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ASEAN im Fokus

Kambodscha

Kambodscha ist eine offene Volkswirtschaft, der Außenhandel bleibt der Motor der Wirtschaftsentwicklung. Im Jahr 2016 wuchs das Außenhandelsvolumen auf 22 Mrd. USD. Dabei werden vor allem Baumaterialien, Kraftfahrzeuge, Maschinen, Benzinprodukte, Gold und pharmazeutische Produkte aus der Volksrepublik China, den USA sowie den benachbarten Ländern Thailand und Vietnam importiert.

Die Einnahmen aus Exporten stiegen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um rund 18 Prozent und betrugen ca. 10 Mrd. USD. Wichtigste Exportprodukte sind vor allem Textilien (ca. 70 Prozent), zudem Holz, Reis und Fisch, Rohstoffe sowie Schuhe. Von geringer, aber zunehmender Bedeutung sind außerdem Zwischenprodukte im Elektronik- und Automobilsektor, 45 Prozent der kambodschanischen Exporte gehen mittlerweile in die EU, da sie dort aufgrund der "Everything but arms"-Regelung zollrechtlich privilegiert sind. Das Handelsbilanzdefizit für 2016 sank auf ca. 0,2 Mrd. USD. Ausländische, insbesondere asiatische Investoren tätigen ihre Investitionen überwiegend in von der Regierung errichteten "Special Economic Zones", die günstigere Steuern, verlässliche Stromversorgung und eine bestimmte Anzahl an lokal verfügbaren Arbeitskräften versprechen.

Die Landwirtschaft, die Textil- und Schuhproduktion, die Bauindustrie und der Tourismussektor sind die relevanten Sektoren der kambodschanischen Wirtschaft. Seit Beginn der 1990er Jahre findet eine Transformation von der Konzentration auf die Landwirtschaft hin zu einer Wirtschaftsstruktur mit abnehmendem Agraranteil und wachsender Bedeutung von Industrie und Dienstleistungssektor statt.

Kambodschas Bauwirtschaft entwickelt sich dynamisch. Das größte Wachstum verzeichnen Apartments in Phnom Penh, die zumeist von ausländischen Firmen errichtet und von Expatriates erworben werden. Industrieanlagen konzentrieren sich auf Sonderwirtschaftszonen, während im Handel erste moderne Shoppingmalls entstehen. Das Panorama der Hauptstadt Phnom Penh von einem höheren Gebäude im Zentrum ist beeindruckend. Zwischen den traditionellen Niedrigbauten strecken sich erste moderne Hochhäuser in den Himmel mit dem 2013 eingeweihten Vattanac Capital Tower auf 38 Stockwerken als dem neuen Wahrzeichen des modernen Phnom Penh.

Sonderwirtschaftszonen (SEZ) sollen die Attraktivität für Auslandsinvestoren zur Warenfertigung steigern. Aktuell sind insgesamt 35 Zonen genehmigt, von denen elf bereits eröffnet und aktiv sind. Die größte ist die Sihanoukville SEZ, die von privaten Investoren aus Kambodscha und VR China mitfinanziert wurde. Weitere sind Pnomh Penh, Manhattan, Tai Seng Bavet, Poipet, Goldframe Pak Shun, Koh Kong und Sihanoukville Port. Die Regierung erarbeitet in diesem Rahmen eine neue "Industrial Development Policy 2015-25" mit den vier Schwerpunkten Agrarindustrie, Förderung der KMU, Humankapital und Berufsausbildung sowie Transport und Logistik. Elf spezielle Arbeitsgruppen sollen sich für eine stärkere Entwicklung des Privatsektors einsetzen und Hindernisse ausräumen.

Die positiven Entwicklungen Kambodschas werden durch eine stabile Politik und eine kontrollierte, solide volkswirtschaftliche Führung begünstigt,“ so Herr Jörg Buck von der Deutsch-Thailändischen Handelskammer.

Kambodscha hat keine eigene Auslandshandelskammer (AHK) vor Ort, zuständig ist die Deutsch-Thailändische Handelskammer.

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