14.11.2016 - 08:44 Uhr

IT-Sicherheitsforum 2016

Cybercrime und Datenschutz in der vernetzten Welt

IT-Sicherheitsexperten, Unternehmer und IT-Beauftragte tauschten sich auf dem IT-Sicherheitsforum 2016 aus. Im Bild (vorne von links): Lukas Knorr (Leitender Oberstaatsanwalt der Zentralstelle Cybercrime Bayern), Dr. Andreas Gabriel (Ethon GmbH), Professor Dr. Angelika Kreitel (Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt), Dr. Klaus D. Mapara, (IHK-Vizepräsident und Geschäftsführer des Robert Krick Verlages), Christian Schröder (Key Account Manager von Reddoxx) und Thomas Fleischmann (iWelt AG/ WatchGuard Technologies GmbH); im Bild hinten: Daniel Aller (IHK-Referent für eBusiness), Bastian Lorenz (iWelt AG/ WatchGuard Technologies GmbH), Oliver Freitag (IHK-Bereichsleiter Innovation und Umwelt) und Heiko Rittelmeier, (Polizeihauptkommissar und Koordinator für den Bereich Cybercrime beim Polizeipräsidium Unterfranken). Bild: M. Capristo, IHK Würzburg-Schweinfurt. Information: Daniel Aller, IHK, Tel. 0931 4194-317, E-Mail: daniel.aller@wuerzburg.ihk.de oder unter www.wuerzburg.ihk.de

Würzburg/Eibelstadt - Die Digitalisierung ist einer der bestimmenden Megatrends unserer Zeit. Durch die lückenlose Vernetzung der Wirtschaft können Unternehmen Arbeitsabläufe optimieren und Kosten einsparen. Gleichzeitig wächst aber die Gefahr, Opfer von Cyberkriminalität zu werden. Rund 130 Teilnehmer informierten sich auf dem IT-Sicherheitsforum 2016, einer Kooperationsveranstaltung der IHK Würzburg-Schweinfurt mit der iWelt AG, über „Cybercrime und Datenschutz in der vernetzten Welt.

Dr. Klaus D. Mapara, Vizepräsident der IHK Würzburg-Schweinfurt und Geschäftsführer des Robert Krick Verlages, griff in seiner Begrüßung das Thema IT-Sicherheit, insbesondere die Gefahren von Angriffe durch Verschlüsselungssoftware (Ransomware), auf. „Nicht nur große Unternehmen wie Sony und Apple werden attackiert, es stehen auch vermehrt kleine und mittlere Unternehmen oder Kommunen im Fokus von Cyberkriminellen. So wurde beispielsweise jüngst die Stadt Dettelbach durch Ransomware erpresst. Nicht auszudenken was passiert, wenn Krankenhäuser betroffen sind.“  

Lukas Knorr, Leitender Oberstaatsanwalt der Zentralstelle Cybercrime Bayern, fordere die Teilnehmer auf, in einem solchen Fall, die Staatsanwaltschaft frühzeitig einzuschalten und nichts zu überstürzen: „Wichtig ist, erst einmal die Ruhe zu bewahren, die forensische Sicherung zu planen und zu dokumentieren, löschen Sie nicht übereilt wichtige Beweismittel wie E-Mails.“  

Das bestätigte auch Heiko Rittelmeier, Polizeihauptkommissar und Koordinator für den Bereich Cybercrime beim Polizeipräsidium Unterfranken. Rittelmeier versicherte, die Angst vor einer Anzeige sei unbegründet. „Die Polizei geht in einem solchen Schadensfall äußerst diskret vor. Sie müssen keine Angst davor haben, dass wir die IT-Abteilung wochenlang lahmlegen.“ Zudem erklärte er, dass sich viele Schadensfälle vermeiden ließen, wenn die Betroffenen ein gesundes Maß an Misstrauen an den Tag legten.  

Informationssicherheit schließe auch die organisatorischen Abläufe ein, ergänzte Dr. Andreas Gabriel, Ethon GmbH. Man könne organisatorischen Schwächen nicht ausschließlich auf der technischen Ebene begegnen. „Die Sicherheitslücke sitzt vor dem Computer.“, so Gabriel. Es sei wichtig, die Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen auf Gefahren vorzubereiten und bestehende Organisationsabläufe zu hinterfragen.  

Weitere Referenten der Veranstaltung waren Christian Schröder, Key Account Manager von Reddoxx, der über das Thema verschlüsselte E-Mail Kommunikation informierte, sowie Professor Dr. Angelika Kreitel, Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, die die Herausforderungen der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung vorstellte. Thomas Fleischmann, Senior Sales Engineer Central Europe der WatchGuard Technologies GmbH, und Bastian Lorenz, iWelt Senior Netzwerk Systemadministrator, berichteten über die Evolution der Malware und wie sich Unternehmen schützen können. Oliver Freitag, IHK-Bereichsleiter Innovation und Umwelt, moderierte die Veranstaltung. Diese wurde von einer Ausstellung begleitet, auf der IT-Unternehmen ihre Sicherheitslöungen vorstellten.