Aus aktuellem Anlass

Auswirkungen des Covid 19

 

Warnung vor Reisen in die Provinz Hubei in China

Seit Dezember 2019 sind in der chinesischen Stadt Wuhan mehrere Fälle einer Lungenerkrankung aufgetreten. Im Verlauf wurde eine Infektion mit einem neuartigen Coronavirus (Covid 19) nachgewiesen. Aktuell warnt das Auswärtige Amt (AA) vor Reisen in die Provinz Hubei in China. Nicht notwendige Reisen nach CHINA, so das AA weiter, sollten nach Möglichkeit verschoben werden. Betroffen ist insbesondere die Metropole Wuhan (11 Millionen Einwohner) in China und die Provinz Hubei, zu der Wuhan gehört.
Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist bestätigt. Laut WHO liegt die Inkubationszeit nach bisheriger Datenlage in einem Bereich von 2 bis 10 Tagen. Symptome der Erkrankung sollen Fieber, Husten, Atemnot und ggf. eine Lungenentzündung mit beidseitigen Lungeninfiltraten sein.

Das AA berichtet, dass man an vielen internationalen Flughäfen mit erhöhten Überwachungsmaßnahmen bezüglich Fieber rechnen muss und direkte Flugverbindungen vom Flughafen in Wuhan ausgesetzt sind. Seit 23.01.2020 hat China Reisebeschränkungen für Wuhan und andere Städte der Provinz Hubei erlassen. Ausreisen mit Zug, Flug, Bus oder Fähre sind derzeit nicht möglich. Auch andere Provinzen Chinas haben Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit unterschiedlichen Ausmaßes verhängt. Davon kann zunehmend auch der Fernreiseverkehr betroffen sein. Allgemein ist derzeit mit erheblichen Einschränkungen der Mobilität innerhalb Chinas zu rechnen.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Derzeit ist noch nicht abzusehen, wie stark sich das Virus tatsächlich ausbreitet. Sollte aber die chinesische Wirtschaft über einen längeren Zeitraum durch den Covid 19 leiden, so wird sich das in einem Dominoeffekt auch auf die deutsche Wirtschaft auswirken. Entsprechend würde sich das auch auf die mainfränkische Wirtschaft belastend auswirken.
Alleine 21 Firmen aus der Region haben eine Niederlassung in China. 176 Firmen sind mit Exporten nach China engagiert und 116 importieren von dort. Im Falle einer weiteren Ausbreitung des Covid 19 geht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sogar davon aus, dass dies negative Folgen für die Weltkonjunktur haben wird: "Der Covid 19 könnte nicht nur den bilateralen Handel zwischen China und Deutschland treffen", befürchtet DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, "sondern auch erhebliche Ausstrahlung auf den Welthandel insgesamt entwickeln."

Informationen zu Dienstreisen und Transportproblemen finden Sie auf der Webseite der IHK München.

Informationen zu arbeitsrechtlichen Problemen finden Sie auf der Webseite von Rödl & Partner.

Informationen zu Logistikproblemen finden Sie auf der Webseite der Bundesverbands Speditionen und Logistik.

 

Verminderte wirtschaftliche Dynamik - Auswirkungen auf die Lieferketten

Die FAZ gibt an, dass Experten den Höhepunkt der Ansteckungen am Ausbruchsort Wuhan erst für Mitte April voraussagen. Dieser Zeitraum soll sich für andere Städte auf ein bis zwei Wochen nach hinten verschieben. Dadurch würde das Wirtschaftswachstum China im laufenden Jahr weiter fallen. Experten gehen, so die FAZ weiter, dann von einem Wirtschaftswachstum von lediglich 5,4 Prozent für das laufende Jahr aus. Sollte der Ausbruch des Virus aber bis zum Jahresende nicht eingedämmt sein, wird für die Volksrepublik lediglich ein Wachstum von 4,5 Prozent prognostiziert.

Nicht auszuschließen ist dann, dass das Covid 19 Einfluss nehmen kann auf die globalen Lieferketten der in China produzierenden Unternehmen, die durch den Stillstand im Land gestört werden. Ob bei einer Lieferstörung ein Berufen auf "höhere Gewalt" (force majeure) immer und überall pauschal greift, ist dabei zweifelhaft. Vielmehr muss dies im Einzelfall explizit geprüft werden.

Aus gegebenen Anlaß weist die IHK darauf hin, dass die Thematik Höhere Gewalt nicht für jede Geschäftsbeziehung in Verbindung mit dem Coronavirus Anwendung findet. Es kommt auf die Einzelfallbetrachtung eines jeden Geschäftes an. Es obliegt nicht der IHK Würzburg-Schweinfurt einzelne Geschäftsvorfälle in Verbindung mit dem Coronavirus rechtlich zu bewerten.

 

Chinesische Touristen in Deutschland aber auch Würzburg sind wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Regierung in Peking sprach ein Verbot von Pauschalreisen für die eigenen Bürger aus. Chinesische Touristen sind ein wichtiger Faktor im Deutschland-Tourismus: Für 2018 zählte die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) etwa drei Millionen Übernachtungen von Reisenden mit chinesischem Pass in deutschen Hotels und anderen Unterkünften. Insgesamt erzielte die deutsche Tourismuswirtschaft nach DZT-Angaben mit den Touristen aus China einen Jahresumsatz von sechs Milliarden Euro. Nach Meldung des Bayerischen Rundfunks spürt der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband in Würzburg derzeit noch keine Auswirkungen vom Ausbruch des Covid 19. Dennoch: Im Ranking der wichtigsten Herkunftsländer der ausländischen Übernachtungsgäste war China/Hongkong für Würzburg auf dem sechsten Platz mit 9.701 Übernachtungen in 2018.

Wegen Coronavirus: Weltweit wichtigste Mobilfunk-Messe abgesagt

Die wichtige Mobilfunkmesse MWC in Barcelona ist kurzfristig abgesagt worden. Der Grund ist die Gefahr der Ausbreitung des Covid 19. Mehrere wichtige Branchenvertreter hatten bereits angekündigt, die Messe nicht besuchen zu wollen. Es sei unmöglich, die Veranstaltung in dieser Situation abzuhalten, sagte GSMA-Chef John Hoffman laut Bloomberg. Einer der ersten Absager war der südkoreanische Konzern LG, es folgten Schwergewichte wie Sony, Amazon, NTT Docomo und Intel und sogar die Netzwerkausrüster Ericsson und Nokia. Dann gesellten sich schließlich auch noch die Unternehmen Deutsche Telekom und Vodafone dazu.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 13.02.2020

Vergleich mit SARS

Das Coronavirus wird in der Diskussion immer wieder gerne mit dem damaligen Impact von SARS verglichen. SARS liegt knapp 17 Jahre zurück. Die Weltwirtschaft hat sich seitdem weiter engmaschiger verflochten. Die internationalen Lieferketten werden nun durch den Coronavirus zunehmend torpediert. Damit sind wir nicht nur als Exporteure und Importeure mit China betroffen sondern auch insb. bei Transaktionen im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung. Gerade Just-in-time-Lieferungen mit China unterliegen zunehmend größeren Friktionen.

Wie stark sich das Coronavirus i.V. mit der großen Abhängigkeit von China final tatsächlich auf unsere Wirtschaft auswirken wird, zeigt sich in den kommenden Wochen und Monaten.  Nach unserer Einschätzung trifft das Coronavirus insbesondere die Bereiche Automomotive, Elektrotechnik und Pharma. Aber auch der Bereich Logistik ist mitunter massiv durch das Coronavirus betroffen.

 

 

Webinar: Covid 19 - Rechtliche Auswirkungen

Durch Betriebschließung oder Mitarbeitern in Quarantäne können arbeitsrechtliche Probleme auftreten, Lieferausfälle in den Lieferketten von und nach China können Haftungsansprüche generieren. Fraglich ist auch, ob das Virus in diesem Zusammenhang pauschal als höhere Gewalt zu bewerten ist.

Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein kostenfreies Webinar, dass der OAV in Kooperation mit der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH angeboten hat.

Das Webinar „Coronavirus - Rechtliche Auswirkungen für in China tätige Unternehmen" steht ab sofort auf der Webseite der OAV zur Verfügung.

 

 

Informationswebsite der AHK Greater China

Aufgrund der Situation und der Vorschriften zum neuartigen Covid 19-Ausbruch haben die Büros der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in China ein Krisenmanagement-Team eingerichtet, das für Fragen erreichbar ist unter: infocenter(at)bj.china.ahk.de.

Auf der Webseite der AHK finden Sie die  neuesten Entwicklungen zu diesem Thema und weitere Informationen in den Q&As. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert.

Dort finden Sie insbesondere weiterführende Links zu den Fragen

- Arbeitsrechtliche Probleme im Zusammenhang mit dem Virus

- Haftungsfragen bei Covid 19 bedingter Nichtlieferung

- Covid 19 als Höhere Gewalt

 

 

 

Weiterführende Links und Informationen

Link des Auswärtigen Amtes zum Covid 19:
https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2294930/c7daf86e2aae52aa500e0f8901709276/ncov-data.pdf

FAQs zum neuartigen Covid 19 durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-2019-ncov.html

Tabelle der Erkrankungszahlen und Risikogebiete vom Robert Koch Institut:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html

Bayerisches Gesundheitsministerium - Infektionsmonitor Bayern:
https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/infektionsmonitor-bayern/

Delegation of German Industry and Commerce - Update on coronavirus outbreak
https://china.ahk.de/news/news-details/office-closure-due-to-coronavirus-outbreak-contact-of-our-crisis-management-team-latest-news-and-faqs

 

Hier gelangen Sie zudem zu kurzen Videos der Delegierten aus Peking, Shanghai und Hong Kong:

Jens Hildebrandt (Beijing)
Simone Pohl (Shanghai)
Wolfgang Niedermark (Hong Kong)

Telefon-Hotline für bayerische Bürger:Tel. 09131/6808-5101