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Markterschließung

Die USA im Fokus

Die US-Wirtschaft befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Die niedrige Arbeitslosigkeit und leicht steigende Einkommen machen den Konsum weiterhin zum größten Wachstumstreiber. Zudem investieren die Unternehmen wieder mehr.

Nach einem vergleichsweise schwachen Vorjahreswachstum hat die US-Wirtschaft im Jahr 2017 wieder an Fahrt gewonnen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das Gesamtjahr mit einem realen Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 2,2 Prozent und mit einem ähnlichen Plus für 2018.

Die Handelsbilanz der USA weist ein hohes Defizit aus. Mehrere Länder sind wegen ihres hohen Überschusses im bilateralen Warenhandel mit den USA in die Kritik geraten, darunter auch Deutschland.

Marktchancen in den USA

2017 exportierte der Freistaat Waren im Wert von 21,5 Milliarden Euro in die USA, dies waren 11,2 Prozent aller bayerischen Exporte. Die USA sind damit Bayerns wichtigster Exportmarkt, vor China und Österreich. Stahl und Aluminium spielen im USA-Geschäft für Bayern aber keine große Rolle. Bayern erzielte in diesen Warenkategorien mit den USA Exporterlöse in Höhe von rund 50 Millionen Euro, dies entspricht lediglich 0,2 Prozent der gesamten Ausfuhren in die USA.

Allein schon wegen des immensen Absatzmarktes sind die USA für viele international engagierte Firmen ein "place to be".  Bei einem Anteil von 25 Prozent am globalen BIP haben die USA die mit Abstand weltgrößte Volkswirtschaft. Die Kaufkraft und die Ausgabenfreude der 320 Mio. US-Bürger sorgen für einen immensen Bedarf an Gütern und Dienstleistungen. 

Beziehungen mainfränkischer Firmen zur USA

Die Exportquote Mainfrankens in alle Länder beträgt 43 Prozent. Über die Hälfte der Importe geht dabei in die Märkte des EU-Binnenmarktes. Der US-Markt hat für mainfränkische Firmen in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen.

Der IHK sind folgende Zahlen bez. Kontakte mainfränkischer Firmen mit Verbindung USA bekannt:

  • 280 Firmen stehen in irgendeiner Weise in Kontakt mit den USA
  • 240 exportieren in die USA
  • 102 importieren
  • 48 haben eine Niederlassung oder Produktion

(Die Zahlen dürfen nicht so verstanden werden, dass sie zusammen gezogen werden; es handelt sich um Schnittmengen) Das mainfränkische US-Engagement ist weder auf einzelne Branchen fokussiert, noch auf die Größe mainfränkischer Unternehmen.

Unklarheiten bezüglich der Rahmenbedingungen des US-Marktes

Die von dem Präsidenten angekündigte "America-First-Handelspolitik" lässt die Errichtung neuer Exportbarrieren befürchten. In seinem Wahlprogramm sprach er sich für "faire" Handelsverträge aus, die in den USA Arbeitsplätze schaffen, für höhere Löhne sorgen und das Defizit im Außenhandel reduzieren."Made in Germany" kommt in den USA aber gut an. 

Für mainfränkische Unternehmen sind und bleiben die USA ein wichtiger Markt. Trotz der Aktualität rund um den Machtwechsel der US-Administration sind mainfränkische Firmen, die im US-Markt engagiert sind besonnen und betreiben keinen Aktionismus. Die Devise lautet derzeit abwarten. Ggf. müssten dann nachteilige Rahmenbedingungen des US-Marktes in Kauf genommen werden.

USA: Vereinigte Staaten treiben "Spiel mit dem Feuer"

Das geschlossene Auftreten von Bundesregierung und EU-Kommission hat sich nach Einschätzung von Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), bewährt. Die vorläufige Ausnahme der EU von den US-Strafzöllen sei ein Verhandlungserfolg, dennoch sei die Gefahr eines Handelskrieges noch nicht gebannt. 

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben gab zu bedenken, dass es in den derzeitigen Diskussionen auch um die Frage des Miteinanders in der Welt gehe. US-Präsident Donald Trump drohe mit seiner Vorgehensweise ein internationales Geflecht von Regeln und Vereinbarungen zu kappen. Mit den Worten "Wir sind alle ein bisschen China" verdeutlichte er, dass auch Deutschland und der EU die für China angekündigten US-Strafzölle nicht gleichgültig sein können. Schließlich seien chinesische Unternehmen wichtige Kunden und Lieferanten für die deutsche Wirtschaft.

Aber auch die Vereinigten Staaten würden unter dem Zollstreit mit China leiden, erläuterte er. Das Ganze sei "ein Spiel mit dem Feuer", das keinen Gewinner kenne. Zudem seien die Chinesen die größten Gläubiger der USA und hätten sozusagen "den Dollar in der Hand". Wansleben: "Wie das sich Herr Trump vorstellt, ist mir völlig schleierhaft."

Quelle: DIHK  

USA: Strafzölle schlecht für mainfränkische Wirtschaft

Die Anhebung der Zölle auf Stahl und Aluminium ist drastisch. Ein schwerer Felsbrocken wird damit durch die USA ins weltweite Getriebe der Handelsarchitektur geworfen und eine gefährliche Spirale wurde in Gang gesetzt.

Die vom US-Präsidenten angekündigte "America-First-Handelspolitik" hat sich mit der Anhebung auf Stahl und Aluminium konkretisiert. Stahl und Aluminium sind extrem wichtige Grundrohstoffe der globalen Wirtschaft. Von den Strafzöllen der Trump-Administration werden unmittelbar bspw. die Autobranche, Getränkehersteller, Flugzeugbau, Maschinenbau und Baufirmen und natürlich deren Zulieferer in den USA betroffen sein. Mittelbar ist aber auch eine Reihe von Zulieferern auch außerhalb von Stahl- und Aluminiums genauso betroffen. 

Für Deutschland und Bayern sind die USA wichtigster Handelspartner weltweit. In 2017 gingen 11,2 Prozent aller bayerischen Exporte in die USA. Die USA ist weltweit zweigrößter Automarkt. Die USA droht nun mit weiteren Strafzöllen auf europäische Autos und zielt damit insbesondere auf unsere deutsche Paradeindustrie ab.

Der US-China Handelskonflikt ist in vollem Gange - auch zulasten der weltweit aktiven deutschen Wirtschaft. In der Handelspolitik ist China seit geraumer Zeit Ziel von US-Kritik. Traditionell suchten die USA den Schulterschluss mit Partnern wie der EU und hielten sich an internationales Recht und insbesondere an WTO-Regeln, um handelspolitische Verwerfungen, die Chinas wirtschaftlicher Aufstieg verursacht, zu bewältigen. Der Vorwurf lautet hier, dieser sei u.a. durch unfairen Wettbewerb (Joint-Venture-Zwang, staatliche Subventionen etc.) errungen. Die Trump-Administration agiert derzeit primär unilateral und verstößt dabei gegen WTO-Regeln. Deutsche Unternehmen haben viele Niederlassungen und Engagements in beiden Ländern. Sie verlieren durch die angekündigten Zölle gegen China und die erwarteten Gegenmaßnahmen doppelt.

Das DIHK-Factsheet gibt hierzu einen Überblick.

Für die Wirtschaft Mainfrankens ist es wichtig, dass die Handelsbeziehungen zu den USA wieder verlässlicher und gefestigter werden. Davon haben dann alle Parteien auf beiden Seiten des Nordatlantiks etwas.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemeldung und in der Übersicht des DIHK.

 

Wir stellen Ihnen nachfolgend weitere Informationen zu dem Außenhandelspartner USA zur Verfügung.

 

USA

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