Zollabwicklung nach dem Brexit

Ausfuhr aus der EU nach Großbritannien

Für deutsche beziehungsweise mainfränkische Unternehmen, die Geschäfte mit oder in Großbritannien tätigen, drohen massive Störungen durch das Erfordernis einer Zollanmeldung. Dabei betrifft der Brexit aber nicht nur die Zollanmeldung an sich, sondern auch Lieferverzögerungen und den Warenursprung.Weitere Folgen ergeben sich im Zollrecht und der Exportkontrolle.

Der Brexit bedeuted für Exporteure auf jeden Fall

  • Zollformalitäten
  • Beachtung des Zollrechts
  • Mehraufwand
  • Höhere Kosten

 

Nach Ablauf der Übergangsfrist sind Zollformalitäten erforderlich. Das bedeuted für Sie:

  • Ausfuhranmeldung
  • Registrierung mit EORI-Nummer
  • Zollsoftware (zum Beispiel ATLAS) für die elektronische Abwicklung (Zulassung sowie Artikelstammdaten und Codierungen werden dafür benötigt, alternativ: Internetzollanmeldung IAA+ (mittels Elster-Online-Zertifikat))
  • Ausfuhrgenehmigungen für sensible Güter
  • Umsatzsteuerliche Folgen: EU-Richtlinien verlieren Geltung
  • Einfuhrabfertigung in Großbritannien (Höhe der Zölle richtet sich grundsätzlich nach dem Zolltarif von Großbritannien)

Tipp:

Überprüfen Sie Ihre Lieferbedingungen nach Großbritannien, insbesondere bei den Klauseln DAP, DPU und DDP.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Zolls.

Einfuhr aus Großbritannien in die EU

Die nach der Übergangsfrist für Großbritannien geltenden Einfuhrbestimmungen und Zollsätze stehen noch nicht fest. Nach Festlegung können diese in der Datenbank "Market Access Database" nachgelesen werden.

Weitere Informationen zu einem Import finden Sie auf der Webseite des GOV.UK.

Carnet A.T.A.

Rechtlich gesehen ist Großbritannien seit dem 1. Februar 2020 kein Mitglied der EU mehr, wird aber für einen Übergangszeitraum bis Ende 2020 wie ein EU-Mitgliedstaat behandelt.

Im Warenverkehr gibt es bis Ende 2020 keine Änderungen. Wenn nicht eine Verlängerung der Übergangsfrist auf maximal weitere zwei Jahre beschlossen wird, werden mit Beginn 2021 Zollformalitäten fällig.

Mangels Rechtsgrundlage kann erst ab dem formellen Status als Drittland mit Zollgrenze ein Carnet ATA für vorübergehende Ausfuhren nach Großbritannien ausgestellt werden.

Für Waren, die während der Übergangsfrist nach Großbritannien verbracht wurden und nach Ende der Übergangsfrist nach Deutschland zurück gebracht werden sollen, besteht die Möglichkeit, diese als Rückwaren abfertigen zu lassen.

Daher besteht keine Notwendigkeit, schon jetzt ein Carnet ATA für Warensendungen nach Großbritannien auszustellen. Jeder plausible Nachweis (z.B. Frachtbrief) für die Rückwarenabfertigung nach Art. 203 UZK wird bei Rückbringung nach vorübergehender Verwendung akzeptiert.

Stand: 27.02.2020

 

 

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