08.05.2017 - 15:37 Uhr

Zwischenbilanz beim BIHK-Spitzentreffen

IHK-AusbildungsScouts erreichen mehr als 1.700 mainfränkische Schüler

Frischer Wind mit den AusbildungsScouts: Beim BIHK-Spitzengespräch treffen Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (Mitte), BIHK-Präsident Dr. Eberhard Sasse (2 v.l.) und Thomas Hanauer (r.), Vizepräsident der IHK Regensburg für Ober-pfalz / Kelheim auf die zwei AusbildungsScouts Tobias Wurmitzer (22), Azubi zum Medientechnologen bei der Constantia Hueck Folien GmbH & Co. KG, Pirkmühle, Landkreis Neustadt an der Waldnaab, und Lisa Scheubeck (21), die Ende Februar ihre Ausbildung zur Fremdsprachen-Industriekauffrau bei der Maschinenfabrik Reinhausen in Regens-burg abgeschlossen hat. Beide haben insgesamt neun Scout-Einsätze absolviert und berichteten über ihre Erfahrungen an den Schulen. (© Foto: Uwe Moosburger)

Würzburg/Regensburg – Mit dem Projekt „AusbildungsScouts“ werben die bayerischen Industrie- und Handelskammern seit Anfang 2016 bei den Schülern im Freistaat für die Berufsausbildung.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und Eberhard Sasse, Präsident des bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), haben heute beim BIHK-Spitzentreffen in Regensburg eine positive Zwischenbilanz des vom bayerischen Wirtschaftsministerium geförderten Projekts gezogen.

Über 1.700 Schüler in Mainfranken informiert  

„Die duale Berufsausbildung – möglicherweise mit anschließender Aufstiegsfortbildung – ist immer noch der beste Weg zur Karriere. Unsere Firmen brauchen mehr Fachkräfte mit einer dualen Ausbildung als Akademiker. Viele Schulabgänger sind übrigens auch in den Betrieben besser aufgehoben als in den Hörsälen.“, so Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt, zu den Zielen des Projekts. Davon wollen die IHK-AusbildungsScouts Jugendliche überzeugen. Sie gehen in die Schulen und informieren Schüler über ihre eigenen Ausbildungsberufe. Bei einem Besuch sprechen jeweils zwei Auszubildende 45 Minuten über ihre persönlichen Erfahrungen und beantworten die Fragen aus der Schulklasse.  

„Das Projekt kommt bei Schülern und Lehrern dank der Kommunikation auf Augenhöhe gut an.“, so Deinhard. In Mainfranken haben die IHK-AusbildungsScouts bislang rund 1.700 Schüler über die große Vielfalt der Lehrberufe und die Karrierechancen nach einer Ausbildung informiert. Ein Viertel der mainfränkischen Schulen sind bereits dabei. Dazu sind aktuell 51 Auszubildende als IHK-AusbildungsScouts unterwegs, sie hat die IHK zunächst geschult und dann in Zweier-Teams in die mainfränkischen Klassenzimmer geschickt. Bayernweit wurden mehr als 1.000 Azubis zu Scouts geschult. Sie haben bereits mehr als 18.000 Schülern an über 300 Gymnasien sowie Mittel- und Realschulen in ganz Bayern bei der Berufsorientierung geholfen.  

Bayerns Wirtschaftsministerin Aigner sagte: „Der Fachkräftemangel belastet die Wirtschaft zusehends. Alleine im letzten Jahr konnten bayernweit rund 12.000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Es ist mir daher ein großes Anliegen, für die betriebliche Ausbildung als ersten Schritt für eine erfolgreiche berufliche Karriere zu werben. Mit der Kampagne ‚Elternstolz‘ oder den AusbildungsScouts haben wir gemeinsam mit unseren Partnern aus der Wirtschaft bereits sehr erfolgreich für eine Lehre bzw. Ausbildung geworben. Dieses Engagement wollen wir fortsetzen, um die betriebliche Ausbildung als gleichwertiges berufliches Sprungbrett neben der universitären Ausbildung zu etablieren.“  

Bis Mitte 2018 sollen bis zu 3.000 bayerische Azubis am Projekt teilnehmen und rund 100.000 Schüler im Freistaat erreichen. Grund für die Aktion ist der fehlende Fachkräftenachwuchs in vielen Betrieben: Die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge im Freistaat im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungen ist im Jahr 2016 erneut leicht gegenüber dem Vorjahr gesunken – auf 53.180. In Mainfranken konnte die IHK Würzburg-Schweinfurt im vergangenen Jahr 3.773 neue Ausbildungsverträge eintragen – ein Minus von 137 Verträgen oder 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  

Weitere Themen beim Meinungsaustausch der Präsidenten und Hauptgeschäftsführer aller neun bayerischen IHKs mit der Ministerin waren der Stand der Energiewende, die Digitalisierung sowie die Integration von Flüchtlingen in Arbeit oder Ausbildung.