12.10.2017 - 12:14 Uhr

Gute wirtschaftliche Entwicklung hält an

Goldener Konjunkturherbst für die mainfränkische Wirtschaft

Würzburg – Der mainfränkische Konjunkturmotor läuft weiter auf Hochtouren. Die Unternehmen profitieren von günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen im Inland. Gleichzeitig verbessert sich die Verfassung der Weltwirtschaft. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die aktuelle Geschäftslage sowie die zukünftigen Erwartungen in einem Wert zusammenfasst, gibt gegenüber dem Frühjahr zwar geringfügig nach. Er liegt aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

„Die mainfränkische Wirtschaft präsentiert sich auch im Herbst 2017 in bester Verfassung.“, fasst Elena Fürst, IHK-Referentin für Konjunktur und Statistik, die Ergebnisse der heute veröffentlichten Konjunkturanalyse der IHK Würzburg-Schweinfurt zusammen. Die Geschäftslage der mainfränkischen Unternehmen zieht gegenüber der Vorumfrage aus dem Frühjahr weiter an und erreicht per Saldo einen Wert von 52,3 Punkten (Frühjahr: 46,2 Punkte). Dabei beurteilt weit über die Hälfte der Befragten (55,8 Prozent) die aktuelle Geschäftslage als gut, weitere 40,7 Prozent als befriedigend und lediglich 3,5 Prozent als schlecht.  

Die Auftragsvolumina aus dem In- und Ausland konnten erneut deutlich gesteigert werden, die Kapazitäten der mainfränkischen Betriebe sind entsprechend gut ausgelastet: 53,3 Prozent berichten von einer vollen Auslastung, nur 7,8 Prozent beklagen unzureichende Aufträge. „Der Boom der mainfränkischen Wirtschaft ist breit aufgestellt und erstreckt sich über alle Branchen hinweg. Steigende Beschäftigtenzahlen, niedrige Arbeitslosenquoten, Reallohnzuwächse und niedrige Zinsen treiben die Konsumlaune der Verbraucher. Und erfreulicherweise  steigen die Exporte dank der konjunkturellen Erholung der Weltwirtschaft wieder.“, erläutert Fürst.  

Während die Geschäftslage von Rekord zu Rekord eilt, fällt der Ausblick auf die kommenden zwölf Monate verhaltener aus. Zwar rechnen gut sieben von zehn Betrieben auch künftig mit ähnlich guten Geschäften, der Saldo aus positiven und negativen Erwartungsmeldungen liegt dennoch mit 5,0 Punkten nur noch leicht im positiven Bereich. Obwohl die Geschäftsaussichten der mainfränkischen Unternehmen erstmals seit dem Frühjahr 2016 gegenüber der Vorumfrage zurückgegangen sind, sieht Fürst keine Anzeichen für eine konjunkturelle Trendwende: „Die mainfränkischen Unternehmen rechnen weiterhin mit steigenden Aufträgen aus dem In- und Ausland und planen mit stabilen Mitarbeiterzahlen sowie höheren Investitionen – nichts davon lässt auf ein baldiges Ende des mainfränkischen Konjunkturhochs schließen.“ Fürst gibt jedoch zu bedenken, dass sich die hohe Dynamik der letzten Monate etwas abschwächen könnte.  

Fachkräftesituation spitzt sich zu  

Bislang scheinen Unsicherheiten im nationalen und internationalen Umfeld, beispielsweise die derzeit weitestgehend ergebnislosen Brexit-Verhandlungen, geopolitische Konflikte oder bürokratische Herausforderungen die Unternehmen kaum zu beunruhigen. Der Fachkräftemangel stellt die Betriebe jedoch zunehmend vor Herausforderungen. Zwei von drei Unternehmen (66,8 Prozent) führen an, dieser könne die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens künftig beeinträchtigen – ein neuer Negativrekord. Besonders verheerend erscheint die Situation im Baugewerbe, hier nennen 92,6 Prozent der Befragten den Fachkräftemangel als Konjunkturrisiko. Zudem gibt jedes zweite Unternehmen (50,3 Prozent) in Mainfranken an, offene Stellen längerfristig nicht besetzen zu können. Laut IHK-Fachkräftemonitor Bayern fehlen in Mainfranken aktuell rund 20.000 Fachkräfte – Tendenz steigend.  

Die Folgen für die Wirtschaft sind enorm: Neben Mehrbelastungen der vorhandenen Belegschaft können Wachstumspotenziale nicht ausgeschöpft und Aufträge nicht angenommen werden. Der mainfränkischen Wirtschaft entsteht hierdurch ein Wertschöpfungsverlust von rund 1,2 Milliarden Euro – dies entspricht 3,8 Prozent der regionalen Bruttowertschöpfung.

Die vollständigen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage mit ausführlicher Branchenauswertung sind online abrufbar unter: http://www.wuerzburg.ihk.de/konjunktur