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ASEAN im Fokus

Malaysia

Die Wachstumsprognosen für die malaysische Wirtschaft für 2019 wurden leicht gesenkt. Aktuell gehen das Malaysian Institute of Economic Research (MIER) und das Department of Statistics von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von real "nur noch" 4,5 Prozent aus. 2018 konnten 4,7 Prozent erzielt werden und 2017 sogar 5,9 Prozent. Das nachlassende Wachstum wird mit den unsicheren globalen Wirtschaftsaussichten begründet. Die Weltbank ist optimistischer und behält ihre Prognose von 4,7 Prozent für 2019 bei. Beide möglichen Ergebnisse könnten sich angesichts der aktuellen globalen Verwerfungen mehr als sehen lassen.

Der private Konsum ist traditionell eine der wichtigsten Säulen der malaysischen Wirtschaft. Im langjährigen Durchschnitt liegt der Anteil am nominellen BIP bei 47,2 Prozent. Im 3. Quartal 2018 wurde der Konsum durch die "verbrauchsteuerfreie Zeit" angefacht und erreichte die neue Bestmarke von 59,2 Prozent. Zum 1. Juni 2018 war die Mehrwertsteuer abgeschafft worden, was vor allem die Nachfrage nach Kfz und anderen hochpreisigen Konsumgütern stark anregte. Erst am 1. September 2018 wurde dann die neue Verbrauchsteuer, die sogenannte "Sales and Service Tax" (SST), eingeführt.

Außenhandel:

China dominiert die Importstatistik. China ist für fast ein Fünftel aller malaysischen Einfuhren verantwortlich. Der Abstand zum zweitplatzierten Singapur dürfte sich in den nächsten Jahren weiter vergrößern.

Deutschland ist mit einem Anteil von 3 Prozent das wichtigste europäische Lieferland und liegt im weltweiten Vergleich auf Rang zehn. Als Abnehmer malaysischer Güter wird Deutschland in Europa nur von den Niederlanden übertroffen. Innerhalb der ASEAN ist Malaysia nach Singapur Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner mit einem Handelsvolumen von knapp 16,2 Milliarden US$.

Chancen für Unternehmen

Malaysia bietet für deutsche Firmen vor allem für hochwertige Waren und innovative Dienstleistungen einen attraktiven Markt. Eine große Zahl deutscher Firmen sind bereits in Malaysia aktiv. Auch der Mittelstand ist vertreten, der oft schon auf ein jahrzehntelanges erfolgreiches Engagement in Malaysia zurückblicken kann.

Zu den guten Standortfaktoren zählen die ausgesprochen wirtschaftsfreundliche Politik, attraktive Investitionsanreize, eine effiziente Wirtschaftsverwaltung, erhebliche staatliche Investitionen in die Entwicklung qualifizierter Arbeitskräfte und ein solides Schutzniveau geistigen Eigentums. Deutsche Unternehmen erkennen zunehmend die Bedeutung dieser dynamischen Wachstumsregion für ihren nachhaltigen Geschäftserfolg an.

„Malaysia zeichnet die Nachhaltigkeit und Kontinuität des wirtschaftlichen Erfolges bei einem bereits hohen Entwicklungsstadium aus,“ so Herr Alexander Stedtfeld von der Deutsch-Malaysischen Industrie- und Handelskammer.

107 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Mainfranken haben aktuell geschäftliche Beziehungen mit Malaysia. Rund 72 mainfränkische Firmen exportieren nach den Malaysia und 7 Firmen unterhalten dort eine eigene Niederlassung.

Alle Industriesektoren Malaysias konnten mit 2018 sehr zufrieden sein. 2019 dürfte ähnlich erfolgreich werden. In der Maschinenbauindustrie führt die Transformation der verarbeitenden Industrie zu steigenden Investitionen. Die malaysische Regierung möchte der Industrie helfen, die notwendigen Schritte zur "Industrie 4.0" zu gehen. Dafür hat sie im aktuellen Budget zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Das Investitionsklima ist nach wie vor sehr gut. Insbesondere im Elektroniksektor sollte die Nachfrage nach neuen Produktionsanlagen weiter zunehmen. 2018 wurden 21,1 Milliarden US$ in der verarbeitenden Industrie investiert und damit 37,2 Prozent mehr als 2017. Der Markt für Industriechemikalien sollte 2019 abermals ein mittleres einstelliges Wachstum ausweisen, schätzen Industrievertreter. Malaysia plant, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung von derzeit 2 Prozent (ohne Wasserkraft) auf 20 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Der malaysische Medizintechniksektor generiert jährliche Umsätze von rund 1,4 Milliarden US$. Knapp über 80 Prozent des Inlandsbedarfs werden durch Importe gedeckt. Umgekehrt sind nahezu 90 Prozent der heimischen Produktion für den Export bestimmt, der vor allem aus Gummihandschuhen besteht. Rund 60 Prozent aller Gummihandschuhe weltweit stammen aus Malaysia. An Malaysias Rolle als eines der weltweit führenden Länder bei der Herstellung von Halbleitern, elektronischen Erzeugnissen und Solarpanelen dürfte sich in den nächsten Jahren nichts ändern. Für die meisten deutschen Pkw-Hersteller war 2018 ein Rekordjahr. Mercedes steigerte seinen Absatz um 8,7 Prozent, BMW sogar um 13,1 Prozent und VW um 7,1 Prozent. Porsche und Audi mussten hingegen Rückgänge verkraften. Die Zulassungszahlen insgesamt gingen um 3,8 Prozent nach oben, während die Produktion um 13,1 Prozent zulegte.

 

Weitere Informationen erteilt die Deutsch-Malaysische Industrie- und Handelskammer.

Stand: 22.08.2019

Malaysia

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