© sihasakprachum / Getty Images/iStockphoto

ASEAN im Fokus

Indonesien

Die indonesische Wirtschaft ist in der ersten Amtszeit (2014 bis 2019) von Präsident Joko Widodo real um durchschnittlich knapp über 5 Prozent gewachsen. In den internationalen Business-Rankings hat sich Indonesien unter Widodo deutlich verbessert. So ging es beispielsweise im Ease-of-Doing-Business-Index von Platz 120 (2014) auf Rang 73 (2018) nach oben. Dennoch klagen ausländische Unternehmen weiterhin über Korruption, Bürokratie und eine nationalistische Wirtschaftspolitik, die ausländische Unternehmen systematisch benachteiligt.

Außenhandel: Deutsche Exporte steigen 2018 deutlich 

Indonesiens Importe sind 2018 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und erreichten mit 188,7 Milliarden US$ den zweithöchsten Wert seit 2013. In nahezu allen Produktgruppen wuchs die Nachfrage deutlich.

Deutschland lieferte 2018 Waren im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar (US$) nach Indonesien. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent und gegenüber 2016 um 19,8 Prozent. Bei den Lieferungen handelt es sich überwiegend um Technologie. Wichtigstes Exportgut sind weiterhin Maschinen, gefolgt von Produkten der Chemieindustrie sowie Elektrotechnik und Kfz/-Teilen. Indonesien gehört aber insgesamt zu den kleineren deutschen Exportmärkten (Rang 51).

Mit dieser Entwicklung konnten Indonesiens Exporte allerdings nicht mithalten, sodass für 2018 ein Rekord-Außenhandelsdefizit von 8,5 Milliarden US$ zu Buche steht. Das treibt das medial im Fokus stehende  Leistungsbilanzdefizit nach oben und schürt den Ruf nach Importbeschränkungen, der in der Bevölkerung durchaus Zustimmung findet.

Im 1. Quartal 2019 sind die Einfuhren im Vorjahresvergleich um 7,4 Prozent zurückgegangen und die Außenhandelsbilanz ist nahezu ausgeglichen. Prognosen von Handelsministerium und Statistikamt gehen aber davon aus, dass der Importwert im Gesamtjahr 2019 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr liegen dürfte.

Chancen für Unternehmen

Indonesien stellt kaum Technologie her und ist in allen Wirtschaftsbereichen auf die Einfuhr von Maschinen und Vorprodukten angewiesen. Auch 2019 bleibt die Importnachfrage hoch.

Mehr als 300 deutsche Unternehmen sind bereits in Indonesien entweder durch Produktionsstätten oder Repräsentanzen vertreten. Die deutsche Industrie baut in Indonesien u. a. Stromkraftwerke und Industrieanlagen, montiert Autos und produziert Medikamente und Chemikalien für den lokalen und internationalen Markt. Das Image deutscher Unternehmen und Produkte ist sehr positiv. Die Qualität von "Made in Germany" wird geschätzt. Aus Sicht der AHK Indonesien bieten geplante Infrastrukturerweiterungen ein vielseitiges Geschäftspotential für deutsche Unternehmer.

„Der Investitionsbedarf in der verarbeitenden Industrie muss mit importierter Technologie gedeckt werden, wovon auch deutsche Maschinenbauer profitieren,“ so Herr Jan Rönnfeld, Geschäftsführer der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer Indonesien. Als "profitablen Markt mit großem Potenzial" beschreibt er sein Gastland – mit rund 255 Millionen Menschen die größte Volkswirtschaft Südostasiens.

102 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Mainfranken haben aktuell geschäftliche Beziehungen mit  Indonesien. Rund 68 mainfränkische Firmen exportieren nach Indonesien und 4 Firmen unterhalten dort eine eigene Niederlassung.

Der indonesische Maschinenbau erwirtschaftet nach Angaben des Statistikamtes nur 3 Milliarden US-Dollar im Jahr. Das technische Know-how kommt dabei überwiegend von ausländischen Unternehmen. Für deutsche Maschinenbauer ist Indonesien vor allem Absatzmarkt. Aufgrund der guten Geschäftsaussichten haben in den vergangenen Jahren viele ausländische Unternehmen in die indonesische Chemiebranche investiert. Wichtigster Sektor ist die Spezialchemie.  Der Ausbau der Infrastruktur ist Treiber der Bauwirtschaft. Sie wird auch in den kommenden Jahren stärker als die Gesamtwirtschaft wachsen. Sollte Indonesien tatsächlich eine neue Hauptstadt bauen, ist in riesigem Umfang ausländisches Know-how gefragt. Die staatlichen Gesundheitsausgaben haben sich zwischen 2013 und 2017 mehr als verdoppelt. Der Aufbau einer allgemeinen Krankenversicherung lässt den Bedarf nach Medizintechnik ansteigen. Die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ist die mit Abstand größte Branche des verarbeitenden Gewerbes und wächst seit Jahren deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft.

Weitere Informationen erteilt die Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer

Stand: 22.08.2019

Indonesien

Haftungsklausel

Die Informationen, die diese Merkblätter enthalten, sind mit größter Sorgfalt zusammengestellt worden. Eine Gewähr für die Richtigkeit können wir nicht übernehmen.

Ansprechpartner

Kurt Treumann

Betriebswirt (VWA)

Bereichsleiter International

Würzburg

Telefon: 0931 4194-353

E-Mail: kurt.treumann@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Silvia Engels-Fasel

Assessorin jur.

Referentin International

Würzburg

Telefon: 0931 4194-247

E-Mail: silvia.engels-fasel@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular

Sonja Scheuermann

M.A. Political Science, LL.M. Eur.

Referentin International

Würzburg

Telefon: 0931 4194-325

E-Mail: sonja.scheuermann@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular