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Länderbericht

Brasilien

Als fünftgrößtes Land der Erde und zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt avancierte Brasilien zu Deutschlands wichtigstem Handelspartner in Lateinamerika. Trotz politischer Krise wächst Brasiliens Wirtschaft wieder. Industrieproduktion und Konsum sollen 2018 deutlich zulegen.

Nach dem Ende der längsten und stärksten Rezession, die Brasilien bislang registriert hat, setzte nun ein langsamer Erholungsprozess ein. Die hervorragende Ernte bescherte Brasilien im ersten Quartal 2017 ein unerwartet hohes Wachstum. Angesichts der niedrigen Inflation und Zinsen erholt sich der private Verbrauch schneller als prognostiziert. In der verarbeitenden Industrie, die zunehmend auch Exportchancen für sich nutzt, steigt die Produktion wieder und die Beschäftigung geht nicht weiter zurück.

Im zweiten und dritten Quartal 2017 ging die Arbeitslosenquote erstmals wieder zurück. Die Erholung des Arbeitsmarktes sowie der Investitionen wird jedoch zeitversetzt und voraussichtlich nur sehr langsam anlaufen. Grund dafür ist unter anderem die hohe Unsicherheit gegenüber der Politik. Die Spekulationen um die Präsidentenwahl im Oktober 2018 laufen bereits auf Hochtouren. Derweil ist die Regierung unter Präsident Michel Temer nach den vielen Korruptionsskandalen so stark geschwächt, dass sie die dringend erforderliche Reform der Rentenversicherung womöglich nicht durchsetzen kann.

Außenhandel: Exporte steigen doppelt so stark wie Importe

Brasiliens Außenhandel wächst überdurchschnittlich und trägt zur Erholung der Wirtschaft bei. Für die ersten elf Monate des Jahres weist die Handelsbilanz einen Rekordüberschuss von 62 Milliarden US$ auf. Die Exporte des Agrarsektors stiegen sowohl mengenmäßig aufgrund der sehr guten Ernte, als auch wertmäßig infolge höherer Rohstoffpreise. Wegen der weiterhin relativ schwachen Inlandsnachfrage setzen die Hersteller verschiedener Industriesegmente zunehmend auf den Export. Die Regierung fördert den Außenhandel über die Vereinfachung der Verfahren. Brasilien ist noch immer die geschlossenste Volkswirtschaft der G20-Staaten.

Die Importe aus Deutschland waren zwischen Januar und Oktober entgegen dem allgemeinen Trend leicht rückläufig (-0,7 Prozent), weshalb Argentinien nun knapp vor Deutschland den Platz des drittwichtigsten Lieferlandes einnimmt. Weit vorne liegen nach wie vor die VR China und die USA. Die deutschen Lieferungen lagen in den ersten zehn Monaten 2017 bei 7,7 Milliarden US$, was 6,1 Prozent der Importe Brasiliens entspricht.

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