Jahr ab dem Beginn der vorläufigen Anwendung des TCA EU-UK zusätzlich eine Flexibilisierung des Nachweiskatalogs für Ursprungsnachweise, welche im United Kingdom ausgestellt wurden, empfohlen.

Anerkannt werden folgende Nachweise:

  • Ursprungszeugnisse (Hinweis: UK hat zum 1.1.2021 einen neuen UZ-Vordruck eingeführt)
  • Erklärung zum Ursprung (EzU) auf Handelsdokumenten gemäß TCA EU-UK (unter 6.000 Euro ohne bzw. ab 6.000 Euro mit Angabe der britischen EORI-Nummer)
  • Erklärung-IHK: Nur mit Bescheinigung durch zuständige Behörde (IHK)
    Ausnahme:
    Bei ausgewiesenem Ursprung "United Kingdom" und/oder „EU“ und/oder eines EU27 Mitgliedsstaates kann die Erklärung-IHK für einen Zeitraum von 1 Jahr (beginnend zum 01.01.2021) auch ohne Bescheinigung einer zuständigen Behörde anerkannt werden. Wichtige Anmerkung: Diese Übergangsregelung bezieht sich ebenso auf Erklärungen-IHK mit Ursprungsnennung United Kingdom, die innerhalb der EU-27 ausgestellt werden.
  • Herstellererklärung: Innerhalb eines Zeitraums von 1 Jahr (beginnend zum 01.01.2021) auch ohne Bescheinigung einer zuständigen Behörde anerkennen.
  • Geschäftspapier mit eindeutiger Ursprungsangabe mit Bescheinigung einer zuständigen Behörde

Lieferantenerklärungen werden als Nachweis nicht anerkannt.

Quelle: DIHK