Aus aktuellem Anlass

Brexit - Bereiten Sie sich vor!

Zum 1. Februar 2020 haben die Briten die Europäische Union verlassen.  Trotz des am 24. Dezember 2020 vereinbarten Abkommens ist das VK ab 2021 ein Drittland und die deutschen Unternehmen müssen sich darauf vorbereiten.

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Informationen der IHK zum Brexit

Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Die IHK informiert ihre Mitgliedsunternehmen über die Folgen des EU-Austritts Großbritanniens. 

„Mit dem Brexit wird der Europäische Binnenmarkt, Bayerns wichtigster Wirtschaftsraum, deutlich geschwächt mit noch nicht absehbaren Folgen für die Unternehmen“, so Kurt Treumann, Bereichsleiter International der mainfränkischen IHK.

 

Brexit: Abkommen zwischen der EU und dem VK

Die Europäische Union und das Vereinigte Königreich haben sich am 24.12.2020 in einem Abkommen über die künftigen Beziehungen geeinigt.

Die IHK begrüßt das Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich (VK) und der Europäischen Union (EU), da es den harten Brexit abfedert und für mainfränkische Unternehmen Zollvorteile bietet. Es sind nicht nur Fertigprodukte, sondern auch zahlreiche Halbfertigprodukte bei geteilten Produktionsprozessen im VK und EU betroffen.

Mit der Einigung haben die EU und das VK das zukünftige Verhältnis zwischen der EU und dem VK umfassend neu gestaltet. 

Die Einigung kommt gerade noch rechtzeitig, um einen nahtlosen Übergang nach Ablauf der am 31. Dezember 2020 endenden Übergangsphase in einen neuen umfassenden vertraglichen Rahmen zu ermöglichen. Dafür müssen nun alle 27 Mitgliedstaaten ihre Zustimmung geben. Das Abkommen wird dann ab 01.01.2021 zunächst vorläufig angewendet, bis das Europäische Parlament seine Zustimmung erteilt hat. 

Das mehr als 1.200 Seiten lange Dokument regelt Fragen zum Handel, der Zusammenarbeit von Polizei und Justiz und dem Krankenversicherungsschutz Reisender bei Notfällen.

Das Freihandelsabkommen bedeutet für die mainfränkischen Unternehmen aber nicht, dass jetzt weiter die Regeln des Binnenmarktes gelten. Das VK ist ein Drittland und es werden trotz des Abkommens Zollformalitäten erforderlich!

Das Abkommen beruht im Kern auf einem Freihandelsabkommen, das weder Zölle noch Quoten vorsieht und damit bedeutende Handelshemmnisse abwendet. Es sieht Nullzollsätze und Nullkontingente für alle Waren vor, die den entsprechenden Ursprungsregeln genügen.

Es muss aber beachtet werden, dass die Zölle nur für Waren mit EU-Ursprung beziehungsweise für Ursprung im Vereinigten Königreich entfallen. Falls dieser Ursprung nicht nachgewiesen werden kann oder es sich um Ursprungswaren anderer Länder handelt, fällt trotz des Abkommens Zoll an. Es kommen also trotz des Abkommens erhebliche administrative Belastungen auf die Unternehmen zu, allein durch die erforderliche Zollbürokratie oder zukünftig vom EU-Binnenmarkt abweichende rechtliche Regeln.

Über den Inhalt der künftigen Ursprungsregeln werden wir Sie noch informieren, sobald mehr Informationen zu dem Abkommen veröffentlicht werden.

Hier finden Sie den Text des Abkommens in englischer Sprache.

Die britische Regierung hat angekündigt, vorerst einmal alles durchzuwinken, was im Rahmen eines Exports aus der EU kommt. Erst nach und nach sollen Papiere vorgelegt werden müssen und Kontrollen stattfinden.

Eine Übersicht über die bisher bekannten Inhalte finden Sie auf der Seite der Europäischen Kommission und des Auswärtigen Amtes.

Die notwendigen Zollformalitäten in ein Drittland ersehen Sie auch aus unserem Exportfilm auf unserer Homepage.

Künftige Beziehungen EU/UK: Kommission veröffentlicht Mitteilung zur Vorbereitung auf Ende des Übergangszeitraums.

Die Mitteilung „Bereit für Veränderungen“ gibt einen nach Sektoren gegliederten Überblick über die wichtigsten Bereiche, in denen sich unabhängig vom Ausgang der laufenden Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich etwas ändern wird, und enthält Maßnahmen, die nationale Behörden, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger treffen sollten, um auf diese Änderungen vorbereitet zu sein. Sie soll jedoch den Verhandlungsergebnissen in keiner Weise vorgreifen. Daher wird darin weder untersucht, wie sich ein Scheitern der Verhandlungen auswirken könnte, noch geprüft, ob Notfallmaßnahmen erforderlich wären.

⇒ ⇒ ⇒ Die IHK Würzburg-Schweinfurt rät dringend allen Unternehmen, die wirtschaftliche Beziehungen mit Großbritannien haben, die Mitteilung der Kommission zu lesen. Diese enthält Tipps für das Ende des Übergangszeitraumes und stellt den Handlungsbedarf von Unternehmen klar heraus. Dieser dringende Handlungsbedarf besteht unabhängig davon, ob es zu einem Abkommen zwischen Großbritannien und der EU kommt oder nicht.

Irland-Frage geklärt

Lange war unklar, wie mit der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland verfahren werden soll. Die Grenze wurde mit dem Brexit zur EU-Außengrenze und erfordert somit Personen-, Waren- und gegebenenfalls Zollkontrollen. Eine harte Grenze zwischen den beiden Ländern lehnte die EU in den Verhandlungen stets ab, aus Solidarität mit Irland und aus Furcht vor möglichen Konflikten an einer harten Grenze auf der Insel.

Laut Brexit-Abkommen soll Nordirland in der EU-Zollunion bleiben, gleichzeitig aber auch im Zollgebiet Großbritanniens sein.

Dazu müssen Kontrollen zwischen Nordirland auf der einen Seite und den Landesteilen England, Schottland und Wales auf der anderen Seite der Irischen See stattfinden. Das wiederum hatte Johnson im Nachhinein ausgeschlossen, weil es die Einheit des Königreichs gefährde. Mitte Mai gab die britische Regierung jedoch bekannt, dass es genau diese Art von Kontrollen in den drei nordirischen Häfen Belfast, Warrenpoint und Larne geben wird. Für die EU und insbesondere ihr Mitgliedsland Irland scheint also ein großes Problem gelöst. Großbritannien hat dafür neue innenpolitische Aufgaben zu bewältigen.

 

 

Aktuelle Wirtschaftsbeziehungen mit Großbritannien

Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Großbritannien ist seit der Brexit-Entscheidung geschrumpft. Von Januar bis November 2019 sind die deutschen Ausfuhren auf einen Gesamtwert von 73,6 Mrd. Euro gesunken. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2018 bedeutet das einen Rückgang um vier Prozent In der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner rutschte Großbritannien in den Jahren nach dem Brexit-Votum 2016 von Platz fünf auf Platz sieben ab.

War Großbritannien vor dem Brexit im Jahr 2015 noch Bayerns zweitwichtigster Exportmarkt, liegt es im aktuellen Ranking nur noch auf Platz fünf. Von Januar bis November 2019 sanken die bayerischen Ausfuhren nach Großbritannien im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum noch einmal um 2,4 Prozent, auf 11,6 Milliarden Euro.

 

Brexit - Umfrage Going International 2020

Der DIHK fragte in seinen internationalen Erhebungen speziell ab, wie es um die Stimmung in der Wirtschaft zum Brexit bestellt ist.

Eine Sonderauswertung von "Going International" verdeutlicht die Einschätzung deutscher Unternehmen, die in Großbritannien aktiv sind. Demnach ist der deutsch-britische Handel seit der Brexit-Entscheidung rückläufig. 58 Prozent der Unternehmen erwarteten bereits vor der Corona-Krise eine Verschlechterung ihrer Geschäfte mit Großbritannien. Neben den befürchteten Zöllen, höheren Kosten und mehr Bürokratie durch den EU-Austritt trägt dazu eine vergleichsweise schwache Wirtschaftsentwicklung auf der britischen Insel bei:

 

 

Unternehmen aus Mainfranken mit geschäftlichen Beziehungen in Großbritannien

Die IHK weiß von aktuell rund 300 mainfränkischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen, die in einer geschäftlichen Beziehung (Export, Handelsvertreter, Niederlassungen oder Produktionsstätten) mit Großbritannien stehen.

Rund zehn Prozent dieser Firmen sind in Großbritannien mit einer Produktionsstätte oder Niederlassung vertreten. Gerade für diese Firmen werden die Folgen des Brexits ein höheres Maß an Rechtsunsicherheit bedingen.

Unsere Mitglieder berichten aber schon jetzt über bspw. Verschiebungen in den Lieferketten oder seit längerer Zeit anhaltende Investitionszurückhaltungen in Großbritannien.

Aktuelle Meldungen zum Brexit

 

Brexit: Zollaussetzungen / Zollkontingente  ǀ  24.07.2020

Verlängerung von Zollaussetzungen für DE-Verwender.Weiterlesen


 

Brexit: Britische Zollkontrollen werden stufenweise eingeführt  ǀ  15.07.2020

Die britische Regierung stellt Planungen für die Zeit nach der Übergangsphase vor. Ziel ist ein möglichst reibungsloser Warenverkehr.Weiterlesen


 

Großbritannien: Wichtige Frist verstrichen  ǀ  01.07.2020

Am Dienstag, den 30. Juni, endete eine wichtige Frist, in der die Zeit für mögliche Brexit-Verhandlungen hätte verlängert werden können.Weiterlesen


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Die Informationen, die diese Merkblätter und Links enthalten, sind mit größter Sorgfalt zusammengestellt worden. Eine Gewähr für die Richtigkeit können wir nicht übernehmen

Ansprechpartner

Kurt Treumann

Betriebswirt (VWA)

Bereichsleiter International

Würzburg

Telefon: 0931 4194-353

E-Mail: kurt.treumann@ wuerzburg.ihk.de

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Silvia Engels-Fasel

Assessorin jur.

Referentin International

Würzburg

Telefon: 0931 4194-247

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Sonja Scheuermann

M.A. Political Science, LL.M. Eur.

Referentin International

Würzburg

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E-Mail: sonja.scheuermann@ wuerzburg.ihk.de

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