Unternehmen aus Mainfranken mit geschäftlichen Beziehungen in Großbritannien

Die IHK weiß von aktuell rund 300 mainfränkischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen, die in einer geschäftlichen Beziehung (Export, Handelsvertreter, Niederlassungen oder Produktionsstätten) mit dem Vereinigten Königreich stehen.

Rund zehn Prozent dieser Firmen sind in Großbritannien mit einer Produktionsstätte oder Niederlassung vertreten. Gerade für diese Firmen werden die Folgen des Brexits ein höheres Maß an Rechtsunsicherheit bedingen.

EU und May einigen sich auf Brexit-Verschiebung bis Ende Oktober

Der Brexit geht erneut in die Verlängerung: Die EU-Staats- und Regierungschefs und Großbritannien haben sich auf einen erneuten Aufschub geeinigt. Danach hat nun Großbritannien bis zum 31. Oktober 2019 Zeit, um den Austritt aus der EU zu planen. Das britische Parlament muss der Verlängerung nach Angaben der Regierung in London nicht noch einmal zustimmen.

Ein Austritt ohne Abkommen am12. April 2019 ist damit verhindert.

Ziel der Verlängerung Ratifizierung des Austrittsabkommens. Ob es dazu kommt oder ob weiterhin die Gefahr eines „No-Deal-Brexits“ besteht bleibt abzuwarten.

 

 

Brexit aus exportkontrollrechtlicher Sicht

Aus exportkontrollrechtlicher Sicht hätte ungeregelte Brexit im Wesentlichen zur Folge, dass Lieferungen in das Vereinigte Königreich (England, Nordirland, Schottland und Wales) als Ausfuhren, und nicht mehr als Verbringungen, anzusehen wären.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der BAFA.

CE-Kennzeichnung

Wenn das VK Drittland wird, hat das auch Folgen für die CE-Kennzeichnung. Davor warnt unter anderem auch die Europäische Kommission und fordert Unternehmen auf, sich vorzubereiten. Sollte es kein Austrittsabkommen geben, verlören Zertifikate von britischen Zertifizierern in den 27 übrigen EU-Mitgliedsstaaten ihre Gültigkeit. Demnach könnten betroffene Produkte nicht mehr in der EU in Verkehr gebracht werden.

In folgender Liste finden Sie die betroffenen Produktkategorien.

Internetdomain .eu

Laut des Heise-Verlags hat das in Brüssel beheimatete Register Eurid, welches für die Vergabe der Internetdomain .eu zuständig ist, erklärt, dass über 300.000 Internetadressen mit der .eu-Endung ihre Gültigkeit im Fall eines ungeregelten Brexit verlieren werden. Betroffene Unternehmen mit Sitz in UK haben demnach nur noch bis Ende Mai Zeit, eine Postadresse innerhalb der EU anzugeben, da ihre Domain sonst anderweitig vergeben wird.

REACH im Rahmen des Brexit

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat auf ihrer Website umfassende Informationen bereitgestellt, was Unternehmen, die im Rahmen der Europäischen Chemikalienverordnung REACH agieren, im Zuge des Brexit beachten sollten. In Großbritannien erfolgen nach Deutschland die meisten Stoffregistrierungen über REACH.

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