18.05.2017 - 14:45 Uhr

Aufbewahrungsfristen gelockert

Bürokratieentlastungsgesetz

Das am 30.03.2017 beschlossene Bürokratieentlastungsgesetz II (BEG II) hält einige wesentliche Anpassungen für Unternehmer bereit:

Kleinbetragsgrenze: Rechnungen über Kleinbeträge unterliegen weniger strengen Voraussetzungen als andere Rechnungen. Der Betrag bis zu dem eine Rechnung als sog. Kleinbetragsrechnung gilt, lag bislang bei 150 Euro. Durch das BEG II wurde § 33 UStDV nunmehr dahingehend geändert, dass Rechnungen bis 250 Euro den vereinfachten Formalien unterliegen. Mit der ersten Anhebung des Betrages seit 2006 sollen Preissteigerungen der vergangenen Jahre ausgeglichen werden. Näheres zum Thema Rechnungsstellung finden Sie hier.

Geringwertige Wirtschaftsgüter: Für Vereinfachung sorgt in diesem Zusammenhang die Anpassung von § 6 Abs. 2 S. 4 EStG. Wirtschaftsgüter müssen auf Grund der Gesetzesänderung im BEG II erst ab einem Anschaffungspreis von 250 Euro in ein besonderes Verzeichnis für geringwertige Wirtschaftsgüter eingetragen werden. Die bisherige Regelung verpflichtete die Unternehmer hierzu bereits ab einem Anschaffungspreis von 150 Euro. Die Vorschrift gilt für Wirtschaftsgüter, die ab dem 31.12.2017 ins Betriebsvermögen gelangen. 

Aufbewahrungsfristen: Die steuerlichen Aufbewahrungsfristen für Lieferscheine, die nicht zugleich Buchungsbelege sind, wurden im Zuge der gesetzlichen Anpassungen ebenfalls verkürzt. Solche Lieferscheine müssen nach § 147 Abs. 3 AO rückwirkend zum 01.01.2017 nur noch bis zum Erhalt der Rechnung aufbewahrt werden.