© Valery Seleznev / Fotolia

Geschichte der IHK Würzburg-Schweinfurt

Von den Anfängen bis zum Ende der Weimarer Republik

Mit dem Wunsch nach Einrichtung einer Handelskammer meldeten sich in Bayern als erste Pfälzer Kaufleute im Jahr 1819 zu Wort.  König Ludwig I. erteilte am 19. Mai 1843 die Genehmigung zur Errichtung der Wirtschaftskammer, die sich protokollarisch am 6. Juni konstituierte. Die „Handelskammer für den Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg mit Sitz in Würzburg“ begann ihre Tätigkeit unter dem Vorsitz des Würzburger Kaufmanns Anton Fischer.

Die Leistungen ruhten auf drei Säulen: Sachverständigentätigkeit für die staatlichen Behörden, Interessenvertretung gegenüber diesen Behörden, Dienstleistungen für die kammerzugehörigen Firmen. 

Die Anfänge der mainfränkischen IHK reichen jedoch schon viel früher zurück. Die älteste nachweisbare Quelle ist eine Urkunde des Fürstbischofs Johann Philipp von Schönborn mit der Anordnung, eine Anstalt zur Kontrolle der Privilegien auswärtiger Woll- und Tuchhändler zur gründen und dazu eine „gehörige Anstalt zu machen“, die älteste Vorläuferin der späteren Handelsinnung, beziehungsweise Handelskammer, 1669.

1914 - 1927

1913 kaufte die Vollversammlung der Handelskammer dieses Gebäude an der Ecke Neubaustraße - Ottostraße in Würzburg. 1914 wurde der Bau des ersten eigenen Kammergebäudes beendet. Das klassische Feld, auf dem die Kammer versuchte, die Infrastruktur zu verbessern und damit die Voraussetzungen für eine weitere Wirtschaftsentwicklung zu schaffen, war die Verkehrspolitik. Am Anfang der Weimarer Republik startete die Kammer eine große Initiative, als es um die Mainkanalisierung ging (1917 Gründung Main-Donau-Stromverbund). 1927 wurde der Name in „Industrie und Handelskammer“ geändert.

Die Zeit des Nationalsozialismus

Am 24. März 1933 trat in den Räumen der Würzburger Kammer die nationalsozialistische Revolution in Gestalt des Gauführers Störrlein vom Nationalsozialistischen Kampfbund des Gewerblichen Mittelstandes aus. Er besetzte mit einer Gruppe SA-Männer das Kammergebäude, zwang das Präsidium zum Rücktritt und ernannte sich selbst zum Präsidenten der IHK. Reichswirtschaftsminister Funk entwickelte den Gedanken, die Parteigaue zu Grundeinheiten auch der staatlichen Gliederung zu machen und erließ im April 1942 eine Verordnung, die die bisherigen Kammern auflöste und Gauwirtschaftskammern errichtete, so auch in Mainfranken.

Die Satzung der Kammer

Die Satzung der Kammer vom 1. Januar 1943 reproduzierte im Wesentlichen die ministerielle Verordnung, sie war ein nachgeordnetes Vollzugsorgan der staatlichen Behörden, insbesondere der Wirtschaftsämter. So war sie beteiligt an der Umstellung von Betrieben auf Fertigung für die Rüstung sowie an den kriegsbedingten Stilllegungen und dem ständigen Personalabbau zugunsten des Fronteinsatzes. Die Kammer wirkte gutachterlich mit in der Rohstoff- und Energiebewirtschaftung, bei den Auslagerung kriegswichtiger Betriebe und an anderen Notmaßnahmen, die die Produktion aufrechterhalten sollten sowie beim Einsatz von Handwerksbetrieben zur Behebung von Fliegerschäden.

Die Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg erwirkte Regierungspräsident Adam Stegerwald beim örtlichen Militärbefehlshaber die Erlaubnis, die Reste der Gauwirtschaftskammer in eine Wirtschaftskammer für Mainfranken zu überführen. Als Präsidenten schlug er den Generaldirektor der Würzburger Firma Koenig & Bauer vor, Dr.-Ing. Hans Bolza, der von der Militärregierung dann in dieses Amt eingesetzt wurde. Auf ihrer konstituierenden Sitzung vom 28. Mai 1945 firmierte die Kammer als „Wirtschaftskammer Mainfranken“ und bezeichnete sich als Rechtsnachfolgerin der Gauwirtschaftskammer Mainfranken, deren Vermögen und Personal (die Entnazifizierung stand noch bevor) sie übernahm. Der weiter amtierende Hauptgeschäftsführer aus der Kriegszeit Dr. jur. Wilhelm-Hugo Zapf wurde im Zuge der Denazifizierung entlassen, an seine Stelle trat für kurze Zeit der Diplomkaufmann Josef Klingler. Erst mit der Bestellung von Alfred Brandenstein im August 1947 (bis 1965) kam in die Geschäftsführung Kontinuität, dem Professor Dr. Dieter Schäfer von 1966 bis 1993 nachfolgte.

Nach Abspaltungsbestrebungen von Aschaffenburg und Schweinfurt änderte ein Reformentwurf den Namen der Kammer in „IHK Würzburg-Schweinfurt“ und sah als wesentliche Neuerung die Rotation des Präsidentenamtes im Turnus zwischen Würzburg, Schweinfurt und den Gremialbezirken vor, was die IHK-Gremialbezirke gleichgewichtig neben die beiden Städte stellte und das 1948 eingeführte Prinzip der Drittelparität vollendete. Mit der am 11. April 1961 von der Vollversammlung verabschiedeten und am 6. Juli desselben Jahres vom Wirtschaftsministerium genehmigten neuen Satzung war so nach dem Abfall Aschaffenburgs eine Lösung gefunden, die den Bedürfnissen der mainfränkischen Wirtschaft entsprach.

Neueste Geschichte

Am 16. Juli 1990 bezog die IHK die neue Hauptgeschäftsstelle im Würzburger Stadtteil Zellerau. Der Wegzug aus der Innenstadt wurde auch als Impuls für den zu dieser Zeit noch unterentwickelten Stadtteil verstanden. In Schweinfurt unterhält die IHK im Gewerbegebiet "Am Hainig" eine Geschäftsstelle.

Im Jahr 2004 wurde die alte Geschäftsführerstruktur durch eine Vorstands- und Bereichsleiterebene ersetzt. Heute bilden der Hauptgeschäftsführer und zwei Stellvertreter den Vorstand, insgesamt 13 Bereichsleiter verantworten die operativen Arbeitsbereiche.

Die IHK Würzburg-Schweinfurt ist an mehreren Einrichtungen zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft in Mainfranken beteiligt, unter anderem an der Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) GmbH, deren Mehrheitsgesellschafter die IHK neben Stadt und Landkreis Würzburg ist.

Ansprechpartner

Radu Ferendino

Assessor

Bereichsleiter Kommunikation

Würzburg

Telefon: 0931 4194-319

E-Mail: radu.ferendino@ wuerzburg.ihk.de

Kontaktformular