IHK Würzburg

Unternehmen richtig beraten

Thomas Schönbrunn, Schmitt Wirtschaftsberatungsgesellschaft mbH Würzburg, Erich Helfrich, Bereichsleiter Starthilfe | Unternehmensförderung der IHK Würzburg-Schweinfurt, Josef Ramthun, geschäftsführender Gesellschafter der Fa. Franken Guss GmbH & Co. KG Kitzingen, Damaris Schmidtmeyer, Consultant der Vereinigten Sparkassen Ansbach, Herbert Antes, Leiter der Repräsentanz Nürnberg der LfA Förderbank Bayern

Förderinstrumente im Einsatz

Wenn es Unternehmen gut geht, kann das auch am Berater liegen. Denn die richtige Beratung zur rechten Zeit hilft meist, den richtigen Kurs zu halten. Eine Informations-veranstaltung der IHK Würzburg-Schweinfurt thematisierte die Beratung von Unternehmen in Schwierigkeiten.

Beratung muss nicht teuer sein. Dazu tragen die Förderinstrumente „Runder Tisch“ und „Turn-around-Beratung“ bei. Mit diesen Worten begrüßte Erich Helfrich, Leiter des Fachbereichs „Starthilfe | Unternehmens-förderung“, 53 Firmenkundenberater mainfränkischer Kreditinstitute und regionale Steuerberater in der IHK zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Der Förderexperte betont den Nutzen einer Beratung und die Attraktivität der Beratungs-förderung für alle Beteiligten. Denn nicht nur der Unternehmer in Schwierigkeiten erhalte eine weiterführende Beratung zum Nulltarif oder zum halben Preis, das Kreditinstitut profitiere ebenso von den Analysen und Unterlagen des Beraters und könne besser entscheiden, ob ein weiteres Engagement Sinn mache.

Aber auch der Steuerberater habe einen Nutzen, wenn der Mandant auf die Erfolgsspur zurückkomme. Zum einen bleibe der Mandant erhalten und zahlungsfähig, zum anderen könnten die Zuschüsse bewirken, dass ein Unternehmen „beratungsfreundlicher“ wird.

Die Voraussetzungen der Beratungsförderung

Herbert Antes, Leiter der Repräsentanz Nürnberg der LfA Förderbank Bayern, stellte den Bankfachleuten und Steuerberatern die Förderinstrumente „Runder Tisch“ und „Turn-around-Beratung“ (TaB) im Einzelnen vor.

Der „Runde Tisch“ ist durchführbar für Unternehmen, die sich in schwieriger, jedoch nicht hoffnungsloser Situation befinden. Das Förderprogramm hat zum Ziel, Schwachstellen zu identifizieren, Maßnahmenvorschläge zur Überwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu entwickeln und eine Fortführungsprognose abzugeben. Betroffene kleine und mittlere Unternehmen könnten nur dann von der Förderung profitieren, wenn sie noch keinen Insolvenzantrag gestellt bzw. eine „Eidesstattliche Versicherung“ noch nicht abgegeben haben.

Die Förderung ist für den Unternehmer kostenfrei für maximal zehn Tagewerke. Die Fahrtkosten und die Umsatzsteuer muss der Unternehmer allerdings selbst tragen. Die Aufwandsvergütung für den Berater trägt zu zwei Dritteln die LfA und zu einem Drittel die KfW.

Was muss der Unternehmer tun?

Das Prozedere in einfach: Der Unternehmer wählt einen Berater aus der KfW Berater-Börse aus, stellt den Antrag online, druckt ihn aus und beantragt zusammen mit dem Regional-partner der KfW, entweder der IHK Würzburg-Schweinfurt oder der LfA Förderbank Bayern, die Förderung bei der KfW. Der Regionalpartner prüft, ob der „Runde Tisch“ sinnvoll ist, bespricht das Vorhaben mit dem Unternehmer und gibt gegenüber der KfW eine Stellungnahme online ab. Die KfW sendet anschließend ohne weitere Prüfung dem Unternehmen eine Zusage oder eine Absage. Das Instrument „Runder Tisch“ trägt seinen Namen aus gutem Grund: Der Berater lädt nach Erstellung seiner Analysen die Vertreter der Hausbank, der LfA, der IHK, und den Steuerberater zu einem Gespräch ein, um die weiteren Maßnahmen zu erörtern.

Möglichkeiten des „Runden Tisches“

Frau Damaris Schmidtmeyer, Consultant der Vereinigten Sparkassen Ansbach, stellte in diesem Zusammenhang die Möglichkeiten und Grenzen des „Runden Tisches“ vor: Als Firmenkundenbetreuerin schätze sie den „Runden Tisch“ sehr als eine Möglichkeit, beurteilen zu können, ob ein weiteres Engagement in einem Unternehmen überhaupt Sinn mache. Gerade bei Fällen ohne akute Insolvenzgründe, aber mit unzureichenden Ergebnissen, unzureichendem Controlling und negativer Entwicklung sieht sie große Vorteile in diesem Verfahren. Allerdings bedauerte sie, dass mit Ende der Beratung in aller Regel wieder das Controlling vernachlässigt werde.

Nach Durchführung des „Runden Tisches“ sei es laut Schmidtmeyer sinnvoll, eine „Turn-around-Beratung“ zu überdenken. Gerade für keine und mittlere Unternehmen, die sich in einer wirtschaftlich schwierigen Situation mit positiven Fortführungschancen befinden, sei eine anschließende intensive Beratung oft hilfreich.

Ausgeschlossen von der Förderung seien allerdings Unternehmen, die einen Insolvenzantrag gestellt haben oder bei denen die Pflicht zu einem solchen Schritt besteht, bzw. wenn der Inhaber eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben hat. Nicht gefördert werden außerdem Beratungsmaßnahmen im Bereich Rechts-, Versicherungs- und Steuerfragen, die Ausarbeitung von Verträgen, die Aufstellung von Jahresabschlüssen, Buchführungsarbeiten sowie die Erarbeitung von EDV-Software. Darüber hinaus dürfen keine gutachtlichen Stellungnahmen und eine doppelte Förderung vorliegen.

Berater und Unternehmer in einem Boot

Wolfgang Schmitt und Thomas Schönbrunn, Unternehmensberatung Schmitt & Partner Würzburg, beide gelistete Unternehmensberater, zeigten auf, dass Vertrauen und Zeit eng zusammenwirken und für den Berater und Unternehmer eine bedeutende Rolle spielen. Je besser der Unternehmer auf die Gespräche mit dem Berater vorbereitet sei, desto schneller und Erfolg versprechender könne eine Beratung vorgenommen werden. Der „Runde Tisch“ dürfe nicht isoliert betrachtet werden. Die Analysen stellten nur die Grundlage für einen „Turn around“ dar. Die anschließende „Turn-around-Beratung“ sei in der Regel bei der Umsetzung der Schlüssel zum Erfolg. Eine besondere Rolle spiele das gegenseitige Vertrauen.

Führung mit Schieflage

Der geschäftsführende Gesellschafter der Franken Guss GmbH & Co. KG Kitzingen, Dipl.-Ing. Josef Ramthun, schilderte die Entwicklung eines angeschlagenen Unternehmens aus Sicht einer erfahrenen Führungskraft. Unternehmen, die in Schwierigkeiten seien, hätten überhaupt keine Zeit und forderten viel Vertrauensvorschuss bei sämtlichen Partnern ein - Kreditinstituten, Lieferanten, Kunden, Institutionen. Ramthum blickte zurück auf die Zeit, als er aus der Insolvenz heraus das Gusswerk Kitzingen mit 800 Beschäftigten übernommen hatte. Mit Hartnäckigkeit und gegen große Widerstände konnte er die heutige Franken Guss mit 550 Beschäftigten retten.

Fazit des intensiven Erfahrungsaustausches der Multiplikatoren:

Die Förderinstrumente tragen nicht nur zu einer wesentlichen Verbilligung der Beratungs-kosten bei, sie können Unternehmer motivieren, Beratung rechtzeitig anzunehmen. Steuerberater und Berater der Kreditinstitute befinden sich sehr nah am „Unternehmer“ und zeigen sich in den meisten Fällen bereit, die Regionalpartner darin zu unterstützen, den Bekanntheitsgrad der Beratung für Unternehmen in Schwierigkeiten und der angebotenen Förderung bei den Unternehmen zu erhöhen. Die Veranstaltung hat auch dokumentiert, dass Unternehmer, Regionalpartner, Berater, Kreditinstitute und Steuerberater an einem Strang in die richtige Richtung ziehen und so dazu beitragen können, die mainfränkischen Unternehmen zu stärken.

Förderung von Beratungen

Coaching-Programme

Benötigen Sie fachkundigen Rat und intensive Begleitung zu einzelnen Themengebieten, wie z. B. zu Marketing/Vertrieb, zur Finanzierung, zur Businessplanerstellung oder zu Spezialbereichen? 

Eine individuelle Begleitung über einen festgelegten Zeitraum durch einen erfahrenen Berater/Coach kann durch Zuschüsse gefördert werden.

Vorgründungscoaching- und Nachfolgecoaching

Die Vorgründungsberatung ist ein wichtiges Instrument zur Erhöhung der Erfolgsaussichten und nachhaltigen Sicherung von Existenzgründungen und Unternehmensübernahmen. Ziel ist es, Gründern sowie Betriebs-übernehmern eine Möglichkeit zu geben, Coachingleistungen rechtzeitig in Anspruch zu nehmen, um erfolgreich in den Markt zu starten. Um Gründern die Finanzierung von Coachingmaßnahmen zu erleichtern und den Bestand von Existenzgründungen zu stärken und zu erhöhen, können Zuschüsse im Vorgründungsstadium zu den Kosten der Coachingmaßnahme beantragt werden.

Gründercoaching Deutschland

Das KfW-Gründercoaching Deutschland stellt ein neues Förderprogramm des Bundes und der KfW Mittelstandsbank dar. Jungunternehmer können für den Einsatz eines geeigneten Unternehmensberaters einen Zuschuss zu den Beratungskosten erhalten. Grundlage dieses neuen Förderangebots ist die Arbeitsteilung bei der Beratungsförderung von Bund und Freistaat Bayern. Während der Freistaat Bayern sein Förderangebot auf die Vorgründungsphase fokusiert, konzentriert sich der Bund mit dem Gründercoaching Deutschland auf die ersten fünf Jahre nach der Gründung.

Runder Tisch

Für kleine und mittlere Unternehmen, die aufgrund einer nicht erwartungsgemäß verlaufenden wirtschaftlichen Entwicklung in Schwierigkeiten geraten sind, obwohl sie gute Marktchancen haben, ist die Beratungsförderung "Runder Tisch Bayern" eingerichtet. Die Unternehmen erhalten die Möglichkeit, ausgewählte, gelistete Berater mit der Durchführung eines Unternehmenschecks zu beauftragen, in dessen Rahmen Schwachstellen identifiziert und Lösungsvorschläge unterbreitet werden. Die Beratungskosten tragen LfA Förderbank Bayern und KfW-Mittelstandsbank.
Interessenten nehmen am Finanzierungssprechtag der IHK teil und werden vor Beantragung des "Runden Tisches Bayern" eingehend beraten.

Turn around Beratung

Unternehmen, denen im Rahmen des "Runden Tisches Bayern" gute Fortführungschancen bescheinigt wurden, können zur Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen einen Antrag auf Bezuschussung einer "Turn Around Beratung" stellen. Im Rahmen einer "Turn Around Beratung" können Sanierungs- bzw. Fortführungskonzepte als Grundlage für weitere Gläubigerverhandlungen erstellt werden. Dabei muss sich die Planung auf die individuelle und konkrete Situation sowie die Erfordernisse des jeweiligen Unternehmens beziehen.

Ihre Ansprechpartner

Daniela Issing

Beraterin Existenzgründung

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- Coachingprogramme

Würzburg

Telefon: 0931 4194-302

E-Mail: daniela.issing@ wuerzburg.ihk.de

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