Transport und Logistik

Besonderheiten beim Transport von Waren aus und nach Großbritannien

Die Aufhebung des uneingeschränkten EU-Binnenmarktes hat auch Auswirkungen auf den freien Verkehr von Waren. Insbesondere müssen Unternehmen mit höheren Kosten rechnen.

Es fallen ggf. Zölle an. Durch einen erhöhten Zeitaufwand, Bürokratie und Grenzkontrollen entstehen Mehrkosten, die eine Warenlieferung verteuern.

Luftverkehr:

Großbritannien kann nach dem Brexit den Zugang zum einheitlichen europäischen Luftraum verlieren. Sollte kein anderweitiges Abkommen geschlossen werden, treten automatisch die ursprünglich ausgehandelten bilateralen Luftverkehrsabkommen in Kraft. Die britische Regierung kann mit der EU und anderen Drittstaaten neue Luftverkehrsabkommen abschließen und damit den Luftverkehr neu regeln.

Straßenverkehr

17.000 Lkw passieren täglich die Grenze zwischen Calais und Dover. Damit ist der Straßengüterverkehr das wichtigste Transportmittel, um Waren zwischen Festland und Insel zu befördern.

Mit dem Wegfall des freien Warenverkehrs dürfen deutsche Logistikunternehmen ihre Güter nicht mehr einfach nach Großbritannien liefern – und umgekehrt ebenso wenig. Zölle, Kontrollen und dadurch entstehende Verzögerungen durch lange Abfertigungszeiten an den Grenzen werden zu Kostensteigerungen für die Unternehmen führen.

Neben höheren Kosten und mehr bürokratischem Aufwand entsteht durch den Brexit auch Handlungsbedarf bei zahlreichen gesetzlichen Regelungen, die zurzeit EU-Recht sind, wie z. B. Arbeitszeitrichtlinien, Emissionsgesetzgebungen, Berufsqualifikationen oder Produktzertifizierungen.

Güterkraftverkehr

Im Fall eines harten Brexits wird auch der Güterkraftverkehr zwischen der EU und Großbritannien erheblich in Mitleidenschaft gezogen und auf ein internationales System mit begrenzten Kontingenten beschränkt werden. Daher hat die EU-Kommission eine Maßnahme vorgeschlagen, um grundlegende Verkehrsverbindungen aufrecht zu halten. Güterkraftverkehrsunternehmen aus Großbritannien würde es vorübergehend gestattet, Waren in die Union zu befördern, sofern Großbritannien Spediteuren aus der EU gleichwertige Rechte zugesteht und die Voraussetzungen für einen fairen Wettbewerb gewahrt bleiben.

Weitere Informationen zum Aktionsplan der EU-Kommission im Falle eines ungeordneten Austritts erhalten Sie auf der Webseite der EU-Kommission.

Eisenbahnverkehr

Die EU-Kommission hat Notfallmaßnahmen im Falle eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der EU auch für den Schienenverkehr vorgeschlagen. Mit dem Vorschlag soll die Sicherheit im Eisenbahnbetrieb und der Zugang zum Schienennetz für einen sehr begrenzten Zeitraum abgesichert werden, um ausreichend Zeit zu haben, damit langfristige Lösungen im Einklang mit dem EU-Recht gefunden werden können. Dadurch sollen für die ersten drei Monate nach dem Brexit erhebliche Störungen des grenzüberschreitenden Eisenbahnbetriebs, insbesondere für den Tunnel durch den Ärmelkanal, abgemildert werden. Zusätzlich weist die EU-Kommission jedoch darauf hin, dass es ebenso wichtig ist, dass die betroffenen Unternehmen und nationalen Behörden weiterhin alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um den EU-Vorschriften über Triebfahrzeugführerscheine, Marktzugang sowie Sicherheitsbescheinigungen und Genehmigungen, die für den Betrieb in der EU erforderlich sind, nachzukommen.

Weitere Informationen zu den Notfallplanungen der EU-Kommission in Bezug auf den Schienenverkehr finden Sie unter diesem Link.

Auswirkungen für Transportunternehmen und Berufskraftfahrer

Transportunternehmen und Berufskraftfahrer, die zwischen Großbritannien und der EU unterwegs sind, werden neue Dokumente benötigen, falls Großbritannien die EU ohne Abkommen verlässt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Hier finden sie einen Leitfaden für Transportunternehmer.

Stand: 27.02.2020

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