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ASEAN im Fokus

Thailand

Thailand hat erfolgreich die Weichen gestellt, für eine nachhaltige Entwicklung zu einem höheren Entwicklungspfad mit breiterem Industrieprofil. Der Jahresverlauf 2018 scheint den neuen Wirtschaftskurs zu bestätigen: Im Inland boomen Konsum und Investitionen, während der Export von der Weltkonjunktur profitiert. Dazu bringen ausländische Investitionen dringend benötigte moderne Technologie. Stabilisierend wirken zudem die niedrige Inflation und die Festigung der nationalen Währung Baht.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte im ersten Halbjahr 2018 bedingt durch eine höhere Inlands- und Auslandsnachfrage um 4,8 Prozent zulegen. Der Export stieg um 11,1 Prozent, wesentlich getragen von Kraftfahrzeugen, Elektronik, Petrochemie und einigen Agrargütern. Die privaten Investitionen stiegen um 3,2 Prozent, die staatlichen sogar um 4,5 Prozent. Das gewachsene Konsumentenvertrauen ließ den privaten Konsum um 4,1 Prozent ansteigen, hauptsächlich bedingt durch langlebige und kostspielige Konsumgüter. 

Außenhandel: Import wächst stärker als Export

Der Export konnte sich 2017 kräftig erholen, was sich auch 2018 zunächst fortsetzte. Allein im ersten Halbjahr wuchs der Import um 1,1 Prozent, wesentlich getragen von Autos (+15,1 Prozent) und Elektronik (+12,4 Prozent) wie auch von Petrochemie. Der September brachte eine Kehrtwende, angesichts zunehmender externer Risiken durch höhere Erdölpreise und Zinssätze sowie die schwächere Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten wie USA und China. Die ADB (Asien Development Bank) prognostizierte dennoch für 2018 wie 2019 Zuwächse um jeweils 10 Prozent.

Mit der Projektion stärkerer Investitionen verbindet sich auch die Erwartung einer steigenden Importnachfrage nach Rohstoffen, Zwischenprodukten, Kapitalgütern, Teilen und Komponenten. Bis September hatte der Import bereits um 15 Prozent auf 187 Milliarden zugelegt und damit den Positivsaldo der Handelsbilanz auf 3 Millliarden US$ verringert. Laut der ADB dürfte sich damit 2018 auch der Überschuss der Leistungsbilanz auf 8 Prozent des BIP reduzieren und auch 2019 weiter auf geschätzte 7,5 Prozent schrumpfen. Im Import von über 1 Milliarde US$ dominieren die USA, China, Japan und Deutschland.

Chancen für Unternehmen

Deutschland ist für Thailand nach wie vor mit Abstand der wichtigste Handelspartner in der Europäischen Union. Deutschland exportiert vor allem Maschinen und Bauteile, Chemikalien, elektrische und elektronische Produkte sowie Kraftfahrzeuge/-teile und importierte Schmuck und Edelsteine, Datenverarbeitungsanlagen und Teile davon, integrierte elektronische Schaltungen, sowie Textilien und landwirtschaftliche Produkte.

126 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Mainfranken haben aktuell geschäftliche Beziehungen mit Thailand. Rund 78 mainfränkische Firmen exportieren nach Thailand und fünf unterhalten dort eine eigene Niederlassung. 

Thailands Industriestruktur wächst. Neben traditionellen Zweigen wie Nahrungsmittel, Automobil und Elektronik werden Roboter, Biochemie und Medizintechnologie gefördert. Die verarbeitende Industrie investiert in Automatisierungstechnik. Die Regierung hat den Cluster "Robotik und Automatisierung" als Zukunftstechnologie identifiziert und fördert die Branche. Die Chemie zählt zu den zehn Zukunftsclustern, der Fokus soll auf umweltfreundliche Produkte und biobasierter Petrochemie gelegt werden, insbesondere höherwertige Polymere für Autoteile, Baumaterialien, Ingenieurwesen oder Medizintechnik. Zur Neige gehende Erdgasreserven zwingen zur schnellen Diversifikation in erneuerbare Energien. Die Bauinvestitionen beliefen sich 2017 auf knapp 36 Milliarden US$. Bis 2020 wird eine jährliche Zuwachsrate von 8 Prozent prognostiziert. Der Markt für Medizintechnik wächst jährlich mit rund 8 Prozent und wird 2018 auf rund 1,5 Milliarden US geschätzt.Thailand fördert die Elektronikbranche durch einen Cluster "Smart Electronics". Besonders Mikroelektronik und Embedded Systems stehen im Fokus, sowie technologische Neuentwicklungen bei elektronischen Laufwerken (HDD, SSD) und Ausrüstungen für die Sektoren Telekommunikation, Automobilbau, Medizintechnik und die Industrie allgemein.

Weitere Informationen erteilt die Deutsch-Thailändische Handelskammer.

Stand: 21.08.2019

Thailand

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