27.02.2020 - 16:23 Uhr

Coronavirus wird auf Konjunktur durchschlagen

IHK stellt FAQ-Übersicht zur Verfügung

Würzburg – „Die Ausbreitung des Corona-Virus wird der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr zusetzen.“

Das befürchtet Professor Dr. Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. In einer ohnehin geschwächten Wirtschaftslage in Deutschland droht die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu einem Konjunkturhemmer auch für die Wirtschaftsregion Mainfranken zu werden.  

Angesichts der jüngsten Entwicklungen rund um den Covid-19-Erreger und einer aktuellen Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in China zum Thema erwartet die IHK-Organisation auch Folgen für die deutsche Konjunktur. Schon jetzt spüre die international stark vernetzte regionale Wirtschaft, dass das Coronavirus den weltweiten Handel belastet, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Ralf Jahn. Dies werde sich auch auf Lieferketten auswirken, immerhin weise Mainfranken eine Exportquote von 43 Prozent auf.  

Die AHK Greater China hat am 27. Februar eine Blitzumfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen vorgestellt, der zufolge kein Betrieb von den Auswirkungen der Infektionswelle verschont geblieben ist. Die Erfahrungen von über 5.000 deutschen Unternehmen in China zeigen, dass Mitarbeiter als Vorsorgemaßnahme in Home-Office geschickt wurden und Messen sowie Geschäftsreisen abgesagt werden mussten. Hinzu kommt die steigende Verunsicherung durch die zunehmenden Infektionen auch in Europa. Die AHK in Italien berichtet über ähnliche Maßnahmen für die Prävention in einigen Regionen Norditaliens.  

Produktionsausfälle, Reiseeinschränkungen und Handelseinbrüche, wie sie jetzt schon in China zur Tagesordnung gehören, sowie Nachfrageausfälle in Tourismus und Einzelhandel sind wahrscheinliche Szenarien, die letztlich auch auf die mainfränkische Wirtschaft zukommen könnten. "Wir gleichen tagesaktuell Informationen rund um das Coronavirus etwa des Auswärtigen Amtes mit unseren Auslandsmärkten ab und stehen dabei in enger Abstimmung mit unserem betriebsärztlichen Dienst und informieren unsere Belegschaft. Aufgrund der aktuellen Lage läuft die Kommunikation mit unseren weltweiten Kontakten aktuell vermehrt über Videokonferenzen.", erklärt beispielsweise Dagmar Ringel, Leiterin Unternehmenskommunikation der Koenig und Bauer AG.  

Für die Unternehmen hierzulande sei das Gebot der Stunde, dass die Politik jetzt die richtigen Maßnahmen ergreift, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, erklärt Jahn.   Mit Blick auf Deutschland hat die IHK-Organisation eine FAQ-Übersicht für die Unternehmen bereitgestellt, die Hinweise zu wichtigen Anlaufstellen und Erstinformationen liefert. Diese steht unter www.wuerzburg.ihk.de/coronavirus/faqs zum Download.