20.03.2017 - 14:43 Uhr

Diskussion zu Wirtschaft und Menschenrechten

Unternehmerische Verantwortung in Mainfranken

Diskutierten über Maßnahmen rund um das Thema CSR - insbesondere im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte, die in der Praxis Erfolg versprechen (von links): Moderator Frank Müller, Bayerischer Rundfunk Regionalstudio Mainfranken, Dr. Stefan Müssig, Geschäftsführer WUQM Consulting GmbH, Würzburg, Jörg de la Motte, Senior Vice President Industrial Applications Bosch Rexroth AG, Lohr, Philipp Bleckmann, Projektmanager Wirtschaft und Menschenrechte, Deutsches Global Compact Netzwerk, Berlin und Jürgen Bode, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Bild: Radu Ferendino, IHK

Die Protagonisten der IHK-Veranstaltung „Unternehmerische Verantwortung: Wirtschaft & Menschenrechte“ (v. l.): Frank Müller, Bayerischer Rundfunk Regionalstudio Mainfranken, Würzburg, Verena Jörg, Referentin CSR/Ehrbarer Kaufmann BIHK, Dr. Stefan Müssig, Geschäftsführer WUQM Consulting GmbH, Würzburg, Elena Fürst, IHK-Referentin Konjunktur und Statistik, Jürgen Bode, stv. Hauptgeschäftsführer IHK Würzburg-Schweinfurt, Jörg de la Motte, Senior Vice President Industrial Applications Bosch Rexroth AG, Lohr, Kurt Treumann, IHK-Bereichsleiter International und Philipp Bleckmann, Projektmanager Wirtschaft und Menschenrechte, Deutsches Global Compact Netzwerk, Berlin. Bild: Radu Ferendino, IHK

Schweinfurt – „Wenn Sie CSR in Ihren Unternehmen verankern, schaffen Sie sich Wettbewerbsvorteile.“, appellierte Jürgen Bode, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt, an die Teilnehmer der IHK-Veranstaltung „Unternehmerische Verantwortung: Wirtschaft und Menschenrechte“. Diese fand im Rahmen einer Roadshow des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) e. V zum gleichen Thema in der IHK-Geschäftsstelle Schweinfurt statt.

Geschäftspartner, Kunden und Gesellschafft erwarten von Unternehmen, dass sie die Einhaltung von Menschenrechten, beispielsweise bei Geschäftstätigkeiten im Ausland als Teil der Corporate Social Responsibility (CSR) gewährleisten. „Der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte verlangt, dass Unternehmen Prozesse zur Beachtung von Menschenrechten, beispielsweise im Lieferkettenmanagement, beim Export oder in ihren Auslandsstandorten einhalten.“, so Bode. Besonders wichtig sei aber, dass Unternehmen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus vor allem die Chancen von CSR sähen.  

CSR-Maßnahmen aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie, Gemeinwesen und Arbeitsplatz schaffe klare betriebswirtschaftliche Effekte. Mögliche Beispiele seien Jobsharing–Modelle, Ressourcenmanagement, um Energie einzusparen oder soziales Engagement zum Wohle der Allgemeinheit. Das betonte auch Verena Jörg, Referentin CSR/Ehrbarer Kaufmann bei der IHK für München und Oberbayern in ihrem Vortrag „Verantwortung lohnt sich. Weltweit.“ CSR als Unternehmensaufgabe Die „Ersten Schritte zur Ermittlung menschenrechtlicher Risiken und Auswirkungen“ stellte Philipp Bleckmann, Projektmanager Wirtschaft und Menschenrechte, Deutsches Global Compact Netzwerk, Berlin, vor. Er erklärte, dass zunächst ein Blick in die gesamte Lieferkette zu werfen sei, um zu verstehen, wer von Menschenrechtsverletzungen betroffen sein könnte. Anschließend gelte es, Risiken zu ermitteln – welche Produktionsabläufe, Produkte oder Länder gelten als risikobehaftet?

Welche Rolle CSR bei einem international erfolgreichen Unternehmen der Region spielt, zeigte Jörg de la Motte, Senior Vice President Industrial Applications, Bosch Rexroth AG, Lohr. „Nachhaltigkeit – wir sprechen nicht von CSR – spielt im gesamten Bosch-Konzern eine wichtige Rolle und ist auf oberster Managementebene angesiedelt. Dies ist aus unserer Sicht unumgänglich, um eine allumfassende und eine auf lange Sicht angelegte Strategie verfolgen zu können, die alle Unternehmensbereiche mit einschließt. An allen unseren Standorten gelten einheitliche Standards, ganz egal, wo wir uns auf der Welt befinden. Dies ist für uns selbstverständlich, denn Nachhaltigkeit ist ein Zeichen von Qualität, keine Pflicht. Nachhaltigkeit ist Ergebnis eines guten Managementsystems  sowie von klar definierten Prozessen und ist für das Unternehmen selbst sehr vorteilhaft.“

Eine Podiumsrunde beschäftigte sich mit sinnvollen Maßnahmen rund um das Thema CSR - insbesondere im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte, die in der Praxis Erfolg versprechen. Es diskutierten Bleckmann, Bode, de la Motte und Dr. Stefan Müssig, Geschäftsführer WUQM Consulting GmbH, Würzburg. Frank Müller, Bayerischer Rundfunk, moderierte die Diskussionsrunde.

IHK-Publikation: Unternehmerische Verantwortung

IHK-Referentin Konjunktur und Statistik Elena Fürst stellte die Ergebnisse der Publikation „Unternehmerische Verantwortung in Mainfranken – Unternehmensbefragung zum ehrbaren Kaufmann und zu Corporate Social Responsibility (CSR)“ vor. Die IHK hat die mainfränkische Wirtschaft zum Stellenwert von CSR sowie über die wichtigsten Handlungsfelder und Ziele befragt. Diese Publikation sowie weitere Informationen rund um das Thema CSR stehen online zur Verfügung unter www.wuerzburg.ihk.de/csr