21.10.2014 - 14:58 Uhr

IHK-Konjunkturanalyse Herbst 2014

Mainfränkische Konjunktur vor Trendwende?

Bild: IHK

Würzburg - Was die nationalen Konjunkturumfragen und Frühindikatoren bereits ab dem zweiten Quartal angedeutet haben, bestätigt sich in der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage im Herbst 2014 auch für den Wirtschaftsraum Mainfranken: Die Wirtschaft in Mainfranken befindet sich nicht mehr im Aufschwung.

Der Wert des Konjunkturklimaindikators ist in der IHK-Herbstumfrage zur wirtschaftlichen Lage in der Region zum ersten Mal nach fünf aufeinander folgenden Anstiegen von zuletzt 125,0 auf 112,9 Punkte gesunken. „Der konjunkturelle Schwung vom Jahresbeginn hat sich nicht fortgesetzt und gleichzeitig haben sich die Stimmungsindikatoren eingetrübt.", berichtet Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standort. Damit stellt sich die Frage, ob der Rückgang des Konjunkturklimaindikators lediglich einen Ausrutscher beziehungsweise eine kurze wirtschaftliche Verschnaufpause abbildet, oder ob eine konjunkturelle Trendwende eingeleitet wurde?  

„Wir sehen beim regionalen Wirtschaftsgeschehen derzeit zwei unterschiedliche Tendenzen.“, so IHK-Konjunkturexperte Dr. Lukas Kagerbauer. Die aktuelle Lageeinschätzung sowie die Beurteilung der Auftrags- beziehungsweise Kapazitätsauslastung befinde sich nahezu auf dem hohen Niveau wie in der Frühjahrsbefragung der IHK. Nach wie vor schätzen mehr als die Hälfte der befragten Betriebe die Lage als befriedigend und 38 Prozent als gut ein. „Allerdings bestätigen insbesondere die Beurteilungen der Auftragsvolumen im In- und Ausland die reduzierte wirtschaftliche Dynamik, insbesondere im zweiten Quartal 2014.“ Der Trend decke sich hierbei mit der Entwicklung des bundesweiten Bruttoinlandsproduktes (BIP), welches nach einem starken Jahresauftakt und einem Wachstum von 0,7 Prozent im ersten Quartal bereits im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken sei.

Der Ausblick auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten ist angesichts zunehmender globaler, geopolitischer und ökonomischer Risiken sowie wirtschaftspolitischer Herausforderungen (Energiewende, Mindestlohn, Mütterrente, Rente mit 63, Maut etc.) im Inland von zunehmender Unsicherheit und aufkommendem Pessimismus bestimmt. Der geopolitische Konflikt in der Ukraine und die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland haben bei exportorientierten Industriebetrieben Spuren hinterlassen. Darüber hinaus hat sich die Erholung der Konjunktur in der Eurozone bislang noch nicht als nachhaltig erwiesen. Das Wachstum war gerade bei den wichtigen Handelspartnern Frankreich, Spanien und Italien zuletzt schwächer als erwartet. Die fehlenden Exportimpulse und die wenig dynamische Inlandskonjunkturentwicklung wurden in den letzten Monaten durch die starke Konjunktur in den USA und die konstante Nachfrage aus dem asiatischen Raum - hier vor allem China - nach deutschen Produkten kompensiert.  

Die IHK rechnet damit, dass sich das Wachstumstempo ausgehend von einem hohen Niveau vorerst reduziert. Angesichts der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Konstellation hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) e. V. seine Wachstumsprognose von 2,0 auf 1,5 Prozent nach unten korrigiert. Die vollständigen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage sowie eine ausführliche Branchenauswertung stehen im Internet unter www.wuerzburg.ihk.de/standort/konjunktur.html zur Verfügung.

Informationen:
Dr. Lukas Kagerbauer
Tel. 0931 4194-361
E-Mail: lukas.kagerbauer@wuerzburg.ihk.de