05.09.2017 - 09:27 Uhr

Geldwäschegesetz umfassend geändert

Neue Vorgaben in der Geldwäscheprävention

Im Kampf gegen die organisierte Kriminalität spielen Maßnahmen zur Geldwäscheprävention ein zentrales Element. Das neue Geldwäscheschutzgesetz (GwG) leistet hierbei einen wichtigen Beitrag.

Geldwäsche meint allgemein, das Einschleusen von illegal erwirtschafteten Vermögenswerten in den legalen Wirtschaftskreislauf mit dem Ziel, die wahre Herkunft zu verschleiern. Entweder stammen diese Gelder aus illegalen Tätigkeiten (z.B. Drogen- und Waffenhandel, Steuerhinterziehung) oder dienen der Finanzierung eben dieser (z.B. Terrorismus). Das GwG soll verhindern, dass Unternehmen Opfer krimineller Machenschaften werden und durch ihre Tätigkeit unbeabsichtigt zur „Reinwaschung“ illegaler Gelder beitragen.

Das GwG richtet sich an Unternehmen, deren wirtschaftliches Handeln sich besonders gut eignet, um illegale Gelder zu waschen. Hierunter fallen Güterhändler (Personen, die gewerblich Güter veräußern, gleich auf wessen Name oder Rechnung sie tätig sind), Finanzunternehmen (im Sinne des § 1 Absatz 3 des Kreditwesengesetzes ), bestimmte Versicherungsvermittler, Immobilienmakler, nicht-verkammerte Rechtsbeistände und registrierte Personen gem. § 10 des Rechtsdienstleistungsgesetzes sowie Dienstleister für Gesellschaften und Treuhandvermögen oder Treuhänder bei Leistung bestimmter Dienstleistungen. Das GwG gibt vor, in welchen Fällen diese Unternehmen verpflichtet sind, Informationen über die Identität der Vertragspartner einzuholen bzw. zu melden. Neben interner Prävention (z.B. Sensibilisierung der Belegschaft) müssen Auffälligkeiten überwacht und je nach Risiko geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Bei Zuwiderhandlung drohen teils hohe Geldstrafen.

Zuständig für Mitgliedsunternehmen der IHK Würzburg-Schweinfurt ist die Regierung von Mittelfranken. Sie bietet auf ihrer Homepage hilfreiche Merkblätter an und steht Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung. Weiterführende Informationen zum GwG finden Sie hier.


Hinweisen möchten wir außerdem auf die im GwG verankerte Eintragungspflicht in das Transparenzregister. Dies ist erforderlich, sofern Sie

  • gesetzliche Vertreter von juristischen Personen des Privatrechts und rechtsfähige Personengesellschaften (vgl. § 20 Abs. 1 GwG) oder
  • Trustees und Treuhänder (vgl. § 21 Abs. 1 und 2 GwG) sind.

Keine Eintragungspflicht ergibt sich:

  • wenn die wirtschaftlich Berechtigten bereits in anderen öffentlichen Quellen (z.B. dem Handelsregister) registriert sind oder
  • wenn es sich bei Ihrem Unternehmen um eine börsennotierte Gesellschaften handelt, sofern sich die kontrollierende Stellung bereits aus entsprechenden Stimmrechtsmitteilungen ergibt.

Weiterführende Informationen zum Transparenzregister finden Sie hier.

 

Ansprechpartner: Dr. Christian Seynstahl, Tel. 0931 4194-314, christian.seynstahl@wuerzburg.ihk.de